Die Holzforschung Austria (HFA) wurde 1953 gegründet und ist mit ca. 60 MitarbeiterInnen das größte unabhängige Forschungs- und Prüfinstitut für Holz in Österreich.
Die Aufgaben der Holzforschung Austria sind Prüfung und Überwachung sowie Forschung und Entwicklung in allen Bereichen der Holzwirtschaft von der Holzlagerung im Wald über Holzbe- und -verarbeitung, Holzprodukte und Holzwerkstoffe bis hin zu angrenzenden Fachdisziplinen. Darüber hinaus betreibt die HFA aktiven Wissenstransfer in die Branchen und versucht, ihre Position als moderner, praxisorientierter Dienstleistungsbetrieb auszubauen. Ihr Angebot richtet sich sowohl an Industrieunternehmen als auch an Klein- und Mittelbetriebe, wobei die Entwicklung von interdisziplinären Gesamtlösungen im Zentrum der jeweiligen Bemühungen steht.
Trägerorganisation der HFA ist die Österreichische Gesellschaft für Holzforschung, deren Mitglieder Unternehmen, Institutionen und Einzelpersonen aus allen Bereichen der Holzwirtschaft sind.
Finanziert wird die HFA zum größten Teil aus Einnahmen aus den Gebieten Forschung sowie Prüfung, Überwachung und Gutachten.
Die Arbeitsgebiete der HFA gliedern sich in sieben Arbeitsmodule:
Auftraggeber im Bereich von Forschung und Entwicklung sind vor allem die Holzwirtschaft, einzelne Betriebe oder Gruppen von Betrieben, Verbände für ihre Mitglieder und die öffentliche Hand. Oft dient die HFA ihren Kunden als externe Forschungs- und Entwicklungsabteilung, fächerübergreifende Themen werden interdisziplinär behandelt. Je nach Auftraggeber werden die Forschungsergebnisse entweder schnell in die Branche getragen, um die Holzwirtschaft als Ganzes zu unterstützen und ihr Know-how laufend zu aktualisieren oder, wenn es z.B. um Auftragsforschung für einzelne Unternehmen geht, streng vertraulich behandelt.
Als Teil des Regierungsvorhabens zur Steigerung der allgemeinen Forschungsquote wurde das Kompetenzzentrum für Holztechnologie 2001 im Rahmen der HFA ins Leben gerufen. Unmittelbare Ziele dieser Initiative waren die Förderung der gekoppelten Nutzung von Holz als Roh-, Werk- und Baustoff, die Stärkung der Konkurrenzfähigkeit des Werkstoffs Holz in den verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten sowie die Weiterentwicklung der F&E (Forschung und Entwicklung) Dienstleistungen zur Stärkung der Innovationskraft der Holzbranche. In sieben Impulsprojekten arbeiteten Mitarbeiter der HFA mit Partnern aus der Wirtschaft an der Entwicklung innovativer Lösungen für Längsverbindungen von Holz, Hochleistungsprofile für Fenster und Fassaden, stoffliche Nutzung von Altholz, modulare Bauelemente, Vergrauung von Holz im Außenbereich, Wood Plastic Composites und Holzpelletierung. Ein Antrag auf Bestehen des Kompetenzzentrums bis Ende 2008 wurde gestellt.
Seit 1996 ist die HFA für über 300 Prüf- und Überwachungsverfahren nach nationalen und internationalen Normen akkreditiert. Damit können Erfordernisse aus allen Bereichen der Holzwirtschaft abgedeckt werden, die Prüf- und Überwachungsberichte haben den Status öffentlich-rechtlicher gültiger Dokumente und werden als solche auch international anerkannt. Während die Prüftätigkeit in erster Linie der – oft auch freiwilligen – Qualitätssicherung dient, betrifft die Überwachungsarbeit vor allem das Bauwesen wie etwa die Fertighausindustrie, wo viele technische Aspekte von der HFA regelmäßig kontrolliert werden. Ein neues Tätigkeitsfeld im Bereich des Überwachungswesens ist das Eichwesen an der Schnittstelle von der Forst- zur Holzwirtschaft, das seit kurzem an der HFA durchgeführt wird.
Seit 2000 besteht mit der HolzCert Austria als »Schwester« der HFA eine Zertifizierungsstelle für Holzprodukte, die als unabhängige und unparteiliche Stelle die Konformität von Produkten im verpflichteten und freiwilligen Bereich bewertet. Damit können gemeinsam mit der HFA entsprechende Dienstleistungen aus einer Hand angeboten werden. Ein Zertifikat der HolzCert ist der Nachweis dafür, dass ein Produkt den spezifisch festgelegten Anforderungen entspricht und durch ein entsprechendes Konformitätszeichen oder Logo gekennzeichnet werden darf.
Die HFA bietet laufend Kurse zur Weiterbildung und Schulung vor allem des produzierenden und verarbeitenden Gewerbes an. Neben Seminaren und Tagungen aus einschlägigen Fachbereichen werden auch Exkursionen veranstaltet und enge Kooperationen mit anderen Prüfstellen eingegangen. Ein spezielles Tool des Wissensmanagements ist die Datenbank dataholz.com, ein interaktiver Bauteilkatalog, wo Konstruktionsdatenblätter, Details sowie Informationen über Holz und Holzwerkstoffe abrufbar sind. Diese Inhalte sind behördlich anerkannt und kommen vor allem dem Bedarf von ArchitektInnen und PlanerInnen entgegen. Ein Fortbildungsschwerpunkt für 2006 liegt im Bereich des Holzbaus für Haustechniker – ein Themenfeld, dessen praxisnahe Vermittlung angesichts der technischen Entwicklung, besonders im Massivholzbau, von großer Aktualität ist.
Literatur (Auswahl):
Holzforschung Austria (HFA)
Forschungsinstitut und akkreditierte Prüf- und Überwachungsstelle der Österreichischen Gesellschaft für Holzforschung
Franz Grill-Straße 7
A-1030 Wien
T +43(0)1/ 7982623-0
HFA@holzforschung.at
www.holzforschung.at
Trägerorganisation: Österreichische Gesellschaft für Holzforschung (ögh)
Präsident: DI Dr. G. Erlacher
Vizepräsident:
Dir. KommR DI H. Neuner
Geschäftsführer:
DI Dr. M. Brandstätter
Holzforschung Austria
Institutsvorstand:
Univ.-Prof. DI W. Winter
Institutsleiter:
DI Dr. M. Brandstätter
HolzCert Austria
Leiter: DI S. Czamutzian