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Leistungsfähige Holzernteverfahren
Vor allem neue Holzernte- und Transportverfahren haben die Forstwirtschaft
revolutioniert und ihre Konkurrenzfähigkeit erhalten. Entlang
der Wertschöpfungskette vom Wald bis zum Verarbeiter und weiter
zum Endkunden wird eine Vielzahl von Schritten durchlaufen. Beispielhaft
für Sägerundholz, inklusive Verarbeitung im Sägewerk
bedeutet dies:
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Schlägerung der Bäume |
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Entastung der Stämme und Zerteilen in Bloche |
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Transport vom Schlagort zur Forststraße |
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Lagerung an der Forststraße |
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Beladung des Rundholz-LKWs |
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Transport zum Sägewerk |
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Entrindung und elektronische Vermessung der
Bloche am Sägewerk |
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Lagerung der entrindeten Bloche, sortiert nach
Durchmesserklassen |
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Verarbeitung der Bloche mittels modernster
Sägetechnologie. Fraktionierung in:
Schnittware (Haupt- und Seitenware) ca. 60%
Industriehackgut ca. 30%
Sägespäne ca. 10% |
Unterschiede zwischen voll- und hochmechanisierter Holzernte
Vollmechanisiert bedeutet, dass ein Vollernter, genannt Harvester,
in den Bestand fährt, den Baum am Stammfuß kappt, ihn umlegt
und danach entastet und in Stammabschnitte (Bloche) zerteilt. Danach
werden die Bloche auf einen mit Spezialkran ausgestatteten Schlepper,
den Forwarder geladen und von diesem an die Forststraße transportiert.
Die vollmechanisierte Holzernte nahm ab Mitte bis Ende der 80er Jahre
von Skandinavien ihren Ausgang. Im Gegensatz zu Schweden und Finnland
ist Österreich jedoch ein Gebirgsland und so mussten »geländegängige«
Maschinen entwickelt werden, die auch für steilere Lagen geeignet
sind. Und das ist gelungen. Gebirgsharvester und Forwarder, die bis
zu einer Hangneigung von 40 bis 45 Prozent (bei den skandinavischen
Modellen war bei 30Prozent die wirtschaftliche Leistungsgrenze erreicht)
eingesetzt werden können, sind heute Standard in der Gebirgsforstwirtschaft
Mitteleuropas. Hier hat sich eine leistungsfähige Maschinenindustrie
in Mitteleuropa etabliert.
43 Prozent des österreichischen Waldes weisen jedoch eine höhere
Hangneigung als 40 Prozent auf. In diesen Lagen kommt die hochmechanisierte
Holzernte zum Tragen. Dabei werden die Bäume mittels Motorsäge
gefällt, entastet und in Bloche zerteilt. Danach erfolgt der
Transport durch einen Seilkran zur Forststraße. Eine Variante
ist das »Ganzbaumverfahren«, bei dem der Baum mit der
Motorsäge gefällt und danach als gesamter Baum inklusive
aller Äste mit dem Seilkran zur Forststraße transportiert
wird. Dort erfolgt dann die Entastung und das Zerteilen der Bloche
mit einem Prozessor (analog wie bei einem Harvester), der auf der
Plattform neben dem Seilkran angebracht ist. Sowohl bei der Entwicklung
von Seilkränen, als auch leistungsfähigen Prozessoren haben
österreichische Hersteller Weltruf.
Insgesamt sind hochmechanisierte Holzernteverfahren etwa um 30 Prozent
teurer als vollmechanisierte. Dieser Nachteil wird durch stärkere
Durchmesser der Bäume im Vergleich zu Skandinavien teilweise
wieder wettgemacht, aber es bleibt doch ein Wettbewerbsnachteil am
Holzmarkt im Vergleich zu den Hauptkonkurrenten aus dem hohen Norden.
Um die Abläufe bei der Holzernte, wie zum Beispiel die Erhöhung
der Auslastungskapazitäten oder die Minimierung von Überstellungszeiten,
noch rationeller gestalten zu können, sind modernste Technologien
wie GPS-gestützte »Geographische Informationssysteme -
GIS« in Erprobung und teilweise bereits im Einsatz.
Hohes Augenmerk wird auch auf die schonende, ökologisch verträgliche
Holzernte gelegt. Das bedeutet, dass nicht nur die Flächen, auf
denen solche Holzerntesysteme zum Einsatz kommen, optimal vorbereitet
werden müssen, sondern dass auch das Bedienungspersonal dieser
hochtechnischen Geräte geschult werden muss.
Bei der hoch- oder vollmechanisierten Holzernte kommen hauptsächlich
private Dienstleister, sogenannte Schlägerungsunternehmer, zum
Einsatz. In Forstbetrieben werden zum Teil noch eigene Maschinen eingesetzt,
aber auch hier geht der Trend eindeutig in Richtung Zukauf von Dienstleistungen. |
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| Der Harvester in Aktion... |
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Text:
Winfried Eberl
Dipl.-Ing. Seit 2002 beschäftigt bei der Holzcluster
Steiermark GmbH. Seine primären Aufgabengebiete sind
Vernetzung, Kooperation, Logistik, F&E (Forschung und
Entwicklung) und Marketing im Forstbereich.
Geschäftsführer des Waldverbandes Steiermark und
der Forstservice GmbH.
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