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Zuschnitt 8: Forst & Holz
Dezember 2002 - Februar 2003
  • Die Forst- und Holzwirtschaft erhält und schafft Arbeitsplätze im dezentralen ländlichen Raum.
  • Eine Milliarde Kubikmeter Holz steht im Wald zur Nutzung bereit. Jährlich wachsen rund 27 Mio m³ nach, es werden aber nur 19 Mio m³ geerntet.
  • Mit einem Handelsbilanzüberschuss von 2,52 Mrd. EUR im Jahr 2001 und einem Plus von 9,1% ist die österreichische Forst- und Holzwirtschaft nach dem Tourismus der wichtigste Devisenbringer des Landes mit einer deutlich positiven Handelsbilanz.
  • Die Forstwirtschaft in Österreich praktiziert seit mehreren Jahren sogenannte Naturverjüngung. Bei dieser Methode überlässt man die Wiederaufforstung zum Teil der Natur, womit erfahrungsgemäß die genetische Vielfalt gewährleistet wird, da ausschließlich an den jeweiligen Standort angepasste Baumarten nachwachsen. Die Neupflanzungen durch die Bundesforste konnten dadurch seit 1981 um rund 80%, von 10 Millionen Pflanzen auf 2,2 Millionen, verringert werden.
  • Die österreichischen Waldbesitzer richten sich bis auf wenige Ausnahmen nach den Zertifizierungsrichtlinien des PEFC (Pan European Forest Certification).
  • Die Nutzung des Waldes ist im Forstgesetz streng geregelt: Eine Ernte über 0,5 Hektar muss demnach behördlich genehmigt werden, eine Ernte von über 2 Hektar ist grundsätzlich verboten.
  • Fast alles, was aus dem Wald kommt, wird auch verwertet: Stammholz als Werkstoff, Rinde, Spreißel, Hackschnitzel und Späne als Nebenprodukte in der Holzplatten-, Papier- und Zellstoffindustrie und zur Energieerzeugung.
  • Österreichs Wälder setzen sich aus über 100 Waldgesellschaften – verschiedene Kombinationen von 80 in Österreich gedeihenden Holzarten – zusammen. Im Gebirgsland Österreich überwiegen Nadelwälder, sie nehmen 65% der Waldfläche ein, Laubwälder 11% und Mischwälder 24%.
  • Die naturnahe Waldwirtschaft verzichtet heute weitgehend auf den Einsatz von Chemikalien. Bei der Pflege der Waldbestände und der Holzernte werden immer umweltfreundlichere Techniken eingesetzt.
  • Nachhaltige Holznutzung ist aktive Waldpflege. Nur durch
    die wirtschaftliche Holznutzung kann die Schutz- und Erholungsfunktion unserer Wälder langfristig sichergestellt werden.
  • Ein stehender Baum ist belastungsoptimiert in Bezug auf Auskragung und Höhe – ein statisches Meisterwerk.
  • Eine ausgewachsene Buche mit einem Kronendurchmesser von 15 Metern hat ca. 600.000 Blätter, die eine Oberfläche von 1.500 Quadratmetern aufweisen. Sie produziert 1,7kg Sauerstoff am Tag. Das entspricht dem Tagesbedarf von drei Menschen. Ein Hektar (100 x 100 Meter) Nadelwald produziert noch mehr, nämlich 30 Tonnen im Jahr!
  • Holz besitzt aufgrund seiner geringen Wärmeleitfähigkeit sehr gute Dämmeigenschaften. Der Wärmedämmwert einer 10cm dünnen Massivholzwand entspricht dem einer 160cm dicken Betonwand. Selbst bei relativ geringer Raumtemperatur empfindet man eine Holzoberfläche als warm.
  • Holz darf ruhig nass werden, aber es muss wieder trocknen können. Berücksichtigt man das, dann hält es fast unbegrenzt.
  • In seiner Verwendung als kompaktes konstruktives Element besitzt Holz eine hohe Widerstandskraft gegen Feuer, weil es nur äußerlich verkohlt, dabei seine innere Struktur schützt. Auch die höchsten Brandschutzklassen sind in Konstruktionen aus Holz erfüllbar. Durch gut berechenbares Brandverhalten eignet sich Holz bei fachgerechtem Einsatz auch für große Bauvorhaben.
  • Bezogen auf sein Eigengewicht trägt Holz 14mal soviel wie Stahl, seine Druckfestigkeit entspricht der des Stahlbetons.
  • Holz ist zwar leicht, aber kräftig und daher extrem vielseitig einsetzbar – ein Hochleistungswerkstoff aus der Natur mit unterschiedlichen Härtegraden und Festigkeiten. Gezielt zerlegt und neu gefügt erhalten moderne Holzprodukte optimierte bauphysikalische und statische Eigenschaften, die Abmessungen der Bäume spielen keine wesentliche Rolle mehr und große Spannweiten werden möglich.
  • Holz nimmt Wasser auf und ist atmungsaktiv, sorgt das ganze Jahr über für angenehmes Raumklima. Holz ist elektrostatisch neutral und nicht leitend.

 

 

 

 

Bei einer Hangneigung von mehr als 40 Prozent kommt die hochmechanisierte Holzernte zum Einsatz. Dabei werden die Bäume mit der Motorsäge gefällt, entweder vor Ort entastet und in Bloche zerteilt oder als ganzer Baum mit Ästen am Seil befestigt und befördert. Der Transport zur Forststraße erfolgt mittels Seilkran, der auf einer LKW-Plattform montiert ist. Die vollmechanisierte Holzernte erfolgt mit einem Vollernter, dem sogenannten Harvester, der vor Ort den Baum am Stammfuß kappt, ihn umlegt, vollflächig entastet und in Bloche (Stammabschnitte) zerteilt. Danach werden die Bloche auf einen mit Spezialkran ausgestatteten Schlepper, den Forwarder, geladen und von diesem an die Forststraße transportiert.

Im Sägewerk: Von der Anlieferung der Rundholzbloche bis zur Weitergabe der Schnittholzprodukte oder der zusätzlichen Weiterverarbeitung in Brettschichtholz, Massivholz- oder Betonschalplatten, in Konstruktionsvollholz und Schalungsträger kennzeichnet modernste Zerspaner- und Sägetechnologie mit Hightechmaschinen die einzelnen Produktionsbereiche.