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zuschnitt 54

Holzdecken

Im Holzbau gibt es eine große Vielfalt an Deckensystemen. Ob große oder kleine Spannweiten, ob mit sichtbarer oder unsichtbarer Holzkonstruktion – die Möglichkeit der Vorfertigung, die trockene Bauweise, die Einsparung von Gewicht und die Vorteile in der Ökobilanzierung haben alle Decken aus Holz gemeinsam.

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Was ist eigentlich eine Decke? Ist es das, was man sieht, wenn man auf dem Sofa liegt und nach oben schaut? Oder ist es der ganze Bauteil, der oben von unten trennt und den wir von oben betrachtet Fußboden nennen? Auch wenn das deutsche Wörterbuch ungenau bleibt und die Decke als den oberen Abschluss eines Raumes versteht, verstehen wir Decke als den ganzen Bauteil. Wir konzentrieren uns dieses Mal auf die Holzdecke und setzen damit unsere Bauteilreihe im Zuschnitt fort.

Es gibt viele verschiedene Varianten, wie man eine Decke aus Holz bauen kann. Dabei geht es immer darum, abhängig von der Nutzung die optimale Lösung für das jeweilige Bauwerk zu suchen.

Wie bei einem Kochbuch erklären wir in diesem Zuschnitt, aus welchen Hauptingredienzen sich eine Holzdecke zusammensetzt. Wir unterscheiden hier bei zwischen drei Funktionsschichten: dem Fußbodenaufbau, der Tragstruktur und der Deckenuntersicht. Da die gewählte Tragstruktur die dominanteste Schicht ist, werden die Deckensysteme nach dieser Tragschicht benannt: Es gibt die Balkendecke, die Holzrahmendecke, die Massivholzdecke und die Holz-Beton-Verbunddecke.

Die Anforderungen an Ästhetik, Schallschutz, Brandschutz und Spannweiten beeinflussen die Wahl des Deckensystems und des Schichtaufbaus. Auch wenn die erste und wesentlichste Entscheidung die Tragstruktur betrifft, kann keine der drei Schichten getrennt von den anderen betrachtet werden. Nur gemeinsam gewährleisten sie den gewünschten Schall- und Brandschutz, bestimmen sie die Deckenstärke und die Gestalt der fertigen Decke. Durch diesen dreigliedrigen Aufbau ergeben sich viele Möglichkeiten und Varianten. Anhand von Beispielen zeigen wir, wo und wie diese Systeme angewendet werden können und warum man sich für das jeweilige System entschieden hat.

Zwei Dinge haben wir in diesem Zuschnitt ausgeklammert, um uns auf das Wesentliche konzentrieren zu können. Das ist zum einen der Wärmeschutz – dieser spielt bei Decken nur dort eine Rolle, wo diese über unbeheizten Räumen wie Kellern oder Durchfahrten oder unter unbeheizten Dachräumen liegen. Auch den Anschluss der Decke an die Wände lassen wir hier außer Acht – wohl wissend, dass gerade an dieser Stelle bei nicht fachgerechter Ausführung Schallnebenwege auftreten können. Über die Verbindung von Decke und Wand kann aber so viel gesagt werden, dass sie als eigenes Thema behandelt werden muss.

Geforscht wird im Bereich der Holzdecke natürlich auch: Der Schallschutz tiefer Frequenzen im Holzbau beschäftigt die Experten ebenso wie die Frage, wie man den Einsatz von Laubholz erhöhen kann oder wie man Holz-Beton-Verbunddecken am Ende ihrer Lebensdauer wieder sortenrein trennen kann.

  € 8,00
Auflage Juni 2014
Format A4
Gewicht 0.15 kg
ISBN 978-3-902926-04-3
Seiten 32.00