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Kosten im mehrgeschossigen Holzbau – industrielles Bauen mit Holz

Abstract und Vortrag: Jörg Koppelhuber

Modul II, Do., 13. September 2018, Ausschreibung/Kosten

Jörg Koppelhuber vom Institut für Baubetrieb und Bauwirtschaft der TU Graz spricht über Kostenkalkulationen und Kostenfallen im mehrgeschossigen Holzbau.

Für eine Kostenplanung und Kalkulation eines mehrgeschossigen Holzbaus sind wenige bis keine ausreichenden Kostenkennwerte vorhanden. Meist werden die Kosten auf Basis von eigenen Projekterfahrungen oder Einschätzungen aus dem Bauch heraus geplant und danach ausgeschrieben. Die Literatur, die zur Kostenkalkulation herangezogen werden kann, wie jene von BKI und Sirados (siehe Seitenleiste), beruht jedoch auf Kennwerten aus Deutschland, die mittels Regionalfaktor auch auf Österreich anwendbar sind. Zudem hat das BKI lediglich ein paar wenige Seiten zum Holzbau herausgegeben, was der Bedeutung des mehrgeschossigen Holzbaus längst nicht mehr gerecht wird. Werden die Kosten eines mehrgeschossigen Holzbaus mit denen eines mineralischen Massivbaus verglichen, sollte im Vergleich der Wand- und Deckenaufbauten immer der Edelrohbau als statisches und bauphysikalisches Äquivalent herangezogen werden. Tatsache ist, dass der Holzbau in der Herstellung um bis zu 7 Prozent teurer ist, vor allem wegen des höheren Materialgrundpreises. Diese höheren Kosten können jedoch durch bessere Miet- und Verkaufserlöse wieder kompensiert werden, vor allem weil

  • die geringeren Wandstärken eine Vergrößerung der Wohn- und Nutzfläche um bis zu 3 Prozent zur Folge haben,
  • es zu einer Reduktion des Bauwerksgewichts kommt und sich daraus eine geringere Dimensionierung der Fundamente ergibt,
  • die Bauzeit durch die Vorfertigung verkürzt und damit eine raschere Fertigstellung möglich wird.

Kostenfallen im Holzbau entstehen durch

  • schleppende Ausbaugewerke, welche den Zeitgewinn durch die Vorfertigung wieder zunichte machen. Hier sollte auch innerhalb der Ausbaugewerke für die Schnelligkeit des Holzbaus sensibilisiert werden.
  • Je später die Entscheidungen im Planungsverlauf fallen, desto mehr beeinflussen sie die Kosten. Durch die Vorfertigung bedarf es einer zeitlichen Vorverlagerung der Entscheidungen. Wichtig ist, den Bauherrn dafür zu sensibilisieren, dass er in einer frühen Phase wesentliche Entscheidungen trifft, und zwar unwiderruflich. Nur dann können Zeitplan und Kosten eingehalten werden.

Jörg Koppelhuber

Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Baubetrieb und Bauwirtschaft der TU Graz
www.tugraz.at/institute/bbw/home

Weitere Links

BKI – Baukosteninformationszentrum Deutscher Architektenkammern
www.bki.de

Sirados Baudaten
www.sirados.de

Institut für Baubetrieb und Bauwirtschaft der TU Graz
www.tugraz.at/institute/bbw/home

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