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Holzarten: Robinie

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RobinieRobinie lackiert

Robinie unlackiert, lackiert

Robinie

Baum RobinieWeiterer Handelsname (Falsche) Akazie
Englisch Black locust
Botanischer Name Robinia pseudoacacia L.
Kurzzeichen RO1) (EN-Kurzzeichen: ROPS2))

Kulturgeschichtliches

Auch wenn ihre Samen bereits 1601 nach Europa gelangten, wird die Robinie erst ab 1800 als Nutzholzbaum wahrgenommen, obwohl die kurze Umschlagszeit forstwirtschaftlich interessant gewesen wäre. Bezüglich Einführungszeit ist sie daher durchaus Erdapfel und Paradeiser vergleichbar. Seither war die Zeit zu knapp, als dass sich Wissen und Erfahrung über das technisch äußerst leistungsfähige Holz vor der industriellen Revolution noch hätte ausbreiten können. Unter Gestaltern gilt das lebendig grünbraune Holz daher noch immer als Geheimtipp. In Südosteuropa dienen Fässer aus Robinienholz der Lagerung von Edelbränden und in Modena spielen sie eine wichtige Rolle bei der Erzeugung von „Aceto balsamico tradizionale“.

Allgemeines

Die Robinie, oft fälschlich Akazie genannt, stammt aus Nordamerika. Vor etwa 400 Jahren vom königlichen Hofgärtner Vespasien Robin in Frankreich kultiviert, ist sie heute in ganz Europa verbreitet – vielerorts allerdings nur als Park- oder Alleebaum. In Österreich ist ihr Anteil am Ertragswald mit 0,2 % gering. Robinien wachsen anfangs sehr schnell und haben bereits im Alter von 40 bis 50 Jahren nutzholztaugliche Dimensionen. Sie werden meist nicht älter als 100 bis 200 Jahre.

Holzcharakteristik

Die Farbe des Robinienholzes variiert stark und wird manchmal durch Dämpfen ausgeglichen, dabei erhält das Holz einen dunkelbraunen Farbton. Die großen ringförmig angeordneten Frühholzporen sind beidseitig in helles Axialparenchym eingebettet und ergeben einen ausgeprägten Frühholzring. Auch die Spätholzgefäße sind von Parenchym(zellen) umgeben und zeigen kurze, helle, tangentiale Bänder. Die intensive Verthyllung der Poren verstärkt dies.

Eigenschaften

Robinienholz gehört zu den schwersten (Darrdichte 730 kg/m³) und ist das härteste (Brinellhärte 48 N/mm²) der heimischen Holzarten. Es ist zäh, biegsam, elastisch und in vielen technischen Eigenschaften selbst dem Eichenholz überlegen. Robinie ist schwierig zu trocknen. Das Holz neigt, bedingt durch Faserabweichungen und Wuchsspannungen, zum Werfen und Reißen. Durch eine der technischen Trocknung vorhergehende Freilufttrocknung sowie durch das Abdichten der Hirnenden lassen sich jedoch gute Trocknungsergebnisse erzielen. Wegen der starken Verthyllung ist die Verleimung schwierig. Das schwere und harte Holz lässt sich bei Geradfaserigkeit mit allen Hand- und Maschinenwerkzeugen gut bearbeiten; beim Nageln und Schrauben sollte vorgebohrt werden. Gegen das Einatmen von Holzstaub sind Schutzmaßnahmen angezeigt. Die Verwendung von Lacken, Beizen, Flüssigwachsen und Mattierungen auf Robinie ist im Innenbereich problemlos. Neben seinem Aussehen wird Robinienholz vor allem wegen seiner hohen Dauerhaftigkeit (Klasse 1 oder 2) geschätzt. Drehwuchs bedingte Formänderungen können bei Außenbauten allerdings zu Problemen führen. Die Imprägnierbarkeit des Kernholzes ist aufgrund der Verthyllung sehr schlecht.

Verwendung

Robinienholz ist besonders geeignet im Außenbau mit Erdkontakt. In Österreich haben Rebpfähle aus Robinie lange Tradition. Anwendungen im Innenbereich sind Parkett, Fenster, Haustüren sowie verleimte Kanteln für den Wintergartenbau. Weitere Verwendungen sind Fässer sowie Brennholz von hohem Heizwert.

Ahnliche Hölzer

Ulme

Robinie gedämpft

Robinie gedämpft

Der Baum wird bis 25 m hoch, die Krone ist locker und unregelmäßig. Die Rinde trägt schon frühzeitig eine tief längsrissige und netzartige graubraune Borke. Die Blätter sind unpaarig gefiedert mit kleinen, eirunden und ganzrandigen Fiederblättchen. Die jungen Zweige tragen Dornen. In den hängenden ledrigen Fruchthülsen sitzen jeweils 4 bis 10 kleine, harte Samen.

Blatt Frucht