| Forst & Holz, das
Thema dieser Ausgabe, ist so umfassend, dass wir es - wie auch den
Wald - nur ausschnittweise »betreten« können.
Jeder von uns hat ein anderes Bild vom Wald im Kopf, je nachdem,
wo er aufgewachsen ist. Auch unser Wissen über Wald und Holz
folgt einer selektiven Wahrnehmung, die subjektiv interpretiert
und gespeichert wird und bestenfalls dem entspricht, was unsere
Eltern noch unter Allgemeinwissen verstanden haben. Wir wissen ein
wenig von der Historie des Waldes - um das Jahr 1000 waren 95 Prozent
Österreichs bewaldet - oder von der mythologischen Bedeutung
des »Finsterwaldes« in früheren Zeiten - im Mittelalter
war der Wald als singulärer Begriff ein Synonym für Nutzen
und Fruchtgenuss, aber auch für Gefahren und Angst, etwa vor
wilden Tieren.
Wir kennen den Wald als Ressource, die uns buchstäblich die
Luft zum Atmen reinigt, aber wissen wir genau, wie der Baum aufgebaut
ist, wie sein Wachstum und die Fotosynthese funktionieren? Wussten
Sie etwa, dass die halbe Million grüner Nadeln einer 100 Jahre
alten und 30 Meter hohen Rottanne der Oberfläche von zwei Fußballfeldern
entspricht, und pro Tag fast 20 Kilogramm CO2 verarbeitet? Kohlendioxid
rein - Sauerstoff raus. Kohlenstoff wird eingelagert und lässt
Holz wachsen. Das Ganze ist Teil des natürlichsten Kreislaufs
überhaupt.
Von Waldökologie haben wir eine Ahnung, von moderner Waldbewirtschaftung
schon weniger. Die Waldnutzung ist immer noch mit Klischeebildern
besetzt. Der Waldarbeiter, ein kerniger Naturbursch, der bei Vollmond
- oder Neumond? - mit Axt und Bandsäge unter Lebensgefahr den
Baum fällt. Dass die Forst- und Holzwirtschaft zum Industriezweig
geworden ist, hochtechnisiert und mit modernstem Gerät ausgestattet,
will Ihnen Zuschnitt in dieser Ausgabe zeigen.
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