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Holz wächst und wächst und wächst

© Hertha Hurnaus
© Hertha Hurnaus

Der Wald bindet beim Wachstum Kohlendioxid und trägt so wesentlich zum Klimaschutz bei – ein wesentlicher Vorteil in Zeiten steigender CO2-Emissionen. Wird mit Holz gebaut, bleibt der Kohlenstoff langfristig gebunden und belastet die Atmosphäre nicht. Außerdem: bei der Erzeugung von Bauholz und Holzwerkstoffen wird meist viel weniger Energie benötigt als bei der Erzeugung anderer Baumaterialien – auch das verringert CO2-Emissionen und schont so die Umwelt.

Neu entdeckte Rolle als Kohlenstoffsenke

Allein im österreichischen Wald sind ca. 800 Millionen Tonnen Kohlenstoff gespeichert. Das ist 40 Mal so viel wie hierzulande jährlich an Treibhausgasen produziert werden. Und mit dem Zuwachs an Holz nimmt auch dieser Kohlenstoffvorrat zu. Da jedoch in tropischen Gebieten die Entwaldung auf ungleich größeren Flächen fortschreitet, lassen sich die globalen Treibhausgasemissionen aus fossilen Brennstoffen nur in geringem Ausmaß kompensieren. Und die zukünftige Entwicklung ist ziemlich ungewiss. Immerhin bleibt der Kohlenstoff in jenem Holz, das zwar genutzt, aber nicht verbrannt wird, gespeichert. Weshalb viel verbautes Holz ebenfalls als Kohlenstoffsenke wirkt. Wenn Holz verbrannt wird oder im Wald in Form von Forstabfällen verrottet, verhält es sich jedenfalls CO2-neutral. Das heißt, es gibt nicht mehr an die Atmosphäre ab, als ihr vorher entnommen wurde.

Holz ist der wichtigste österreichische Rohstoff

In unseren heimischen Wäldern stehen rund 1.135 Mio. Kubikmeter Holz; ca. 30,4 Mio. Vorratsfestmeter wachsen jährlich nach, davon werden rund 25,9 Mio. Vorratsfestmeter geerntet (das entspricht einer jährlichen nutzbaren Menge von 20 Mio. Erntefestmeter). Der Wald ist nicht nur »Produktionsstätte« für Holz, er sorgt ganz nebenbei für sauberes Wasser und ein ausgeglichenes Klima. Er bietet Lebensraum für eine Vielzahl von Pflanzen, Tieren und auch für den Menschen. Wald ist ein bedeutender Wasserspeicher und produziert durch die Filterwirkung des Waldbodens qualitativ hochwertiges Trinkwasser. Wald filtert Staub und Schadstoffe aus der Luft und dem Niederschlag und schützt vor Erosion, Hochwasser und Lawinen.

Wussten Sie, dass die halbe Million grüner Nadeln einer 100 Jahre alten und 30 Meter hohen Rottanne der Oberfläche von zwei Fußballfeldern entspricht, und pro Tag fast 20 Kilogramm CO2 verarbeitet? Wald spielt so eine wichtige Rolle im Sauerstoffkreislauf der Erde. Er bindet Kohlenstoff und reduziert die Belastung durch das Treibhausgas Kohlendioxyd.

Diese vielfältigen Lebensfunktionen des Ökosystems "Wald" können nur dann optimal erfüllt werden, wenn seine Entwicklung nachhaltig gefördert wird und die Eingriffe des Menschen in den Wald seinen natürlichen Entwicklungsphasen entsprechen. Diesen Weg beschreitet die österreichische Waldwirtschaft seit Jahrzehnten erfolgreich und richtungsweisend. Wer mit unserem Holz baut, investiert in einen gesunden Wald und damit in eine intakte Umwelt. Es werden keine Ressourcen vergeudet und Rohstoffe auch für kommende Generationen gesichert

Das Kyoto-Protokoll

In der Klimaschutzkonferenz in Kyoto (Japan) im Jahr 1997 wurden erstmals international rechtlich verbindliche Ziele zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen festgesetzt. Ferner wird im Kyoto-Protokoll die Berücksichtigung des Waldes als Kohlenstoffsenke und die Möglichkeit zum Emissionshandel festgeschrieben. Der Prozess zur Festlegung vieler Detailbestimmungen wurde bei der 7. Vertragsstaatenkonferenz in Marrakesch im Jahr 2001 abgeschlossen. Seither sind 177 Staaten dem Protokoll beigetreten, haben es ratifiziert oder zumindest zugestimmt.

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Weniger als ein Drittel des jährlichen Holzzuwachses in Österreich würde ausreichen, um damit alle Hochbauten eines Jahres in Holz zu errichten.

Aus dem Jahreszuwachs könnten theoretisch 18 Mio. m3 Holzbauprodukte hergestelltwerden. Jährlich werden in Österreich circa 21,5 Mio. m3 Wohngebäude und circa 12 Mio. m3 Nichtwohngebäude neu gebaut. Pro Kubikmeter umbauten Raum werden im Schnitt für Wohngebäude 0,09 m3 und für Nichtwohngebäude 0,07 m3 Holz in Form von Bauprodukten benötigt. Würde der gesamte Hochbau in Holzerrichtet werden, errechnet sich aus den entsprechenden Kennzahlen ein theoretischer Bedarf von 5,8 Mio. m3 Holzbauprodukten.

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