Holz hat Zukunft
Im Gespräch - Tschavgova Wiesner
 
  Das vorliegende Gespräch mit Dr. Erich Wiesner führte Karin Tschavgova am 17. Oktober 2002 in der Sky Lobby des Ares Tower in Wien Donau-City anlässlich des Treffens der Unternehmer und Führungskräfte der Holzindustrie.

Zuschnitt
Was zeichnet Holz gegenüber anderen Materialien aus?

Wiesner
Der Rohstoff Holz ist ein echtes »Asset« (engl: Vorzug, Vermögenswert), weil pro Sekunde in Österreich ein Kubikmeter Holz in den Wäldern nachwächst, ein unglaubliches Zukunftspotential, wenn man auch an die große gesellschaftspolitische Herausforderung einer nachhaltigen und ökologischen Bewirtschaftung unserer Erde denkt. Holz ist meines Erachtens der Bauwerkstoff der Zukunft, weil er diese Anforderungen am besten erfüllen kann. Da haben wir in Österreich einen Schatz, genauso wie Wasser, den wir hüten, pflegen und entwickeln sollten. Wir von der Holzwirtschaft können den größten und den besten Beitrag dazu leisten, wenn Politik und Gesellschaft das auch so sehen und entsprechende Rahmenbedingungen geschaffen werden.

Zuschnitt
Glauben Sie, dass das Vorurteil, Holzbau vernichte Ressourcen und schädige den Wald, schon ausgeräumt ist? Hat sich in der öffentlichen Meinung schon durchgesetzt, dass die Holznutzung des Waldes den Bestand nicht gefährdet?

Wiesner
Die Botschaft, die wir jahrelang gesendet haben, dass mehr Holz nachwächst, als wir verbrauchen, ist schon angekommen. Das haben wir getestet und es ist auf breiter Ebene von Politik und Gesellschaft verstanden worden. Wir haben in Österreich ja seit jeher eines der schärfsten und strengsten Forstgesetze. Nur ist die Diskussion überlagert von der Tropenholzdiskussion, wo aus ganz anderen Gründen gerodet und nicht nachhaltig Forstwirtschaft betrieben wird. Wenn man mit Forstleuten spricht, die in die Zukunft schauen, dann haben wir eher ein Problem, weil ein großer Anteil unseres Forstes und des Waldes überaltert und veraltet.

Zuschnitt
Ist die österreichische holzverarbeitende Industrie im großen EU-Raum konkurrenzfähig und die Möglichkeit, auf lokale Ressourcen zurückgreifen zu können, im EU-Raum überhaupt noch ein Vorteil, wo das Transportwesen stark gestützt wird?

Wiesner
Die österreichische Holzwirtschaft und die österreichischen Betriebe, ob Sägeindustrie oder weiterverarbeitende Industrie, ist international hoch wettbewerbsfähig. Wir sehen das auch jetzt an aktuellen Zahlen z.B. an der Exportquote. Obwohl die Baukonjunktur 2002 schlecht ist, die Rahmenbedingungen schlecht sind, hat die österreichische Holzwirtschaft insgesamt den Exportanteil weiter erhöhen können. Wir haben eine der stärksten und modernsten Sägeindustrien, das ist ein Vorteil auch für die weiterverarbeitende Industrie. Was das Thema Transport betrifft, gibt es sehr viele Länder, die kein eigenes Holz besitzen, weil sie keine Wälder haben. Natürlich ist es volkswirtschaftlich allemal besser, fertige Produkte zu exportieren als den »Rohstoff« Bretter. Es wird immer noch sehr viel Schnittholz von Österreich exportiert, aber es ist natürlich sinnvoll, den Anteil an Wertschöpfung, die ich im eigenen Land belassen kann, zu erhöhen, etwa durch hochwertige Werkstoffe und Fertigprodukte.

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Die Leistungsstärke der holzverarbeitenden Industrie zeigt sich auch in spezifisch auf Kundenwünsche zugeschnittenen Produkten.

Foto: Ignacio Martinez



Dr. Erich Wiesner

Obmann des Fachverbandes der Holzindustrie Österreichs und geschäftsführender Gesellschafter der Wiesner-Hager Baugruppe Holding GmbH.

Fachverband der Holzindustrie Österreichs
Schwarzenbergplatz 4
A-1030 Wien
T +43 (0)1/7122601
F +43 (0)1/7130309
office@holzindustrie.at
www.holzindustrie.at



Links Intern:

Holz als Exportartikel

Im Jahr 2001 wurde Holz im Wert von 3,76 Milliarden Euro exportiert. Das sind über 50 Prozent der Produktion.
Damit ist Holz in Österreich der zweitgrößte Devisenbringer nach dem Tourismus.
s.h. Wald in Zahlen


Holz als Arbeitgeber
Rund 290.000 Menschen leben in Österreich von Wald und Holz. Arbeitsplätze werden vor allem in Österreichs strukturschwachen Regionen geschaffen.
s.h. Unternehmen Holz
         

 

 
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