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Aus funktionalen Gründen waren die Randbedingungen für
die Geometrie des Daches sehr einengend. Eine auf Biegung beanspruchte
Konstruktion schied wegen ihrer Höhe von vornherein aus, hingegen
boten sich die beiden Flügelbauten als Widerlager für
ein Hängedach an. Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit
war, ein Element zu entwerfen, das eben vorgefertigt werden konnte.
Um zu große Eigenspannungen aus der Krümmung zu vermeiden,
sollte die tragende Platte zum einen möglichst dünn sein,
zum anderen musste sie aber auch genügend steif sein, um die
Verformungen aus den unweigerlich auftretenden ungleichmäßigen
Lasten zu begrenzen. Das Eigengewicht des Daches musste so groß
sein, dass abhebende Auflagerkräfte infolge von Sog vermieden
werden. Beide sollten sich nahezu gegenseitig aufheben bzw. hatte
das Eigengewicht im ungünstigsten Lastfall noch immer etwas
größer zu sein als die abhebenden Kräfte.
Der gewählte Aufbau erfüllt diese divergierenden Anforderungen.
Er besteht aus einer 39 mm dicken Furnierschichtholzplatte (Kerto
Q-Platte) mit den Abmessungen 1,80 x 18,0m. Darüber liegen
Polsterhölzer, die aus zwei Lagen zusammengesetzt sind, um
eine zu hohe Steifigkeit zu vermeiden. Eine OSBPlatte bildet den
Abschluss und die Unterlage für die Bitumen-Dachbahnen. Der
Hohlraum zwischen den Polsterhölzern ist mit Splitt gefüllt.
Die FSH-Platten wurden im Herstellerwerk fertig zugeschnitten. Der
Zusammenbau zu filigranen, 11cm dicken Elementen, das Einbringen
des Splittes und der Einbau der Stahlteile erfolgte im Werk des
ausführenden Holzbaubetriebs. Bei der Vorfertigung wurde auf
eine möglichst »schubweiche« Verbindung der einzelnen
Schichten geachtet, damit sich die gewünschte Seillinie einstellen
kann. Erst nach der Montage erfolgte eine starke Vernagelung, um
durch einen möglichst guten Schubverbund eine gewisse Biegesteifigkeit
zu erreichen.
Auf der Baustelle wurden zuerst der hängende Fachwerkträger
provisorisch unterstellt. Beim Hochheben der Elemente mittels einer
Traversenkonstruktion mit unterschiedlich langen Abhängungen
stellte sich annähernd die spätere Dachform ein. Die vier
Aufhängepunkte wurden mit Hilfe von zwei Hubpodien befestigt.
Die 1,80m breiten Elemente sind untereinander mit Wechselfalz gekoppelt
und vernagelt. An den Aufhängepunkten wird die Kraft mit Rillennägeln
in je zwei Stahlformteile eingeleitet. Die Verbindung mit der Stahlkonstruktion
erfolgt über Gelenkwellen, wobei dieser Anschluss auf der Seite
des Bürotraktes justierbar ist. Um die Dachentwässerung
zu sichern, hat das Dach zu den Giebelseiten hin ein leichtes Gefälle,
das erreicht wurde, indem die Bahnen zum Dachrand hin etwas länger
werden.
(Zeitschrift Zuschnitt 6, 2002; Seite 13ff.)
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Text:
Karin Tschavgova
Leitende Redakteurin der Zeitschrift »zuschnitt«
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(Statik und Konstruktion Dach)
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