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Werkstoffe für die Fassade

Unterschieden wird grundsätzlich zwischen Außenverkleidungen aus Vollholz (wie Bretter, Profilbretter oder Leisten) und Fassadenelementen aus plattenförmigen Holzwerkstoffen. 

Da die Beanspruchung von Holz im Außenbereich durch die unterschiedlichen Witterungseinflüsse sehr hoch ist, ist es wichtig, dass die Qualitätsanforderungen an Fassadenholz genau definiert und eingehalten werden. Zu beachten sind u.a. Anforderungen an Herstell- und Dimensionstoleranzen, an Sortierrichtlinien sowie an die Holzfeuchte.

Verkleidungen aus Vollholz

  • Die häufigste Verkleidungsart ist die mit sägerauen und gehobelten Brettern bzw. Profilbrettern. Verschiedenste Längen, Breiten und Dicken werden angeboten. Wegen der Gefahr der Verwerfung wird eine maximale Breite von 12 cm empfohlen. Die Dicke liegt zwischen 19 und 24 mm. Übliche Brettlängen sind 4 m, 4,5 m und 5 m. Ihre Anordnung kann als Deckelschalung für vertikale oder als Stülpschalung für meist horizontale Bekleidungen vorgenommen werden.

    Brettfassaden können vertikal, horizontal oder diagonal angeordnet werden. Aus der Sicht des konstruktiven Holzschutzes ist die senkrechte Anordnung günstiger als die waagrechte. Bei der waagrechten Verlegung ist darauf zu achten, dass die Feder immer nach oben und die Nut immer nach unten zeigt. Nur so ist ein ausreichender Schutz vor Durchfeuchtung des Holzes gewährleistet.
  • Schindeln werden aus Vollholz mit unterschiedlichen Abmessungen und Formen handgespalten, gesägt oder maschinell geschnitten. Gespaltene Schindeln sind dabei witterungsresistenter als gesägte Schindeln. Hergestellt werden die Schindeln in Längen von 120 bis 800 mm und fallen in unregelmäßigen Breiten zwischen 50 und 350 mm an. Der Querschnitt ist meist keilförmig. Schindeln zeichnen sich bei richtiger Ausführung durch eine sehr lange Lebensdauer aus und zeigen meist eine gleichmäßige Verwitterung.
  • Leisten werden für offene Fassadenschalungen eingesetzt. Der Abstand zwischen den Leisten sollte zumindest 8 mm betragen und kann bis zu einigen Zentimetern ausgeweitet werden. Da offene Leistenfassaden die Konstruktion nur teilweise vor Bewitterung schützen, sollte hinter den Leisten eine regendichte und UV-beständige Fassadenbahn ausgeführt werden.

Verkleidungen aus Platten

Bei der Verwendung von Plattenverkleidungen aus Vollholz im Außenbereich soll auf einen mehrschichtigen Aufbau geachtet werden. So können Spannungsunterschiede, die auf Grund des Quell- und Schwindverhaltens von Holz unter Witterungseinflüssen entstehen, besser ausgeglichen werden. Holzwerkstoffplatten ermöglichen eine einfache und arbeitszeitsparende, flächige Fassadengestaltung. Großformate bis zu 5 m Seitenlänge erlauben dabei eine stoßfreie Ausführung auch über mehrere Geschosse. Unabhängig von Oberflächenschutzmaßnahmen auf konstruktiven Holzschutz, ist insbesondere auf die Ausbildung von Stößen und Fugen (Kantenschutz), größter Wert zu legen.

Auf Grund der Formstabilität und der guten technischen Eigenschaften werden im Fassadenbereich hauptsächlich mehrschichtig verleimte Massivholzplatten (Dreischichtmassivholzplatten), Sperrholzplatten oder Furnierschichtplatten eingesetzt. Die Platten können sichtbar auf Kantholzunterkonstruktionen oder unsichtbar mittels fertiger Systemlösungen befestigt werden.

Weitere Möglichkeiten als Fassadenelemente sind zementgebundene Spanplatten, Hochdrucklaminatplatten oder Faserzementplatten. Als Sonderlösungen werden auf Basis der Plattenwerkstoffe OSB, MDF und Spanplatten, die normativ nicht als Plattentypen im Außenbereich vorgesehen sind, ebenso Fassadenlösungen angeboten.

Auch Wood Plastic Composites (Verbundwerkstoffe aus unterschiedlichen Anteilen von Holz bzw. Naturfasern und Kunststoffen) werden aufgrund ihrer speziellen Eigenschaften für Fassadenverkleidungen verwendet.

Wood Plastic Composites (WPC) entstehen aus der Verbindung von Holzfasern bzw. Holzpartikeln mit einer Kunststoffmatrix (z.B. Thermoplaste) und werden im Extrusions- oder Spritzgussverfahren hergestellt. Sie zeichnen sich durch eine besonders hohe Formenvielfalt und Dauerhaftigkeit aus und sind daher für bewitterte Flächen (wie Fassaden, Terrassenböden und Zäune) sehr gut geeigne

Logistikzentrum Tschabrun, Rankweil

Sortierrichtlinien

Sie sind ein wesentlicher Bestandteil der Qualitätssicherung auch von Fassadenholz. Möglichkeiten der Sortierung sind z.B.:

  • normative Mindestanforderungen: Profilbretter für den Einsatz im Wand- und Deckenbereich unterliegen seit Juni 2008 der verpflichteten CE-Kennzeichnung nach EN 14915. Produkte, die dieser Norm entsprechen sind am CE-Logo erkennbar. Die Anforderungen an Herstell- und Dimensionstoleranzen, an Sortierrichtlinien sowie an die Holzfeuchte sind im Rahmen dieser CE-Kennzeichnung entlang bestimmter Produktnormen geregelt. Alle Produktnormen bieten die Möglichkeit, die Sortierung nach Klasse A, Klasse B oder als sogenannte „Freie Klasse“ zu vereinbaren.
  • Sortierung gemäß Sortierrichtlinie des VEH: Der Verbund der österreichischen Hobelindustrie (VEH) definiert in seinen Güterichtlinien für gehobelte Profile exakte Sortierbestimmungen für unterschiedliche heimische Nadelholzarten. Bei Hobelwaren für den Einsatz in der Fassade ist, sofern nichts anderes vereinbart, die Sortierung VEH AB als Standard am Markt angesehen. Höherwertige Sortierungen sind VEH Top und VEH A, welche insbesondere für beschichtete Fassaden zu empfehlen sind.

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