Inhalt

Holzarten: Ahorn

Ahorn

Birke

Birnbaum

Buche

Douglasie

Edelkastanie

Eibe

Eiche

Elsbeere

Erle

Esche

Fichte

Hainbuche

Kiefer (Föhre)

Kirschbaum

Lärche

Linde

Nussbaum

Pappel | Aspe

Platane

Robinie

Tanne

Ulme (Rüster)

Zirbe

AhornAhorn lackiert

Ahorn unlackiert, lackiert

Ahorn

Baum Ahorn

Weitere Handelsnamen Bergahorne | Spitzahorn
Englisch Maple, Sycomore
Botanischer Name Acer pseudoplatanus L.e | Acer platanoides L.
Kurzzeichen BA | SA1) (EN-Kurzzeichen: ACPS | ACPL2))

Kulturgeschichtliches

Aus Ahornholz gefertigte Löffel, Becher, Teller und Schüsseln dienten bis in die Neuzeit breiten Bevölkerungskreisen als Gefäße für Speis und Trank. Dank feiner Poren bewährten sie sich auch in hygienischer Hinsicht und der weißliche Farbton wirkte sauber. Das Drechseln, wofür sich Ahornholz ungetrocknet gut eignet, ist eine uralte mechanische Bearbeitungsweise. Allerdings haben sich wegen der Vergänglichkeit des Holzes kaum Zeugnisse erhalten. Hin und wieder begegnet es uns als Tischplatte, die vom regelmäßigen Abwischen angenehm seidig glänzt und die Geschichte ihres Gebrauchs erzählt.

Allgemeines

Von den heimischen Ahornarten sind nur Bergahorn und Spitz­ahorn für die Forst- und Holzwirtschaft von Bedeutung. Feldahorn (Acer campestre L.) spielt eine untergeordnete Rolle. Ahornbäume wachsen in ganz Österreich in Mischwäldern und auf freier Flur, wobei ein beträchtlicher Teil nicht im Ertragswald steht, wo sie bloß einen Anteil von 1 % aufweisen. Der Ahorn wächst anfangs sehr schnell. Bergahorn kann bis zu 500 Jahre alt werden, Spitzahorn erreicht das Höchstalter mit 150 Jahren. Ersterer wird meist ab 0,4 m Durchmesser genutzt, da mit zunehmender Stärke störende Verfärbungen auftreten können.

Holzcharakteristik

Makroskopisch werden Zuwachszonengrenzen oft, aber nicht immer, durch sehr schmale, scharf begrenzte dunkle Spätholzzonen hervorgehoben. Bergahorn zählt zu den hellsten heimischen Holzarten. Unter Lichteinfluss wechselt die Farbe ins Gelblichbraun. Bei alten Bäumen kann es zu farblich abgesetzter fakultativer Kernbildung kommen. Trotz fast weißer Grundfärbung können Hölzer vom gleichen Stamm einen Hell-Dunkel-Kontrast aufweisen, der infolge unterschiedlicher Reflexion von Licht entsteht und vornehmlich zwischen gestürzten Furnieren oder Hölzern zu beobachten ist. Verursacht wird dies durch eine von der Schnittebene abweichende Faserrichtung. Auf Tangentialflächen sind die rötlichen oder blassbraunen Spindeln der zahlreichen Holzstrahlen mit bloßem Auge erkennbar und beleben das Bild. Auf Radialflächen beeinflussen die Spiegel der Holzstrahlen, ähnlich jenen der Buche, aber feiner, das Holzbild. Für alle Ahornarten ist das häufige Vorkommen einer Wuchsausprägung mit wel­ligem Faserverlauf charakteristisch. Dies führt zum speziellen optischen Effekt der Riegelungstextur. Die besonders wertvolle Vogelaugentextur findet sich nur beim Zuckerahorn.

Eigenschaften

Mit 590 kg/m³ ist der Bergahorn etwas leichter als der Spitz­ahorn, der eine Darrdichte von 620 kg/m³ aufweist. Die Brinellhärte beträgt 27 bzw. 29 N/mm². Ahornholz ist schwer spaltbar, seine Bearbeitung problemlos. Alle Ahornhölzer sind gut messer- und schälbar und die Biegefähigkeit ist bei geradfaserigem Wuchs allgemein gut. Besonders Bergahorn eignet sich zum Fräsen, Drechseln, Bohren und Schnitzen. Sein Holz lässt sich gut beizen und allen sonstigen Oberflächenbehandlungsverfahren unterziehen. Bei der Trocknung ist eine längere Feuchtehaltung bei höheren Temperaturen zu vermeiden, da es zu unerwünschten Verfärbungen kommen kann. Bei zu stapelndem Schnitt­holz sollten Stapelleisten mit kleiner Auflage verwendet werden und ausreichend Zwischenraum soll eine gute Durchlüftung des Stapels sicherstellen. Ahornholz ist nicht dauerhaft (Dauerhaftigkeitsklasse 5), gut tränkbar und anfällig gegen tierische Schädlinge (Anobien).

Verwendung

Ahornholz eignet sich für dekorative Furniere, Schälfurniere (Sperrholz), für Möbel, als Fußböden (Parkett, Dielen) und für Treppenstufen. Im Musik­instrumentenbau wird es zu Holzblasinstrumenten (Blockflöte, Fagott usw.) verarbeitet und dient als Böden von Streichinstrumenten. Weitere Verwendungsgebiete sind Kinderspielzeug, Küchengeräte (Kochlöffel, Schnittbretter usw.), Schnitzholz und Bildhauerei.

Ähnliche Hölzer

Birke, Linde

Vogelaugenahorn
Vogelaugenahorn
Riegelahorn
Riegelahorn

Der Bergahorn erreicht Höhen bis 35 m, der Spitzahorn 30 m und Durchmesser bis zu 1 m. Die Rinde zeigt beim Bergahorn eine glatte Schuppenborke, beim Spitzahorn eine längsrissige mittelgrobe Borke. Die Ahornarten haben handförmig gelappte Blätter, beim Bergahorn sind sie am Rand grobgesägt, der Spitzahorn hat nur einzelne Blattzähne und ist sonst ganzrandig. Die zweiflügeligen Früchte sind als „Nasenzwicker“ oder „Propeller“ schon den Kindern bekannt.

Blatt und Fruch Ahorn