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Merkmale des Holzes

Sie sind keine Fehler sondern Bestandteile des Organismus Baum

Merkmale, keine »Fehler«

Äste oder Verwundungen, die sich im Holz abzeichnen, sind auffällige Merkmale des Holzes. Sie werden leider noch immer von vielen – selbst Holzfachleuten – als Fehler bezeichnet und sind doch eigentlich wesentlicher Bestandteil des Organismus Baum, dem wir diesen Werkstoff verdanken. Da Äste quer oder schräg aus dem Stamm herauswachsen, sind ihre Spuren je nach dem Schnittbild rund, oval oder auch längsgerichtet sichtbar. Dabei unterscheidet man zwischen Durchfallästen, das sind abgestorbene Äste, die vom Baum überwachsen wurden und aus einem Brett herausfallen können, weil sie mit dem Holz nicht verbunden sind, und Ästen, die noch fest mit der Baumstruktur verwachsen sind.

Eine weitere, manchmal auffallende Erscheinung sind bei Nadelhölzern besonders dunkle, rötliche Jahrringe, die von Nadelbäumen auf einer Seite des Stammes als Reaktion auf besonders starke einseitige Belastungen (Wind, Schnee, Hangneigung) gebildet werden. Dieses vor allem auf Druck belastbare Reaktionsholz wird auch Buchs(holz) genannt.

Kernhölzer

Alle Nadelbäume und die meisten Laubbäume lösen ab einem Alter von 20 bis 30 Jahren den inneren Teil des Stammes aus dem Wassertransport heraus und nutzen ihn nur mehr zur Festigung, das heißt nur noch als tragender Teil für die Krone. Bei einigen wird, damit diese Aufgabe möglichst effizient und dauerhaft erfüllt werden kann, der Kern durch die Einlagerung von Farb- und Gerbstoffen konserviert. Solche Hölzer nennt man Kernhölzer. Da die verschiedenen Baumarten unterschiedliche Stoffe einlagern, entsteht das bekannte Farbspektrum des Holzes. Der Bereich des Stamms, dessen Funktion der Wassertransport ist, wird Splint genannt. Hier bleibt das Holz hell und enthält zu einem bestimmten Anteil noch lebende Zellen.