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Auf die Konstruktion kommt es an

Beläge aus Holz im Außenbereich, sei es auf Terrassen und Balkonen, sei es in anderen Bereichen der Landschaftsgestaltung, erfreuen sich seit Jahren zunehmender Beliebtheit. Die Nutzungsmöglichkeiten reichen vom robusten Bohlenbelag auf Brücken über Boots- und Badestege bis hin zu Terrassenbelägen mit sehr hohen Anforderungen an Ästhetik und Ausführungsqualität. Neben den privat und gewerblich genutzten Bereichen nimmt auch im öffentlichen Bereich die Bedeutung stetig zu, wobei hier Sicherheitsaspekte eine besondere Rolle spielen. Hinsichtlich der Gestaltung hat der Nutzer die Wahl zwischen zahlreichen Holzarten, Oberflächenstrukturen, Beschichtungen, Brettbreiten, Sortierungen und Verlegearten – für jeden Geschmack kann die passende Lösung angeboten werden. Holz schafft spielend den Spagat zwischen allen Stilen – von gediegen⁄ traditionell bis avantgardistisch⁄ modern. 

Für Planung und Ausführung steht eine sorgfältige technische Detailbetrachtung unter Berücksichtigung des konstruktiven Holzschutzes an oberster Stelle. Materialien, Holzdimensionen, Befestigungsarten sowie Ausführungsdetails sind dem Anwendungsfall entsprechend zu wählen. Vorauszuschicken ist jedenfalls, dass eine Terrasse nicht mit einem Wohnraum im Innenbereich gleichzusetzen ist und die Ansprüche an die Ästhetik nicht übertragen werden können. Horizontale Holzbeläge im frei bewitterten Außenbereich sind einer extremen Beanspruchung ausgesetzt – schon allein aufgrund dieser Tatsache sind Veränderungen wie Verfärbungen, Riss- und Schieferbildung oder Verformungen bis zu einem gewissen Grad unvermeidlich. Selbst bei Einsatz derselben Holzart kann die gleiche Optik und Haptik innen und außen über einen längeren Zeitraum weder gefordert noch erwartet werden.

Die Grundregeln der richtigen Ausführung von Holzterrassen

  • Holz-auf-Holz-Kontaktflächen auf maximal Breite ≤ 50 mm und Länge ≤ 150 mm begrenzen
  • Zur optimalen Durchlüftung ausreichenden Abstand zum Untergrund ≥ 150 mm vorsehen
  • Belagsbrettdimensionen: Breite ≤ 120 mm empfohlen (bis 146 mm gebräuchlich), Dicke ≥ 24 mm bei Nadelholz, ≥ 20 mm bei Laubholz
  • Rift-⁄ Halbriftbretter (Bretter mit stehenden Jahrringen) haben günstigere Eigenschaften als Fladerbretter (Bretter mit liegenden Jahrringen), sind jedoch mit deutlichen Mehrkosten verbunden
  • Holz mit Markröhre (Kernbretter) und Splint vermeiden
  • Glatte Oberflächen haben günstigere Eigenschaften als geriffelte
  • Fugenbreite mindestens 7 mm bzw. 6 % der Brettbreite
  • Abstand zu umgebenden Bauteilen mindestens 20 mm
  • Lagesicherung der Belagsbretter in Quer- und Längsrichtung erforderlich
  • Schraubendurchmesser: bei Terrassen mit üblicher Nutzung ≥ 5 mm, bei Terrassen mit erhöhter Beanspruchung ≥ 6 mm
  • Befestigungssysteme (z. B. Klammern, Krallen etc.) benötigen einen Eignungsnachweis
  • Ist eine Oberflächenbeschichtung gewünscht, dann vorzugsweise eine „nicht-filmbildende“ Beschichtung (Imprägnierlasur, Dünnschichtlasur oder Öl) aufbringen sowie eine regelmäßige Wartung sicherstellen
  • Wartung und Reinigung sind in jedem Fall notwendig

Fugenausbildung

Hohe Aufmerksamkeit gilt der Fugenausbildung zwischen Belagsbrettern, wo auch Quell- und Schwindbewegungen aufgenommen werden, und beim Längsstoß sowie beim Anschluss zur Tragkonstruktion bzw. Traglattung und zu angrenzenden Bauteilen.

Bei einer Fugenbreite von ≥ 7 mm zwischen den Brettern bleiben die Fugen bei Nässe offen und Wasser und Schmutz fallen hindurch. Auch beim Längsstoß ist eine Fuge von mind. 7 mm auszuführen. Zudem darf diese nicht direkt auf einem Unterkonstruktionsholz liegen, damit der Wasserablauf nicht behindert wird.

Wird der Längsstoß der Belagsbretter stumpf und auf der Unterkonstruktion ausgeführt, kommt es zu Staunässe, die über einen längeren Zeitraum zu Fäulnisschäden führt. Wird er mit Fuge auf der Unterkonstruktion ausgeführt, kommt es zu Schmutzablagerungen in der Fuge, was ebenfalls zu Fäulnisschäden führt.

Auszug aus dem Fachbuch „Holzböden im Freien“
1. Auflage 2013, ISBN 978-3-902320-99-5
Euro 49,- , zuzüglich Versandkosten.

Zu bestellen im proHolz-Shop

Autoren

Holzforschung Austria
Claudia Koch
Peter Schober

Foto

Florian Lierzer

Passiv-Schulhaus, Schulhof am Dach

Standort

Deutsch-Wagram/A

Planung

franz zt gmbh, Wien

Ausführende Firma

Gleichweit Objekttischlerei gmbH, Hartberg

Belag

termisch behandelte Kiefer profiliert

Unterkonstruktion

stabförmige Tragbalken, Lärche

Befestigung

sichtbar geschraubt

Untergrund

Kiesbett, teilweise Stahlkonstruktion

Fertigstellung

2011