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Revitalisierung des Eiffelturms mit Holz und Glas

Pavillons aus Holz und Glas lassen die erste von drei Plattformen des Eiffelturms zu einer neuen Attraktion werden.

Auch Ikonen der Weltarchitektur, vor allem wenn es viel besuchte Touristenattraktionen sind, brauchen ab und zu eine Anpassung an zeitgemäße Standards. Im Fall des Pariser Eiffelturms ist es die Plattformen in 57 Meter Höhe, die mit einer gläsernen Bodenplatte und neuen Pavillons für Besucherinformation, Souvenirläden, Restaurant und Konferenzräumen ausgestattet werden wird. Den 2008 ausgeschriebenen Wettbewerb gewann das Pariser Architekturbüro Moatti et Rivière. 2012 stellten die Architekten ihr Projekt bei der 13. Architekturbiennale in Venedig vor. Im Sommer dieses Jahres wird der erste Pavillon übergeben, 2014 folgt der zweite.

Die Neigung der Pfeiler als Vorbild

Der Entwurf nimmt engen Bezug auf die Pfeiler aus Eisenfachwerk: Ingenieur Gustave Eiffel setzte die Pfeiler auf ein massives Mauerwerk und verankerte diese mit 16 Sparren im 54-Grad-Winkel im Boden. Diese Neigung brauchte es, um den Turm die 342 Meter in die Höhe wachsen zu lassen. Moatti et Rivière platzieren die neuen zweigeschossigen Pavillons – mit dementsprechend geneigten Wandflächen – exakt zwischen den Pfeilern. Ihre gläsernen Wände und der neue gläserne Boden der Plattform versprechen einen spektakulären Ausblick auf die umliegende Stadt und machen gleichzeitig das „Innenleben“ des 1898 im Rahmen der Weltausstellung errichteten Aussichtsturmes sichtbar.

Der älteste Baustoff Holz in Verbund mit Eisen und Glas

Doch „die Reise der Sinne und des Wissens“, wie Moatti et Rivière ihren Entwurf bezeichnen, wurde erst durch den Einsatz von Holz möglich, das sich hier als ältester Baustoff mit Eisen und Glas, den innovativen Materialien des 19. Jahrhunderts, effizient paart: Die Fußböden der Pavillons werden mit Holzpanelen der österreichischen Firma KLH ausgestattet werden. Das geringe Eigengewicht, der schlanke Querschnitt der Panele sowie die Möglichkeit das Material in Trockenbauweise zu verbauen, legten die Verwendung von Holz nahe. Insgesamt 1200 Quadratmeter Brettsperrholz (das entspricht drei LKW-Ladungen) aus kreuzweise übereinander gestapelten Fichtenlamellen, werden verbaut werden.

Ein umweltfreundlicher Turm

Doch der Einsatz des ökologischen Materials Holz ist nur eine Maßnahme, das Wahrzeichen von Paris umweltfreundlicher zu gestalten: Die Pavillons werden mit LED-Lampen sowie Ökoenergie durch Solarmodule und Windturbinen versorgt, ein Kollektor recycliert Regenwasser.

Foto

© Lignatec / KLH Frankreich

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