Für uns war dieser
Bau und vor allem diese Baustelle eine unglaublich faszinierende Erfahrung.
Wir übernahmen auch die Bauführung und mit den Unternehmern,
großteils Familienbetriebe aus dem Tal, war es möglich,
nur einmal wöchentlich eine Bausitzung einzuberufen. Wir stiegen
meist am Wochenende den steilen Pfad zum Saleinaz auf und konnten
in Ruhe die Baustelle inspizieren und allfällige Kontrollen durchführen.
Am Montag wurden die Arbeiter hochgeflogen und die neue Arbeitswoche
konnte mit einem gemeinsamen Rundgang begonnen werden. Die Zimmermanns-
und Schreinerarbeiten begannen zur selben Zeit wie die Baumeisterarbeiten
vor Ort. Auf der Rückfahrt konnten wir also jeden Montag auch
in den Werkstätten vorbeisehen und mit den Unternehmern etwa
die Details an den 1 : 1 Fassaden besprechen.
Die Montage des Holzbaus gehörte zu den spannendsten Phasen,
da Wetter und Zeit sich gegenseitig jagten. Der Holzbau - Fassaden
und Decken - wurde innerhalb von dreieinhalb Tagen gesetzt und das
bei immer wieder einfallendem Nebel. Die gesamte Bauzeit inklusive
Innenausbau dauerte von Anfang Juli bis Ende September. Während
des Winters wurde die neue Hütte verschlossen und die alte
diente als Winterquartier. Im darauffolgenden Juni wurde das Finish
des Innenausbaus vorgenommen, die alte Hütte abgebrochen und
die neue im Juli eröffnet.
Text:
Brigitte
Widmer
1983 - 89 Architekturstudium an der ETH Zürich.
1994 - 98 Assistentin an der ETH Zürich. 2000 Entwurfs - Workshop
an der Technischen Universität München.
1999 Anerkennung Internationaler Preis für neues Bauen in den Alpen
für die Berghütte am Plateau de Saleinaz. Seit 2002 freischaffende
Architektin und Bürogemeinschaft mit Stéphane de Montmollin in Basel.
Stéphane
de Montmollin 1975 - 82 Architekturstudium an der EPF
Lausanne. Anschließend zwei Jahre Praktikum in Béchar, Algerien.
1986, 1993 - 95 und
1998 - 99 Assistent an der EPF Lausanne.
Seit 2002 freischaffender Architekt.