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zuschnitt 65

Kreislauf Holz

Bauen mit Holz trägt zu Klimaentlastung und Ressourcenschonung bei. Wie die Umweltwirkung von Gebäuden genau beurteilt werden kann, beleuchtet die März-Ausgabe des Fachmagazins Zuschnitt.

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Der fortschreitende Klimawandel fordert in allen Bereichen unseres Lebens ein Umdenken. Allein im Bauwesen verursachen alle Gebäude der Welt zusammen knapp ein Drittel des globalen Endenergieverbrauchs und etwa ein Fünftel aller Treibhausgasemissionen. Unsere Umwelt fordert einen sorgsameren Umgang von uns ein. Doch wie können wir die Umweltwirkung einer Konstruktionsart beziehungsweise eines Bauprodukts beurteilen? Welchen positiven Beitrag leistet der nachwachsende Rohstoff Holz zur Entlastung des Klimas und zur Ressourcenschonung?

Wir stellen Ihnen im Zuschnitt 65 das Prinzip der Ökobilanzierung vor, einer Berechnungsmethode, die es ermöglicht, die Umweltwirkung eines Gebäudes zu quantifizieren. Längst betrachtet man nicht mehr nur die Planungs- und Errichtungsphase, sondern den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes von der Herstellung der Bauprodukte über die Bauphase, die Inbetriebnahme eines Gebäudes und dessen Betrieb bis hin zum Rückbau.

Doch dürfen Zahlen das Denken nicht überflüssig machen, wie Arno Ritter und Hermann Kaufmann in einem für den Zuschnitt 65 geführten Gespräch feststellen. Die Qualität der Architektur ist ebenso wichtig wie die des Materials und seiner ökologischen Eigenschaften.

Wir stellen Ihnen deshalb im Folgenden Gebäude mit positiven Energie- und Ressourcenbilanzen und zugleich überzeugenden architektonischen Qualitäten vor. Zu Wort kommen lassen wir diesmal die Bauherren, die uns erzählen, warum sie sich für eine nachhaltige Bauweise entschieden haben und wie ihre Erfahrungen mit dem Holzbau sind. Dafür, mit Holz zu bauen, sprachen unter anderem diese Argumente:

  • Holz entlastet das Klima, indem der Baum der Atmosphäre aktiv CO2 entzieht, den Kohlenstoff bindet und jahrzehntelang im Holz speichert.
  • Holz ist ein nachwachsender Rohstoff.
  • Wer mit Holz baut, schont endliche, nicht nachwachsende Ressourcen.
  • Bauen mit Holz leistet einen wichtigen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen.
  • Holz ist ein regionaler Baustoff.
  • Holz ist ein hochwertiges und zugleich natürliches Material.
  • Holz sorgt für ein gutes Raumklima.

Ökobilanz Beitrag von Holz zum Klimaschutz

Ein wesentlicher Beitrag der Wälder und des Holzes ist seine Fähigkeit, Kohlenstoff zu speichern. 1 m3 Holz bindet 250 kg Kohlenstoff und entzieht der Atmosphäre dabei ca. 1 Tonne CO2. Damit ist Holz während seiner Nutzung klimaentlastend und senkt die Treibhausgasemissionen des Bausektors. Je länger ein Holzprodukt stofflich genutzt wird, desto länger bleibt die Speicherwirkung aufrechterhalten. Denn erst mit der Verbrennung oder Verrottung wird der Kohlenstoff in Form von CO2 wieder freigegeben. Bei der Verbrennung entstehen aus 1 kg Kohlenstoff 3,67 kg CO2, d. h. von 1 m3 Holz werden ca. 1 Tonne CO2 freigegeben. Das heißt: 250 kg⁄m3 x 3,67 kg = 920 kg CO2⁄m3. Damit verhält Holz sich klimaneutral.

Ein wichtiger Bestandteil der Ökobilanzierung ist das Treibhausgaspotenzial. Es beschreibt den anthropogenen Anteil des Treibhauseffekts und wird als CO2-Äquivalent angegeben. Da Holz klimaneutral ist, sind nur die aus der Herstellung resultierenden zusätzlichen Treibhausgasemissionen klimarelevant.

Wir geben zu allen in diesem Heft vorgestellten Gebäuden Daten aus der Ökobilanzierung an, auch wenn die berechneten Ökodaten nicht direkt miteinander verglichen werden können, weil Datenbanken, Betrachtungszeitraum und Rahmenbedingungen nicht dieselben sind.

 

 

  € 8,00
Auflage März 2017
Format A4
Gewicht 0.16 kg
ISBN 978-3-902926-21-0
Seiten 28.00