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»Eigentlich« sagt der Zimmerer Michael Kaufmann »ist
alles gar nicht kompliziert.« Vorfertigung im Holzbau erfordert
allerdings ein grundlegendes Umdenken. Der Statiker und alle Handwerker
müssen früh in die Planung eingebunden werden, damit von
der Lastableitung bis zu schalltechnischen und bauphysikalischen
Problemen alles abgeklärt ist. Im Gegensatz zum herkömmlichen
Massivbau lässt ein hoher Vorfertigungsgrad kein Improvisieren
auf der Baustelle zu. »Wichtig sind Übersicht und ein
gutes Zusammenspiel aller am Prozess Beteiligten« ergänzt
er. Koordinations- und Kooperationsfähigkeit ist gefragt, will
man auch einen Preisvorteil aus der Vorfertigung ziehen. »Der
kann maximal 20 Prozent betragen, aber nur, wenn alles wie am Schnürchen
läuft« fügt er auf gezielte Nachfrage hinzu. Anderenfalls
kann Vorfertigung den Produzenten auch teuer zu stehen kommen.
Bei der Raumzellenbauweise für das Hotel Post sind die einzelnen
Boxen mit den Außenmaßen von 4,00 x 7,50m steif und
selbsttragend ausgebildet. Ihre Wände bestehen aus Holzstehern,
die gedämmt und beidseitig beplankt sind. Als Boden wurde eine
Brettstapeldecke gewählt - obwohl sie das eigentliche Preisproblem
darstellt. Gemeinsam mit dem Heizestrich, der schon im Werk aufgebracht
wurde, garantiert sie schalltechnisch gute Werte (Gewicht). Der
Deckel der Boxen im unteren Geschoß ist aufs Notwendigste
minimiert und entspricht somit einer abgehängten Decke. Das
herkömmliche Flachdach wurde vor Ort aufgebracht. Die Hohlräume
zwischen den einzelnen Boxen dienen als Installationsebene, die
zuletzt fest verschlossen werden musste.
»Ein diffiziles Problem sind immer die Verbindungen und Verbindungsstücke
zur Lastableitung« meint Michael Kaufmann »aber die
sind in den letzten Jahren entscheidend verbessert worden«.
Somit ist eigentlich alles ganz einfach ...
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