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Konstruktion, Wärme- und Feuchteschutz

UnterkonstruktionDie Unterkonstruktion stellt die dauerhafte Verbindung der Fassade zum Wandbildner dar. Sie besteht in der Regel aus Holz. Unebenheiten der Wand müssen durch die Unterkonstruktion bzw. ihre Befestigung ausgeglichen werden. Fallweise trägt sie auch eine zusätzlich angebrachte Wärmedämmschicht. 

Die Unterkonstruktion besteht je nach Ausführungsvariante entweder aus einer senkrecht oder waagrecht verlaufenden Lattungsebene oder aus zwei einander rechtwinkelig  kreuzenden Lattungen.

Die Unterkonstruktion mitsamt den erforderlichen Verbindungsmitteln ist nach statischen Gesichtspunkten zu dimensionieren. Übliche Lattendimensionen sind 24 x 48 mm oder 30 x 50 mm bei einem Achsabstand von ca. 60 cm.

Die Ausführung von Holzfassaden ist mit Hinterlüftung, mit Belüftung oder ohne Hinterlüftung (mit oder ohne stehende Luftschicht) möglich. Eine Hinterlüftung oder Belüftung hilft, eventuell entstehendes Kondensat oder von außen eingedrungene Feuchtigkeit schneller abzutrocknen.

Hinterlüftete, belüftete und nicht hinterlüftete Fassaden

Die Hinterlüftete Fassade ist als Standard zu bezeichnen. Aufgrund neuer Konstruktionen und erhöhten Anforderungen (z.B. mit Hinblick auf den Wärmeschutz) wird diese teilweise durch andere Konstruktionen ersetzt, wir z.B. belüftete und nicht hinterlüftete Fassadensysteme. 

Der Unterschied einer hinterlüfteten Fassade zur belüfteten Fassade liegt darin, dass der Hinterlüftungsspalt (der zwischen der Wärmedämmung bzw. dem Wandbildner und der Bekleidung aus Holz liegt) an der Unterseite (Zuluftöffnung), sowie an der Oberseite (Abluftöffnung) der Fassade mit der Außenluft verbunden ist. Bei der belüfteten Fassade ist lediglich die Unterseite des Luftspalts mit der Außenluft verbunden. Nicht hinterlüftete Fassaden haben weder an der Unterseite noch an der Oberseite eine Luftöffnung zur Belüftung der Rückseite.

Eine zuverlässige Hinter- bzw. Belüftung benötigt einen entsprechenden Hohlraum: So sind konstruktiv ein ausreichender Hinterlüftungs- oder Belüftungsspalt sowie entsprechende Zu- und Abluftöffnungen von mindestens 20 mm zu gewährleisten.

Bei nicht hinterlüfteten Holzfassaden ist die Holzfeuchtigkeit im allgemeinen höher als bei hinterlüfteten oder belüfteten Fassaden. Hier hat die Diffusion von Wasserdampf zusätzlich einen Einfluss auf den Feuchtehaushalt des Holzes. Bei einer Unterschreitung der Taupunkttemperatur in der Konstruktion kann es zu Feuchteansammlungen und Schäden kommen. Prinzipiell ist bei allen drei Fassadensystemen der Nachweis für die Wasserdampfdiffusion und den Kondensationsschutz nach ÖNORM B 8110-2 zu erbringen.

Beschichtung

Die Beschichtung von Holzoberflächen mit Lasuren oder Lacken hat neben Farbgebung und optischer Wirkung (siehe Holzschutz) auch die wichtige Funktion, das Holz vor Witterungseinflüssen zu schützen. Eine Beschichtung schützt das Holz vor Feuchtigkeit, UV-Licht, Bewuchs durch Mikroorganismen, aber auch vor physikalischen  Einflüssen, wie z.B. Schlagregen.

Hauptsächlich aufgrund des Feuchteschutzes haben Beschichtungen einen Einfluss auf das bauphysikalische Verhalten des gesamten Fassadensystems. Bei hinterlüfteten und belüfteten Holzfassaden wird eine Grundierung der Rückseite der Fassadenelemente empfohlen, um die Feuchteaufnahme zu reduzieren.

Befestigung

Für die Befestigung der Fassadenverkleidung sind unverzinkte Nägel gar nicht, verzinkte Nägel nur bei verdeckten Befestigungen zu verwenden. Bei sichtbarer Befestigung ist eine Verletzung der Zinkschicht fast unvermeidbar und führt in weiterer Folge zur Verfärbung des Holzes durch Korrosion oder Reaktionen mit den Holzinhaltsstoffen. Mit der Verwendung von Befestigungen aus rostfreien Legierungen kann unerwünschten Verfärbungen vorgebeugt werden.

Wohnanlage Mühlweg, Bauteil A, Wien