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Viergeschossiger Holzwohnbau – Breitenfurter Straße 450–454

Abstract und Vortrag: Martin Praschl

Modul I, Do., 6. September 2018, Einführung (Status quo mehrgeschossiger Holzbau)

Architekt Martin Praschl stellt die Wohnhausanlage in der Breitenfurter Straße 450–454 vor, die im Rahmen eines Bauträgerwettbewerbs zum Thema „Holzbau in der Stadt“ entstanden ist.

Wir hatten uns schon im Vorfeld mit einem Bauträger abgesprochen, dass wir den Wettbewerb für dieses Grundstück gemeinsam machen wollten. Dass auf der Ausschreibung dann „Holzbau in der Stadt“ draufstand, hat uns sehr überrascht. Wir entschieden uns mitzumachen, obwohl wir keine Holzbauspezialisten sind, und holten uns passende Partner ins Team: Richard Woschitz von der Woschitz Group für Statik und Bauphysik sowie den Landschaftsplaner Jakob Fina. Unsere Taktik war es, nicht den besten Holzbau, in dem man auch wohnen kann, zu planen, sondern den besten Wohnbau, der aus Holz gebaut ist.

Bauen mit Holz

Das Grundstück liegt an zwei stark befahrenden Ausfallstraßen. Deshalb entwickelten wir einen Laubengangtyp. Diesem liegt ein Achsraster zugrunde, das Flexibilität in der Gestaltung der Wohnungsgrundrisse erlaubt und eine für den Holzbau günstige Bauform. Den Holzbau wollten wir nicht nur als Tragstruktur, sondern auch optisch im Gebäude zum Ausdruck bringen. Deshalb gibt es in den Wohnungen sichtbare Holzdecken.
Wir bauten mit Brettsperrholzelementen. Die Wandstärken der tragenden Holzwände liegen zwischen 9 und 12,5 cm und die Deckenstärken zwischen 16 und 20 cm. So schlank können wir in Beton gar nicht bauen. Weitere Vorteile im Vergleich zum Massivbau sind die geringere Wärmeleitfähigkeit und das geringere Gewicht. Das wirkt sich auch positiv auf die Dimensionierung der Fundamente aus. Der Schallschutz muss aufgrund der mangelnden Massivität genau geplant werden, und auch die Planung der Haustechnik ist für den Architekten wesentlich anspruchsvoller. Beispielsweise kotierten wir die Lage aller Steckdosen.

Baukosten

Bei der Breitenfurter Straße lagen die reinen Baukosten bei Euro 1.550,–/m2 Nutzfläche (Preisbasis Wien 2013). In Beton wären sie um Euro 100,– bis 150,–/m2 niedriger gewesen. Das ist genau die Problematik des Holzbaus in Wien. Holz ist wesentlich teurer als Beton (Faktor 3), dafür aber sind Wände und Decken dünner, man gewinnt also mehr Fläche und hat eine kürzere Bauzeit. Dieser Wettbewerb war in Holz ausgeschrieben – eine geschützte Werkstätte. Wenn wir den Holzbau konkurrenzfähig machen wollen, müssen wir gleich teuer werden, vor allem im geförderten Wohnbau.

Wir brauchen eine höhere Vorfertigung

Die Rohbauphase geht sehr schnell. Die Wand- und Deckenelemente werden angeliefert und vom Kran in kürzester Zeit aufgestellt. Dann aber wird konventionell weitergebaut. Wir müssen in eine höhere Vorfertigung kommen.

Martin Praschl und Azita Praschl-Goodarzi

von p.good Architekten realisierten im Rahmen des Bauträgerwettbewerbs „Holzbau in der Stadt“ die Wohnhausanlage in der Breitenfurter Straße 450–454. Diese ist bis auf den massiven Keller und die Stiegenhäuser ein lupenreiner Holzbau, bei dem sowohl die tragenden Wände als auch die Decken in Brettsperrholz errichtet sind. Martin Praschl berichtet von seinen Erfahrungen mit dem Bauen mit Holz, im Besonderen mit Brettsperrholz.
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