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leanWOOD: Eine neue Planungskultur im Holzbau - Forschungsbericht

Meldung erstellt am 26.04.2018

Das internationale Forschungsprojekt leanWOOD unter Koordination der Professur Entwerfen und Holzbau von Prof. Hermann Kaufmann an der Technischen Universität München setzte sich mit optimierten Planungsprozessen für Gebäude in vorgefertigter Holzbauweise auseinander. Der frei zum Download verfügbare Endbericht zeigt, wie neue Organisations- und Prozessmodelle aussehen können.

Der moderne Holzbau zeichnet sich durch die Produktion von Bauelementen in der Werkstatt mit hohem Vorfertigungsgrad aus. Die Vorfertigung ist eine Prämisse der Wirtschaftlichkeit sowie der Qualitätssteigerung, erfordert aber eine vertiefte Planung, die die Fertigung der Bauelemente, deren Transportlogistik und die Montage berücksichtigt.

Rechtzeitige Einbindung der Holzbaukompetenz in den Planungsprozess
Die traditionellen Bauweisen, die sich vor allem auf die Vor-Ort-Produktion konzentrieren, haben seit Jahrzehnten den Rahmen der Organisation des Projektablaufs und der Gesetzgebung geprägt. Für einen störungsfreien Planungs- und Bauablauf beim vorgefertigten Holzbau ist die heute übliche Projektorganisation mit den separierten Einzelschritten Planung, Ausschreibung, Produktion und Montage eine große Erschwernis, da in der Regel die notwendige Holzbaukompetenz zu spät in den Planungsprozess eingebunden wird und somit meist entscheidendes Wissen für eine holzbaugerechte Ausführungsplanung fehlt.

Aufgrund der Komplexität und der vielfältigen Anforderungen stellt der Holzbau die meisten Architekten und Ingenieure, vor allem beim mehrgeschossigen Bauen, vor große Herausforderungen. Das Planungsteam ist daher auf die frühe Einbindung von Holzbauspezialisten angewiesen.

Lean Management für das Bauwesen
Erklärtes Ziel des Forschungsprojekts leanWOOD ist daher die Entwicklung von neuen Organisations- und Prozessmodellen für den vorgefertigten Holzbau vor dem Hintergrund innovativer Planungsprozesse und Kooperationsmodelle. "lean" zielt dabei auf die "schlanke" Abwicklung von Prozessen und die effiziente wie effektive Koordination der Akteure ab.

Aufbauend auf den existierenden gesetzlichen Rahmenbedingungen für das Bauwesen, werden Lösungsvorschläge ausgearbeitet, wie sich beispielsweise das Leistungsbild der Planer aufgrund der erhöhten Anforderungen der Vorfertigung im Rahmen der gültigen nationalen Honorar- und Vergabeordnung anpassen lässt. Des Weiteren werden die Schnittstellen und Verantwortlichkeiten zwischen den am Planungsprozess beteiligten Fachleuten geklärt.

Eine Übersicht über das Berufsbild des Holzbauingenieurs nach Schweizer Vorbild zeigt, wie Wissenslücken in einem frühen Stadium des Planungsprozesses geschlossen werden können. Vor diesem Hintergrund werden Vorschläge zur Ausbildung und Honorierung des Holzbauingenieurs dargelegt.

Links:
leanWOOD Endbericht zum Download

Kontaktadresse:

Kurt Zweifel
proHolz Austria
Am Heumarkt 12
1030 Wien
T +43 (0)699 12381012
zweifel@proholz.at
www.proholz.at