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Projekt-Datenbank: Architektur, Holzbau

Diese Holzbau-Sammlung zeigt die technischen, gestalterischen und ökologischen Potenziale von Bauen mit Holz. Eines der ältesten Baumaterialien präsentiert sich mit neuen Perspektiven für Architektur und Stadtplanung – ressourcenschonend, smart, nachhaltig und urban. Geordnet nach Kategorien, wird diese Holzarchitektur-Datenbank laufend um aktuelle Bauwerke ergänzt.

Wohnhaus Gebhartstraße

Beim ersten Minergie-P-ECO-Haus der Schweiz waren neben einer hohen Wohnqualität höchste ökologische und energetische Standards gefordert. Der Bau in Holzbauweise beherbergt drei Loftwohnungen.


Standort

Köniz-Liebefeld/CH

Bauherr

Peter Schürch, Bern

Architektur

Halle 58 Architekten GmbH, Bern, CH

Tragwerksplanung

hrb Ingenieurbüro für Holzbau GmbH, Thun

Fertigstellung

2006

Ein spitz zulaufendes Restgrundstück an der Stadtgrenze von Bern bot dem Architekten die Möglichkeit, ein Wohnhaus mit großzügiger, offener Architektur zu realisieren, das höchste ökologische und energetische Standards einhält – das erste Minergie-P-ECO-Haus der Schweiz. Neben dem Architekten wohnen zwei weitere Parteien in den drei aufeinander gestapelten Loftwohnungen mit je viereinhalb Zimmern auf 140 Quadratmetern Wohnfläche. Abgesehen vom Untergeschoss und dem außen liegenden Treppenhaus handelt es sich bei dem Wohnhaus um einen reinen Holzbau mit begrünter Dachterrasse. Die tragende Fassade aus unbehandelten zementgebundenen Rahmenholzelementen ermöglicht eine weitgehend freie Einteilung der Grundrisse. Während die parallel zur Straße verlaufende Nordostseite überwiegend geschlossen ist, verbindet die vollflächig verglaste Südwestfassade Garten und Innenraum. Die am Laubengang außenseitig angebrachten geschosshohen Holzrollos schützen die Bewohner vor Einblicken und gewährleisten den Sonnenschutz. Den aufgrund des hohen Anteils an Fensterflächen entstehenden energetischen Nachteil kompensiert die passive Nutzung der einfallenden Sonnenstrahlung. Neben einer energieeffizienten Bauweise mit hochgedämmter Außenhülle und kontrollierter Wohnraumlüftung erfordert das Minergie-P-ECO-Konzept die Verwendung von natürlichen und ökologischen Werkstoffen. Das bedeutete für das Projektin Köniz-Liebefeld beispielsweise die Verwendung von Holz aus einheimischen Wäldern sowie Recyclingbeton für das Untergeschoss und den Verzicht auf chemische Holzschutzmittel. Die 5 bis 10 Prozent Mehrkosten für das Erreichen des Minergie-P-ECO-Standards ließen sich durch Einsparungen bei der Heizung – die Heizleistung von nur 5 kW deckt den gesamten Heizwärmebedarf – und durch Fördergelder kompensieren. Somit unterschreiten die Gesamtbaukosten sogar die Kosten für vergleichbare konventionelle Bauweisen.

Kategorie: Wohnbauten, Vertrautes Material