Inhalt

Mehrgeschossiger Holzbau aus Sicht eines privaten Bauträgers

Stefan Frauenlob und Klaus Fasching (Bauzone - Baumhaus)

Modul I, Di., 17. September 2019, Einführung (Status quo mehrgeschossiger Holzbau)

Innovationen im Bauen sind für einen im Schwerpunkt Wohnbau tätigen gewerblichen Bauträger immer ein zweischneidiges Schwert. Es sei in diesem Zusammenhang beispielsweise an das Passivhaus erinnert, das sich in einer Breitenwirkung am Markt (leider noch) nicht durchsetzen konnte. Wie verhält es sich mit der Kundenakzeptanz? Wird sich die zusätzliche Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit am Kunden lohnen? Wie mit dem Risiko der logischerweise noch nicht im Langzeittest erprobten Innovation in Bezug auf die Gewährleistung umgehen?

Interessanterweise stellt sich der Massivholzbau – und von dem reden wir im Wesentlichen im mehrgeschossigen Holzbau – in dieser Hinsicht anders dar:

  • Die Bauweise selbst ist nicht neu. Relativ neu ist das Bauen in die Höhe mit dem Baustoff Holz, und dieser Umstand ist ausschließlich Änderungen der Brandschutzbestimmungen geschuldet, welche dies erst ermöglichen. Das heißt, die Erprobungsphase fällt hier (bis auf die Schallschutzthemen) im Wesentlichen weg.
  • Der Baustoff Holz hat ein positives Image. Er ist nachhaltig, heimisch und fühlt sich warm an. Verbindet also die kalten Fakten des Bauens mit Emotionen. Eine Kaufentscheidung ist immer auch eine Bauchentscheidung, also emotional. Und hier spielt der Baustoff Holz trotz der noch leicht höheren Herstellkosten seine Stärken aus.
  • Dieses positive Image überträgt sich auch auf die Marke des Bauträgers, gleichzeitig kann er seine Verantwortung in Bezug auf den Klimaschutz wahrnehmen – eine Win-Win Situation.

Der schönste Holzbau ist natürlich jener, bei dem der Werkstoff auch sichtbar wird. Daher führen wir unsere Holzbauten mit einer innen sichtbaren Holzkonstruktion sowie einer außenliegenden Holzschalung aus. Die Kunden „spüren“ den Mehrwert der in den Wohnungen weiß lasierten Holzflächen, die vorgegraute Außenschalung reduziert den Pflegeaufwand und Farbunterschiede durch unterschiedliche Abwitterung - die Vorbehalte der Kunden zum außenliegenden Holz haben sich durch die Wahrnehmung der Veralgung der VWS Fassaden ebenso wesentlich reduziert.

Potential hat der Holzbau jedenfalls noch im Schallschutzverhalten. Hier können zwar die Normen erfüllt werden, jedoch liegen die Ansprüche von Kunden im hochwertigen Wohnbau wesentlich über der Norm. Wir hoffen, dass sich die Technologie hier auch weiterentwickelt – ebenso in der Variabilität wirtschaftlich einsetzbarer Außenfassaden, um hier mehr architektonische Variabilität  verwirklichen zu können.
Abschließend ein Zitat aus den Salzburger Nachrichten vom 17.August 2019: „Bezogen auf die Nutzfläche hat sich der Holzbau zwischen 1998 und 2018 von 14 auf 24 Prozent gesteigert […]“ Trotzdem: (zu) wenige Bauträger bauen mit Holz.

https://www.baumhaus.at

 © Die Copyrights der in den Präsentationen verwendeten Fotos liegen bei den Fotografen. Die Fotos dürfen nur nach Rücksprache mit diesen verwendet werden.