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Editorial

Karin Tschavgova
Erschienen in
Zuschnitt 9: Holz im Möbel
März - Juni 2003, Seite 3

Den ausschlaggebenden Impuls, uns auf die Suche nach in Österreich produzierten qualitätsvollen Bei- spielen zum Sitzen, Tafeln, Aufbewahren, zum Arbeiten oder Ruhen zu machen, gab ein Essay von Roland Gnaiger im Katalog zur Ausstellung »möbel für alle« der Designinitiative Werkraum Bregenzerwald.  

Zuschnitt 5 /02 stellte die bemerkenswerte Initiative anlässlich der Präsentation im Wiener Ringturm vor. Roland Gnaiger war gemeinsam mit Adolph Stiller Kurator dieser Ausstellung und gilt als profunder Kenner des Marktes, mit eigener Passion zum Möbel- design. In seinem Text, den Sie ausschnittsweise auf dieser Seite lesen können, behauptet er, dass es das hochwertige und langlebige Möbel zum leistbaren Preis, eines mit Vererbungsqualität, aus industrieller Produktion, nicht gäbe. Eine kulturphilosophische, sehr persönliche Analyse der Ursachen dafür liefert er gleich mit.  

Da wollten wir es selbst wissen. Und haben uns bei Österreichs Möbelproduzenten umgesehen - bei den wenigen großen, in mittleren Gewerbebetrieben mit kleiner Serienproduktion und auch bei Handwerkern, »deren technische Entwicklung zwar nicht hin zur seriellen Fertigung, aber doch in Richtung industrieller Technologie gegangen ist.« (Roland Gnaiger)    

Uns hat nicht nur der Anteil an Holz und Holzwerkstoffen an der Gesamtproduktion der Betriebe interessiert. Wir haben nach dem Mut, neue Wege zu gehen, gefragt und nach Innovationsfreudigkeit und Expansionsdrang. Wir haben den Vorteil serieller Produktion hinterfragt und die Bereitschaft, individuelle Wünsche zu erfüllen.  

Was wir (heraus-)gefunden haben, möchten wir Ihnen an einigen außergewöhnlichen, aber auch typischen Beispielen zeigen. Vorweg: Es gibt eine kleine Spitze, die Möbel mit höchstem Anspruch an Qualität in Verarbeitung und Design produziert und keinen internationalen Vergleich scheuen muss. Und es gibt die gute, österreichisch solide Mitte.