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Projekt-Datenbank: Architektur, Holzbau

Diese Holzbau-Sammlung zeigt die technischen, gestalterischen und ökologischen Potenziale von Bauen mit Holz. Eines der ältesten Baumaterialien präsentiert sich mit neuen Perspektiven für Architektur und Stadtplanung – ressourcenschonend, smart, nachhaltig und urban. Geordnet nach Kategorien, wird diese Holzarchitektur-Datenbank laufend um aktuelle Bauwerke ergänzt.

Campus Kuchl, Fachhochschule

Der Erweiterungsbau am Campus Kuchl ist als erster Hochschulbau Österreichs als konsequenter Holzbau in Passivhausstandard errichtet worden. Der Energieverbrauch beträgt weniger als 15 kWh/m2 und pro Jahr.


Standort

Kuchl, Salzburg/A

Bauherr

WECO FH Holztechnikum GmbH, Salzburg

Architektur

Dietrich Untertrifaller Architekten ZT GmbH, Bregenz/A

Tragwerksplanung

DI Kurt Pock, Spittal a.d. Drau

Gebäudedaten

3 Geschosse (KG Bestand)
1.474 m2 Bruttogrundfläche
5.782 m3 umbauter Raum
254.557 kg verwendete Holzmenge
0,085 m3 Holzverbrauch/m3
Bruttorauminhalt ohne UG

Fertigstellung

2009

Der Erweiterungsbau des Campus Kuchl der Fachhochschule Salzburg ergänzt als schlichter, kubischer Baukörper die bestehenden Hochschulbauten. Auf drei Geschossen wurden neben einem großen Versammlungsraum Seminarräume, Labors und eine Bibliothek untergebracht. Innen wie außen zeigt sich der Bau als klare Holzkonstruktion, angefangen von den tragenden Hohlkastenelementen für die Decken bis hin zum Innenausbau mit Eschenparkett und Wandbekleidungen aus geöltem Birkensperrholz. Die Außenverschalung besteht ebenso wie die feststehenden Sonnenschutzlamellen aus unbehandelter Weißtanne. Die Skelettkonstruktion des Tragwerks basiert auf einem Achsabstand von 3,14 Metern. Ausgesteift wird das Gebäude über den Treppenhauskern, der aus Brandschutzgründen aus Stahlbeton ist, sowie über die gebäudehohe Abschlusswand aus Brettsperrholz.
Gemeinsam mit dem Land Salzburg, das den Bau mit Fördergeldern unter­stützte, entschied sich der Betreiber dafür, ein Gebäude im Passivhausstandard mit einem Energieverbrauch von weniger als 15 kWh/m2 und pro Jahr zu errichten. Dieser wird durch hohe Dämmstärken von etwa 35 Zentimetern und die durchgängige Verwendung einer Dreifachverglasung in Kombination mit einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung erreicht. Beheizt wird das Gebäude durch Fernwärme aus einem Biomassekraftwerk. Als haustechnische Besonderheit verfügt der Bau über eine Sorptionskälteanlage, mit der es möglich ist, die Fernwärme auch zur Kühlung der Räume einzusetzen.
Passend zu den an diesem Standort angebotenen Studiengängen mit dem Schwerpunkt Holz wurde ein mehrgeschossiger Holz­bau realisiert, der höchste ökologische Standards erfüllt. Den zunächst größeren Herstellungsaufwand für die hochgedämmte Gebäudehülle wiegt langfristig der geringe Energiebedarf des Gebäudes auf. (Text: Katalog, Bauen mit Holz – Wege in die Zukunft. Publikation zur gleichnamigen Ausstellung. Herausgegeben von Hermann Kaufmann
und Winfried Nerdinger. Prestel Verlag, 2011)