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Brandschutzvorschriften für Holzfassaden

Forschungsthema: Brandweiterleitung an der Fassa

Im Rahmen der Brandschutzforschung hat in den letzten Jahren das Thema Brandweiterleitung an der Fassade an Bedeutung gewonnen. Dies nicht nur bei der Verwendung von brennbaren Baustoffen an der Fassade, sondern vor allem im Hinblick auf hinterlüftete Fassaden, unabhängig vom Werkstoff. 

Die unterschiedlichen Bautraditionen und Gesetze der einzelnen europäischen Länder haben auch zu unterschiedlichen Schutzzieldefinitionen geführt, woraus sich verschiedene Anforderungen auch in Hinblick auf die Brandweiterleitung an der Fassade ergaben. Aus diesem Grund wurden große Forschungsprogramme initiiert, Detailuntersuchungen und Konstruktionsentwicklungen anhand von Großbrandversuchen und zahlreichen SBI- (Single burning item-)Tests von Fassadensystemen durchgeführt und wurde die Eignung von Holzfassaden in Kombination mit konstruktiven Brandschutzmaßnahmen (Brandschutzabschottungen) nachgewiesen.

Die positiven Ergebnisse dienten auch als Grundlage für normative Änderungen und Ergänzungen sowie die neue ÖNORM B 2332. Weiters wurden in ÖNORM B 3806 Holzfassaden bis zu fünf Vollgeschossen aufgenommen.

OIB-Richtlinie 2

Die ÖNORM B 3806 legt Anforderungen an das Brandverhalten von Bauprodukten im Sinne der Europäischen Klassen gemäß ÖNORM EN 13501-1 fest. Diese Norm ist auch Bestandteil der Richtlinie 2 „Brandschutz“ des OIB, welche die bautechnischen österreichischen Anforderungen regelt.

Laut dieser Norm können Holzfassaden bis zu drei Vollgeschossen mit Materialien der Brandverhaltensklasse D ohne weitere Nachweise und ohne Brandschutzabschottung ausgeführt werden.

Für die Gebäudeklassen 4 und 5 ist ein positiver Nachweis gemäß ÖNORM B 3800-5 vorgeschrieben, sofern nicht nachweisfreie Varianten zur Anwendung kommen. Für vorgehängte hinterlüftete Fassaden oder belüftete Fassaden gilt dieser Nachweis als erfüllt, wenn zwischen den Geschossen eine mindestens 20 cm auskragende Brandschutzabschottung aus einem durchgehenden Profil aus Stahlblech (Mindestdicke 1 mm) oder brandschutztechnisch Gleichwertigem ausgebildet wird. Vorgehängte hinter- und belüftete Fassaden aus Holz und Holzwerkstoffen gemäß ÖNORM EN 13986 der Klasse D (Klasse zum Brandverhalten von Bauprodukten gemäß ÖNORM EN 13501-1) sind bei Gebäuden mit nicht mehr als fünf Geschossen und einem Aufenthaltsraumniveau von nicht mehr als 13 m unter den angeführten Rahmenbedingungen zulässig.

SBI-Test

Im SBI-Test kann nicht nur das Brandverhalten von Baustoffen, sondern z.B. auch von Fassadensystemen ermittelt werden. Dies bedeutet, dass das System mit all seinen Konstruktionsparametern (wie Bekleidungsmaterial, Unterkonstruktion, Dämmstoffe) einem Test unterzogen wird.
Auch hier gilt der Nachweis des Brandverhaltens als erbracht, wenn entsprechende Entscheidungen der Kommission der Europäischen Gemeinschaft oder entsprechende Klassifizierungen vorliegen.