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Punkthäuser, Hamburg-Winterhude/D

Gudrun Hausegger
© spine architects

Hamburg setzt auf Holz
Auf der IBA Hamburg tritt der innovative ökologische Baustoff Holz durchaus prominent auf. Wohnbauten aus Holz findet man, unter komplett anderen Voraussetzungen entworfen, neuerdings jedoch auch in anderen Teilen der Elbstadt: Im Stadtteil Winterhude nahe dem Stadtpark setzte eine Baugemeinschaft auf den nachwachsenden Baustoff und realisierte drei viergeschossige Punkthäuser. 

Der Bau der drei Punkthäuser im Stadtteil Winterhude geht auf eine Initiative der Baugemeinschaft Plan_A zurück. Gemeinsam mit den Hamburger spine architects erarbeiteten die engagierten künftigen Bewohner flexible Raumlösungen und Nutzungskonzepte, abgestimmt auf die Bedürfnisse der 11 Familien. Neil Winstanley, Geschäftsführer von spine architects, gehört zur Baugemeinschaft und wird selbst eine Wohnung beziehen.

Neben den Kriterien der Nachhaltigkeit und Energieeffizienz, kam der Baustoff Holz dem Projekt auch in baulicher Hinsicht zugute: Der Bebauungsplan auf diesem Grundstück definierte relativ kleine Bebauungsgrenzen. Entsprechend war das Ziel, hohe energetische Qualität mit möglichst schlanken Wandquerschnitten zu erhalten. Mit Holz war das möglich.

Bemessung auf Abbrand
Als Viergeschosser werden die drei Bauten in die Gebäudeklasse 4 eingestuft. Das heißt, es galt gemäß der Brandschutzbestimmungen, die brennbaren Teile mit einer Brandkapselung zu versehen, oder sie auf Abbrand gemäß Eurocode (DIN EN 1995) zu bemessen. Um die Wände und Decken jedoch von einer Kapselung freizuhalten und die Vorzüge einer Sichtholzoptik zu ermöglichen, entschied man sich für die Bemessung auf Abbrand. Die Keller und die Treppenhauskerne sind in ihrer Funktion als Fluchttreppen in Stahlbeton ausgeführt.

Auf Wunsch: Decken und Wände in Sichtqualität
Den Außenwänden aus 12 cm starken Massivholzplatten kommt tragende und aussteifende Funktion zu. Außenseitig wird ein Wärmeverbundsystem aufgebracht. Die Innenseiten sind je nach Eigentümerwunsch entweder mit Gipskarton beplankt oder ganz einfach in Sichtholzoptik belassen. Die gleiche Alternative bot sich den Bewohnern bei den – je nach statischer Anforderung – 22 bzw. 24 cm starken Platten der Decken an. Alle nicht tragenden Innenwände sind Gipskarton-Ständerwände.

Die Geometrie des Quadrats
Als freistehende Punkthäuser der Abmessungen 11,40 x 11,40 Meter nehmen die drei Gebäude eine Sonderstellung in dem neuen Wohngebiet ein. Sie bilden mit dieser aufgelockerten Bauweise einen städtebaulichen Kontrast zur strengen Blockrandbebauung der Umgebung.

Ihr Erscheinungsbild ist einheitlich und wird in den Außenmaßen, Erkern und den zurückversetzten Lochfassaden von der Geometrie des Quadrats geprägt. Die Fassaden sind mit einem rauen, erdigen Farbton verputzt – im Sockelbereich mit einem sogenannten Glattputz und in einem etwas helleren Farbton als in den Obergeschossen. So bleibt das Quadrat als Gestaltungselement sichtbar. Die quadratischen Fenster erhalten farblich abgesetzte, umlaufende Faschen.

© spine architects

Drei Punkthäuser

Standort

Hamburg, Winderhude/D

Bauherrschaft/Auftraggeber

Baugemeinschaft Plan_A (Hamburg, D)
www.leselau.be

Architektur

SpineArchitects (Hamburg, D)
www.spine-architects.com

Tragwerksplanung

Assmann beraten und planen (Hamburg, D)
www.assmann.info

Holzbau

Terhalle Holzbau (Ahaus-Ottenstein, D)
www.terhalle.de

Brettschichtholzproduzent

Stora Enso (Bad St. Leonhard, AT)
www.storaenso.com

Gebäudedaten

  • 11 Wohnungen
  • drei viergeschossige Gebäude
    jeweils 11,40 x 11,40 x 13,80 Meter
  • Holz-Massivbauweise
  • Kellergeschosse und Treppenhauskerne aus Stahlbeton

Bauzeit

Holzbau: April 2013 bis Juni 2013
(Fertigstellung des Holz-Rohbaus eines Gebäudes innerhalb von 2,5 Wochen)
komplette Fertigstellung: September 2013

verbaute Menge Brettsperrholz

550 m3

Fertigstellung

September 2013

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