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zuschnitt 39

Täglich Holz

Aufgrund seiner physikalischen Struktur und seiner Inhaltsstoffe ist Holz sehr vielseitig einsetzbar und belebt dabei noch unsere Sinne: Holz kann man riechen, fühlen, sehen, hören und schmecken. Aber kann man es auch essen?

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Das Eisstäbchen ist ein banaler Gegenstand. Es ist einfach immer mit von der Partie, wenn wir ein Eis am Stiel essen, und es ist immer aus Holz. Ist das Eis erst einmal verspeist, dann werfen wir das Stäbchen achtlos und ohne schlechtes Gewissen weg. Denn nicht ganz so schnell wie das Eis, aber doch recht bald wird es von der Natur verdaut, pardon, verrottet sein. Das Eisstäbchen ist nur einer von vielen Gegenständen aus Holz, die unseren Alltag begleiten und über dessen Materialität wir uns kaum Gedanken machen. Dieser Zuschnitt hat nun nicht die Aufgabe aufzuzählen, welche und wie viele Gebrauchsgegenstände eigentlich aus Holz sind, sondern zu erzählen, welche Eigenschaften von Holz dafür verantwortlich sind, dass unser Alltag, so wie wir ihn kennen, möglich ist: Holz ist ein schlechter Wärmeleiter, deshalb verbrennen wir uns nicht die Finger, wenn wir mit dem Kochlöffel in der Suppe rühren. Holz ist weich genug, dass wir unser Zahnfleisch nicht verletzen, wenn wir mit einem Zahnstocher Essensreste aus den Zahnzwischenräumen entfernen. Eine Kombination aus chemischen Inhaltsstoffen und einer physikalischen Struktur verschafft dem Holz diese charakteristischen Eigenschaften. Doch Holz ist bekanntlich nicht gleich Holz.

Von Holzart zu Holzart unterscheiden sich die Eigenschaften, sodass jede für sich für einen eigenen Anwendungsbereich prädestiniert ist.

»Holz und Gesundheit«, so lautete ursprünglich unser Arbeitstitel für diesen Zuschnitt. Wir hatten uns vorgenommen, gesundheitliche Aspekte von Holz näher zu beleuchten, stießen dabei aber schnell an Grenzen. Denn bis auf die Tatsache, dass Blätter, Rinden, Blüten und Früchte von Laub- und Nadelbäumen eine wichtige Rolle in der Medizin spielen, dass Holz das Innenraumklima mehr oder weniger stark beeinflusst, gibt es wenig wissenschaftlich Belegtes über die positiven oder auch negativen Auswirkungen von Holz auf das menschliche Wohlbefinden. Man weiß, dass der Duft der Zirbe sich positiv auf den Schlaf auswirken kann. Das ist es dann aber schon. Diesem wissenschaftlichen Unwissen steht ein Meer an persönlichen Erfahrungen gegenüber, das sich die Menschen im Kontakt mit dem Holz über Jahrtausende erschlossen haben. Holz hat sich nicht nur als Baustoff für den Hausbau, den Möbel- und Innenausbau bewährt, sondern eben auch für eine Vielzahl an Gebrauchsgegenständen.

Alfred Teischinger, Professor am Institut für Holzforschung der Wiener Universität für Bodenkultur, stand uns für diesen Zuschnitt als fachlicher Berater zur Seite. Im Editorialboard, das jedem Zuschnitt vorausgeht, erklärte er uns, warum sich Holz warm anfühlt, warum frisch geschnittene Tanne stinkt, warum man in der Sauna astfreies Holz verwenden sollte und vieles mehr. Wussten Sie zum Beispiel, dass die Weidenrinde das Aspirin unserer Vorfahren war? In beiden ist Salicylsäure enthalten. Obwohl die meisten von uns sich seit Jahren mit dem Werkstoff Holz beschäftigen, kamen dabei doch für jeden neue Erkenntnisse zutage, die im Editorialboard durch ein »Ah!« oder »Ach so!« zu erkennen waren. Wenn man es weiß, erscheint vieles logisch. Aber für viele Gebrauchsgegenstände gilt eben: Man weiß nicht so genau, warum, aber man weiß, dass sie funktionieren. Und darauf kommt es ja im Alltag an. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen sowie das eine oder andere »Oh!« und »Ach so!«

  € 8,00
Auflage September 2010
Format DIN A4
Gewicht 0.15 kg
ISBN 978-3-902320-78-0
Seiten 28.00