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Holzbauweisen - Stand der Technik

Haus Lanzinger
Haus Lanzinger, Brixlegg/Tirol 2002; Planung: Antonius Lanzinger

Holz zeichnet sich besonders durch hohe Festigkeit und Tragkraft bei vergleichsweise geringem Eigengewicht aus. Im Wesentlichen unterscheidet man im Holzbau zwei Richtungen: die stabförmige Bauweise, bei der mit vertikalen, horizontalen und diagonalen »Stäben« ein konstruktives System geschaffen wird, das dann beplankt bzw. ausgefacht wird, und die plattenförmige Bauweise, bei der Holz flächig als tragende Decke, Boden und Wand zum Einsatz kommt. Erstere beinhaltet die Rahmenkonstruktion und die Skelettkonstruktion, zweitere die Massivholzkonstruktion. Alle diese Konstruktionsarten, mit Ausnahme der Block- und der Rippenbauweise, erlauben einen hohen Vorfertigungsgrad, welcher die schnelle, weitgehend trockene und unkomplizierte Errichtung eines Gebäudes ermöglicht. Im Vergleich zu Häusern aus Ziegel oder Beton sind Holzhäuser leicht und verbrauchen aufgrund geringerer Wandstärken weniger Grundfläche. Die für den Holzbau charakteristische Trockenbauweise vereinfacht nachträgliche Adaptionen an bestehenden Gebäuden. Besonders geeignet sind Holzkonstruktionen aus diesen Gründen auch für Aufstockungen oder Zubauten sowie für Sanierungen. Im Holzbau stehen traditionelle Verarbeitungsmethoden ebenso zur Verfügung wie modernste Technologien. Zahlreiche österreichische Firmen und Institutionen investieren in die Erforschung und Weiterentwicklung neuer Fertigungs- und Verarbeitungsmethoden. Innovative Holzwerkstoffe bzw. Holzverbundwerkstoffe erweitern die Palette möglicher Holzanwendungen in allen Bereichen des Bauwesens.

Vorfertigung im Holzbau am Beispiel Hotel Post, Bezau/A

Hotel Post - © Igancio Martinez
Hotel Post - © Igancio Martinez

An das bestehende Hotel Post wurden in nur zwei Tagen 10 vorgefertigte Raumzellen für 20 Betten zweigeschossig hochgezogen.

Holzrahmenbauweise

Die Konstruktion bei der Rahmenbauweise besteht aus schlanken, aus Voll- oder Brettschichtholz zusammengesetzten Rahmen. Diese werden beidseitig meist mit Holzwerkstoffplatten (Spanplatten, OSB-Platten o.ä.) oder Gipsplatten beplankt, welche die Konstruktion auch aussteifen. Die Rahmenbauweise erfordert aufgrund der kleinen Holzquerschnitte geringere Stützenabstände. Die Lastabtragung erfolgt über Rahmentragwerk und Beplankung. Wandaufbauten können relativ dünn gehalten werden, da die Wärmedämmung in einer Ebene mit der Tragkonstruktion liegt.

Massivholzbauweise

Im Gegensatz zur ursprünglichen Blockbauweise, bei der starke Holzbohlen meist horizontal so übereinandergelegt werden, dass das bekannte Bild des sich überschneidenden Eckverbundes entsteht, zeichnet sich die moderne Massivholzbauweise durch die Verwendung großformatiger, plattenförmiger Vollholzelemente aus. Im Bereich von Wänden und Decken werden dafür vor allem Brettsperrholztafeln (kreuzweise übereinander verleimte oder gedübelte Bretter) verwendet, die lastabtragend sind und vor allem im mehrgeschossigen Holzbau eine immer wichtigere Rolle spielen. Bei Decken kommen weiters Brettstapelelemente (hochkant dicht an dicht stehende Bretter, die miteinander vernagelt, verleimt oder verdübelt sind) zum Einsatz. Die Vorteile der Massivbauweise liegen vor allem in der hohen Sichtqualität der Oberflächen, im guten Brandwiderstand und in der Homogenität der Wand- bzw. Deckenaufbauten.

Holzskelettbauweise

Bei der Skelettbauweise wird eine stabförmige Tragkonstruktion unter Verwendung nichttragender, raumabschließender Elemente errichtet, wodurch eine große Variabilität in der Grundriss- und Fassadengestaltung möglich ist. Lasten werden über Tragstützen aus Voll- oder Brettschichtholz abgeleitet, die Gebäudeaussteifung erfolgt über einzelne diagonale Streben in der Tragwerksebene oder durch die nichttragenden Wände, die – ebenso wie die Geschossdecken – vom Holzskelett konstruktiv unabhängig sind. Zwischen Tragstruktur und Wärmedämmung gibt es eine deutliche Trennung. Die bekannteste historische Form der Skelettbauweise ist das Fachwerkhaus und obwohl der moderne Skelettbau den heutigen Anforderungen an Wirtschaftlichkeit und Gestaltungsfreiheit absolut entspricht, kommen nach wie vor auch klassische Holzverbindungen zum Einsatz.

Zubau Haus Merli
Zubau Haus Merli, Riegersburg/Steiermark 2004, Planung: Stefan Tenhalter
Einfamilienhaus Walch

Einfamilienhaus Walch
Einfamilienhaus Walch, Ruggel/Liechtenstein 2003; Planung: Hartl Architekten mit Architekt Hubert Leitgeb
Holzbau

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