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Italienische Wohnbau-Experten in Wien

Meldung erstellt am 21.10.2010
Vizebürgermeister Michael Ludwig; Pietro Novelli, Delegierter für Nachhaltige Entwicklung der Region Toskana; Claudio Fantoni, Wohnbaustadtrat Florenz; Venanzio Gizzi, Generaldirektor Federcasa, Dachverband der öffentlichen Wohnbauträger

Pionierprojekte im mehrgeschossigen Wohnbau fanden bei den 20 hochrangigen Entscheidungsträgern großes Interesse.

Die rund 20 Experten aus dem Bereich des sozialen Wohnbaus stammen aus verschiedenen italienischen Regionen und verbrachten Ende Oktober einige Tage in Wien.

Unter den Teilnehmern waren Claudio Fantoni (Wohnbaustadtrat von Florenz), Venanzio Gizzi (Generaldirektor von Federcasa, dem italienischen Dachverband der öffentlich rechtlichen Wohnbauträger in Rom) sowie zahlreiche Entscheidungsträger aus den Regionen Trient, Emilia Romagna, Toskana, Veneto, Lombardei und Friaul. 

Die Studienreise wurde von der Außenhandelsstelle Mailand, proHolz Austria und dem italienischen Verband Assolegno/Federlegno Arredo organisiert und durch Mittel der AWO-go international gefördert.

Gezeigt wurden die Pionierprojekte im mehrgeschossigen Holzwohnbau in Wien (Spöttelgasse und Mühlweg): Außerdem gab es technische Informationen zu den Themen Brand und Schall sowie über Baukosten.

Im Wiener Rathaus wurde die Delegation von Vizebürgermeister und Wohnbaustadtrat Michael Ludwig empfangen. Dabei wurde das in Europa einzigartige »Wiener Modell« im Wohnbau vorgestellt und diskutiert. Die Gemeinde Wien verwaltet rund 220.000 Wohnungen, das ist ein Viertel aller Wiener Wohnungen. Herzstück des sozialen Wohnbaus ist der Wohnfonds Wien, der sich in der Hand der Gemeinde befindet. Mit Hilfe des Wohnfonds und der Flächenwidmung werden Grundstücke für den sozialen Wohnbau gesichert und eine Preisobergrenze eingezogen (dzt. 220 Euro pro m²). Über den Wohnfonds werden Bauträgerwettbewerbe ausgeschrieben, wobei der Bauträger verpflichtet ist, 50 % der Wohnungen der Gemeinde Wien wieder zur Verfügung zu stellen.
In Wien wird die Zahl der Wohnungen, die sozialen oder gemeinnützigen Zwecken dienen, auf 500.000 geschätzt; in ganz Österreich sind es rund 800.000 Wohnungen. Im Vergleich dazu sind in Italien insgesamt 900.000 Wohnungen in der Hand öffentlicher Wohnbauträger, obwohl die Einwohnerzahl etwa sieben Mal höher ist als in Österreich. Ein Modell wie jenes in Wien gibt es nicht. 

Ludwig bekräftigte die Zielsetzung der Gemeinde Wien, attraktiven leistbaren Wohnbau zu betreiben. Ein Wettbewerb in Rahmen des Projektes der »Seestadt Aspern« sieht vor, dass die unterschiedlichen Materialien, also auch Holz, nebeneinander im Wohnbau zum Einsatz kommen. Dabei sollen Erfahrungen gesammelt werden, welche Materialen bei den Bewohnern besonders geschätzt werden.

Die Delegation zeigte sich beeindruckt von der Qualität des Wohnbaus in Wien und den Möglichkeiten, die der moderne Holzbau bieten kann. Es wurde mit Erstaunen wahrgenommen, dass die Politik in Wien hinter dem Holzbau steht und diesen befürwortet.

Erste Seminare und Kurse für die Techniker des Wohnbau
In einer Kooperation mit dem Dachverband Federcasa werden eintägige Workshops für  die Techniker und Entscheidungsträger von promo_legno in Italien angeboten werden. Dadurch soll der Zugang zum Holz im Wohnbau erleichtert werden.

Vizebürgermeister Michael Ludwig; Pietro Novelli Delegierter für nachhaltige Entwicklung der Regiona Toskana; Georg Binder, GF proHolz Austria; Claudio Fantoni, Wohnbaustadtrat Florenz; Wolfgang Winter, Prof ITI TU-Wien

italienische Delegation vor dem Mehrgeschosser am Mühlweg


Kontaktadresse:

Sieglinde Weger
proHolz Austria
Am Heumarkt 12
1030 Wien
T +43 (0)1/712 04 74 - 13
weger@proholz.at
www.proholz.at