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Thermische Sanierung und Modernisierung von Bestandsgebäuden

Unsere größte Herausforderung stellt die Bewältigung des Klimawandels und die Umsetzung der Energiewende dar. Hierzu braucht es neben neuen innovativen Ideen vor allem auch den Mut, diese in die Realität zu setzen. Die Energiewende betrifft unseren gesamten Alltag und die gesamte Gesellschaft. Ein ressourcenschonender Einsatz der Natur- und Bodenschätze wird die oberste Prämisse werden.

Beginnen wir dort, wo wir die meiste Zeit verbringen. Beginnen wir mit unseren Häusern, Schulen, Büros, Fabriken, Verwaltungen und Krankenhäusern. Gebäude, die nach dem Zweiten Weltkrieg bis zu den 1980er Jahren errichtet wurden, verbrauchen die meiste Energie. Die Einstellung, dass Energie unendlich verfügbar wäre, beginnt sich zu ändern. Energie ist endlich, ist wertvoll und teuer und wird immer teurer werden. Stellen wir uns vor, dass all diese Gebäude auf Niedrigstenergie- oder sogar Plusenergiestandard modernisiert wurden. Stellen wir uns die Energie- und somit Kosteneinsparung und die gewonnene Behaglichkeit vor. Stellen wir uns ein Bausystem vor mit Lösungen für die Bestandsertüchtigung und -erweiterung. (Martin Teibinger et al. Juni 2013, Vorwort aus: att. Thermische Sanierung von Bestandsgebäuden)

Zeitersparnis mit vorgefertigten Holzelementen

Der moderne Holzbau mit seinem hohen Vorfertigungsgrad liefert neben den ökologischen Vorzügen die wirtschaftlichen und technischen Vorteile, die einen Grund für den steigenden Marktanteil im Neubau darstellen. Die Qualität und der hohe Vorfertigungsgrad bieten aber auch für die energetische Gebäudemodernisierung und Bestandserweiterung eine interessante Alternative zu konventionellen thermischen Sanierungen mit einem Vollwärmeschutz.

Zur Steigerung der Ausführungsqualitat und Wirtschaftlichkeit ist ein maximaler Vorfertigungsgrad Prämisse für die Herstellung möglichst großer Elemente, die in unterschiedlicher Weise auf die Gebäudegeometrie und die räumlich konstruktive Struktur angepasst werden können. Die Ausführung basiert idealerweise auf einer abgeschlossenen Planungsphase, in der neben der Konfiguration der Bauteile auch die Produktions- und Lieferlogistik beachtet und aufeinander abgestimmt werden.

Basierend auf einem europäischen Forschungsprojekt hat sich für diese Modernisierungsmethode der Begriff tes EnergyFacade etabliert (aus Ott S., Kaufmann H., Winter S., Lattke F.). tes EnergyFacade steht für eine auf einem standardisierten Bauprozess basierende Modernisierungsmethode und bietet Lösungen an für die Bestandsertüchtigung und -erweiterung mittels vorgefertigter Holzbauelemente mit integrierter Wärmedämmung, Fenstern und fertiger Oberflächenbekleidung. Im Kern steht die Montage von vorgefertigten Holztafelelementen, die als Ergänzung oder Ersatz bestehender Fassaden angewendet werden.

Sanierungsbedarf

Über zwei Drittel der Wohneinheiten Österreichs wurden vor 1980 errichtet. Die Statistik Austria führt an, dass Gebäude, die zwischen 1945 und 1960 erbaut wurden, den höchsten Heizenergiebedarf aufweisen. Ein guter Grund für deren umfassende Sanierung.

Vorteile für Eigentümer, Investoren, Kommunen und Bewohner

Der Einsatz der vorgefertigten Holzelemente in der Gebäudemodernisierung steht für Zeit- und Kostentreue sowie Präzision. Es ergeben sich dabei unterschiedliche Vorteile für Eigentümer und Investoren. Einer der wesentlichsten ist die 100 % Zeittreue bezogen auf Planung, Aufmaß, Produktion und Montage. Thessenvitz (aus Thessenvitz Marketing: Mastertext für tes Energy Facade. 2013.) führt an, dass die Montagezeit bei Einsatz von vorgefertigten Holzelementen für die Modernisierung ca. 1⁄8 der Zeit einer herkömmlichen thermischen Sanierung beträgt. Dies bedeutet, dass z.B. bei einer kalkulierten herkömmlichen Bauzeit von 18 Wochen bzw. 90 Arbeitstagen durch den Einsatz vorgefertigter Holzelemente lediglich zwölf Tage benötigt werden. Innerhalb dieser Zeit sind kleine Gebäudeabschnitte nur für ein bis zwei Tage nicht benutzbar. Die Funktionsfähigkeit des Gebäudes bleibt somit während der Bauphase weitgehend erhalten! Die meiste Zeit wird in die Planung investiert. Doch für den Investor bzw. Eigentümer ergeben sich geringere Umsatzausfälle während der Umbauzeit. (Matin Teibinger, Frank Lattke Juni 2013, aus: att. Neuerscheinung: Thermische Sanierung von Bestandsgebäuden)

Dieser Beitrag ist die gekürzte Fassung aus den Inhalten des Zuschnitt-Attachment »att. Thermische Sanierung von Bestandsgebäuden«, Martin Teibinger et al., Wien Juni 2013.