Wohnen mit Holz – zeitlos schön
Holz gehört zu den ältesten Baustoffen überhaupt und es war lange Zeit die einfachste, günstigste und am weitesten verbreitete Methode, ein Wohn- oder Nutzgebäude aus diesem universellen Material zu errichten.
Will man heute ein Haus aus Holz bauen, so gilt es nicht nur, die gültigen Vorschriften einzuhalten, um den modernen Bau- und Sicherheitsanforderungen gerecht zu werden, sondern auch, sich mit einer großen technischen und gestalterischen Vielfalt auseinanderzusetzen, die in den letzten Jahren entstanden ist.
Diese Vielfalt mag auf den ersten Blick schwer überschaubar scheinen, ist aber Ausdruck der Bandbreite an Möglichkeiten, die Holz bietet und wodurch eine individuell auf die Bedürfnisse der Bauherren zugeschnittene Planung und Umsetzung durchführbar wird.
Allen Arten von Holzbauten gemeinsam ist der hohe Vorfertigungsgrad, der mit dieser Bauweise zu erzielen ist. Ganze Bauteile können bereits im Werk unter gleichmäßigen, witterungsunabhängigen und kontrollierten Bedingungen vorgefertigt und dann schnell und präzise auf der Baustelle eingebaut werden. Aus diesem Grund bestehen auch Fertighäuser im Allgemeinen aus Holzkonstruktionen. Zugleich gewährleistet der Holzbau schnelles, trockenes, leichtes und platzsparendes Bauen. Fundamente können aufgrund des niedrigeren Gewichts der Holzbauweise kleiner dimensioniert werden als bei Ziegel- oder Betonmassivbauweise, die Wanddicken sind bei gleicher bauphysikalischer Leistung generell geringer und es gibt keine langen Austrocknungszeiten; ein Holzhaus kann ohne Gefahr von Feuchtigkeits- oder gar Schimmelbildung sofort nach seiner Fertigstellung bezogen werden. Die Angst der Menschen vor Bränden in Holzhäusern ist tief verwurzelt und war einst berechtigt. Inzwischen haben sich Gesetzgebung, Lebens- und Bauweise geändert und man tut dem Material unrecht, wenn man glaubt, das Leben in einem Holzhaus sei ein Risiko. Dasselbe gilt für die Dauerhaftigkeit und Standfestigkeit von Gebäuden in Holzbauweise, vorausgesetzt – und das trifft in gleichem Maß auf alle Baustoffe zu –, dass Planung und Ausführung korrekt und gesetzeskonform erfolgen.
Nicht zuletzt ist das Bauen mit Holz ein aktiver Beitrag zu Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Holz bindet CO2 aus der Atmosphäre, ist eine reichlich vorhandene, nachwachsende Ressource, die in heimischen, oft klein strukturierten, aber hoch spezialisierten, regionalen Betrieben verarbeitet wird, und kann vollständig recycelt bzw. entsorgt werden.
Dieses Heft richtet sich in erster Linie an Bauherren, aber auch an öffentliche Stellen und PlanerInnen, bietet einen Überblick über Konstruktionsarten, bauphysikalische Eigenschaften, Sicherheit, ökonomische, ökologische und humanbiologische Vorteile von Holzbauten und zeigt anhand vieler Beispiele den gestalterischen Reichtum, der mit Holz erzielt werden kann.
energiesparend Alles, was die Natur braucht, um Holz zu produzieren, ist Sonne, Erde, Luft und Wasser. Bei anderen Baustoffen gibt es bei Herstellung, Verarbeitung und Transport enormen Energieaufwand. Holz dagegen wächst vor unserer Tür.
Passivhaustechnologie? Der Begriff Passivhaus bezeichnet einen Gebäudestandard, bei dem mit weniger als 15 kWh/m² Jahresheizwärmebedarf kaum noch Heizenergie benötigt wird. Durch extreme Wärmedämmung der Außenbauteile, Wärmerückgewinnung und Vorwärmung der Frischluft kann auf ein konventionelles Heizsystem verzichtet werden. Der Restwärmebedarf wird durch interne Wärmegewinnung, Solarenergienutzung und regenerative Energie gedeckt, die Heiz- kostenersparnis beträgt ca. 80%. www.igpassivhaus.at
PEFC – Nachhaltigkeitszertifikat? PEFC ist die weltweite Kennzeichnung für Holz, Holzprodukte und Papier aus ökologisch, ökonomisch und sozial nachaltiger Waldwirtschaft und eine gemeinsame Initiative von Familienforstwirtschaft, Holzverarbeitung, Umweltgruppen, Handel und Gewerkschaften. Mit dem Kauf eines PEFC- gekennzeichneten Produkts wird die Förderung umweltgerechter Waldbewirtschaftung sichergestellt.
Infos: www.pefc.at und
www.pefc-einkaufsratgeber.at

Einfamilienhaus Wilhelm,
Planung: Johannes Kaufmann

Ferienhaus »Max 35«; Planung: DREER2,
Andreas und Michaela Dreer


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RONDO SPEZIAL
»Holzbau auf der Überholspur«
Ein Rondo-Spezial über die Holzarchitektur in Österreich erstellt in Zusammenarbeit zwischen proHolz Austria und Der Standard, November 2002. Zu bestellen im proHolz-Shop.


