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Holzarten: Buche

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RotbucheRotbuche

Rotbuche gedämpft unlackiert, lackiert

Buche

Baum BucheWeiterer Handelsname Rotbuche
Englisch Beech
Botanischer Name Fagus sylvatica L.
Kurzzeichen BU1) (EN-Kurzzeichen: FASY2))

Kulturgeschichtliches

In Mangelzeiten wurde noch im 20. Jahrhundert Speiseöl aus den Bucheckern gepresst. Wegen des hohen Heizwerts und des Bedarfs an (Pott-)Asche zur Herstellung von Waschlauge gehörten früher Buchenscheiter klafterweise zum Grundbedarf eines Haushalts. In Stabdimension ist Buchenholz unter Dampf leicht zu biegen und behält die neue Form, was Michael Thonet den Welterfolg mit Millionen billiger und dennoch langlebiger Bugholzsessel ermöglichte. Aber auch ungebogen wird Buchenholz für preisgünstige Möbel gern genutzt; beispielhaft ist der robuste Stadthallensessel von Roland Rainer.

Allgemeines

Die Rotbuche ist mit einem Anteil von 9 % am Ertragswald nicht nur der häufigste Laubbaum in Österreich, sondern auch eines unserer bedeutendsten Nutzhölzer. Ohne den steuernden Einfluss forstlicher Bewirtschaftung wäre sie wesentlich verbreiteter und hätte einen größeren Anteil in heimischen Waldflächen. Sie wird deshalb gern als „Mutter“ des Waldes bezeichnet. Freistehend bilden Buchen eine weit ausladende Krone, die sich im Waldbestand selten entfalten kann. Buchen werden bis zu 300 Jahre alt, die wertvollen Stämme werden nach 100 bis 140 Jahren geerntet.

Holzcharakteristik

Das helle, fast weißliche Buchenholz erhält durch Dämpfung beziehungsweise Trocknung die bekannte, rötliche Farbe. Unter Lichteinwirkung wechselt der Farbton in fahlgelb. Immer häufiger wird von Buchen ein fakultativer, rotbrauner Kern ausgebildet, der wolkig abgesetzt oder unregelmäßig sternförmig als sogenannter Spritzkern ausgebildet ist. Das früher als typisch zerstreutporig beschriebene Holz wird nun von einigen Fachleuten als halbringporig beschrieben, da die Poren im Spätholzbereich weniger zahlreich und etwas kleiner sind. Die Holzstrahlen sind in allen Schnittrichtungen deutlich sichtbar und prägen vor allem im Tangetialschnitt das Holzbild, wo sie als feine, mehrere Millimeter hohe Spindeln auftreten.

Eigenschaften

Die Buche ist ein schweres (Darrdichte 680 kg/m³) und hartes Holz (Brinellhärte 34 N/mm²), das leider sehr hohe Schwindwerte aufweist. Die geringe Formstabilität bei wechselnder Feuchte muss vor allem bei größeren Querschnitten berücksichtigt werden. Das Holz ist leicht und sauber zu bearbeiten und dank seiner gleichmäßigen Struktur besonders gut zu fräsen, drechseln und schnitzen. Nach entsprechender Vorbehandlung durch Dämpfen ist das Holz sehr gut messer- und schälbar. Gedämpftes Holz lässt sich zudem sehr gut biegen. Beim Trocknen neigt das stark schwindende Holz zu Verwerfungen und Rissbildungen. Daher müssen Stapelung und Trocknungsführung sehr sorgfältig erfolgen. Die dichte homogene Oberfläche erfordert bei der Behandlung eine ausreichende Fließfähigkeit der verwendeten Mittel. Buchenholz lässt sich sehr gut beizen und kann damit an nahezu jeden Farbton angepasst werden. Das Holz ist nicht dauerhaft (Dauerhaftigkeitsklasse 5) und gut tränkbar (bei Rotkern jedoch sehr schwer tränkbar).

Verwendung

Rotbuchenholz wird vielseitig im Möbel- und Innenausbau eingesetzt: z.B. Sitzmöbel (besonders als Bugholz), weiters für Furniere und Sperrholz (besonders auch als Formsperrholz), Treppen und Parkett (Stab-, Fertig- und Mosaikparkett). Weitere Verwendungsgebiete sind Spielwaren, Küchengeräte, Bürsten und Werkzeugteile sowie Verpackungen wie Obststeigen etc. Mit Teeröl imprägniert wird es immer noch für Eisenbahnschwellen verwendet. Außerdem wird Buchenholz für die Erzeugung von (Chemie-)Zellstoff (im Viskose- bzw. Lyocellprozess werden daraus Textilfasern produziert) sowie für die Herstellung von verschiedenen Holzwerkstoffplatten verwendet. Weiters ist Buche ein beliebtes Brennholz und Ausgangsmaterial für die Erzeugung von Holzkohle.

Rotbuche

Rotbuche

Rotbuche mit Rotkern

Rotbuche mit Rotkern

Im geschlossenen Bestand mit hoch angesetzter Krone bis zu 35 m hoch. Auf der glatten, hellgrauen Rinde sind die Narben der abgestorbenen Äste besonders markant. Wegen ihrer Ähnlichkeit mit einem herabhängenden Schnurrbart werden sie Chinesenbärte genannt. Die dunkelgrünen Blätter sind oval und ganzrandig. Die Bucheckern sitzen in einem braunen, mit weichen Stacheln besetzten Fruchtbecher.

Blatt Frucht