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Zuschnitt Wie kam
es zur Idee, eine Trommel als Aufbewahrungsmöbel zu konzipieren?
Frank Die Idee zur Trommel entstand, weil ich in meiner Wohnung
Stauraum für Bettzeug brauchte und diesen auch noch anders, nämlich
als Ablagetisch neben dem Bett nutzen wollte. Gerade in Einzimmerwohnungen
sind die Wohnverhältnisse oft beengend. Behältermöbel
wie etwa ehemals die Kohlenbank in der Küche sind aus der Mode
gekommen. Sie war Stauraum und Ablage oder Sitzplatz in einem, ohne
damit einen weiteren Platz zu verstellen.
Zuschnitt Was kann die Trommel noch?
Frank Durch integrierte Räder ist sie rollbar. Je nach Gebrauch
und Ausführung ist sie Hocker, Couchtisch
oder selbst Spielzeug. Sie ist in einem gewissen
Sinne so universal, dass der Benutzer noch einiges
mehr an Möglichkeiten des Gebrauchs für sich ent-
decken kann. Mit drei Durchmessern bieten diese
Behältermöbel, je nach Größe, Stauraum für
Spiel-
zeug, Wäsche, diverse Utensilien. Sie können zur
Getränkebar werden und sind nicht nur im Haushalt,
sondern auch in Kindergärten, in Arztpraxen und
Büros einzusetzen. Deshalb gibt es für den Deckel
zwei mögliche Zusätze, eine Glasplatte und einen
flachen Polster aus Filz. Die Trommel wird in Birkensperrholz und
zusätzlich schwarz gebeizt angeboten. Auf Anfrage sind Farbvarianten
möglich.
Zuschnitt Welche funktionalen und formalen Kriterien
bestimmten den Entwurf?
Frank Wichtig bei der Entwicklung des Produktes waren seine
Leichtigkeit bei gleichzeitig hoher Stabilität, seine glatte
Innenfläche sowie ein Deckel, der zwar im Durchmesser bündig,
aber abgehoben ist und dadurch schwebend wirkt.
Zuschnitt Hat sich die Trommel bei der Entwicklung zum Prototypus
verändert?
Frank Diese Prämissen waren von Anfang an gegeben und
haben alle Überlegungen bestimmt. Die Entwicklung des Produktes
wurde von zwei Seiten geführt - einerseits von der Nutzerebene
und andererseits aus produktionstechnischer Sicht - die zusammenspielen
mussten. Am Beginn der Entwicklung stand eine Größe mit
80cm Durchmesser. Das war zweifelsohne zu wuchtig, auch zum Verstauen
von Bettzeug. Weiters sollte die Durchgängigkeit durch eine Badezimmertüre
gewährleistet sein. Die Reaktionen auf der Kölner Möbelmesse
zeigten die Sinnhaftigkeit weiterer Größen, die jeweils
kleiner und somit ineinander stapelbar sind.
Zuschnitt Welche Rolle dabei war die der Designerin?
Frank Bei allen Entwicklungsschritten habe ich auf die Anmutung
des Produkts großen Wert gelegt. Feinabstimmungen in den Proportionen,
im Gewicht, bei den haptischen Qualitäten, etwa der Oberflächenbehandlung,
an der Randausbildung und in der Handhabung wurden dabei ausgelotet.
Zuschnitt Und der Verdienst des Tischlers als Produktentwickler?
Frank Ein gutes Produkt entsteht wahrscheinlich immer im Dialog.
In meiner Konstruktionsentwicklung war anfangs eine Art Sandwichkonstruktion
mit sechs Stehern vorgesehen, die jeweils zugleich der Befestigung
der Kugelräder dienten. Mit herkömmlichen Verbindungsfischen
sollte der Deckel gehalten werden. Das war produktionstechnisch und
das Material betreffend, zu aufwändig. Die nächste Überlegung
ging in Richtung vorfabrizierte, zugekaufte Sperrholzringe mit entsprechendem
Durchmesser für den Körper. Das war für eine kleine
Serie zu teuer. Ein weiterer, äußerst heikler Punkt war,
die Stoßstelle des Ringes einwandfrei zu lösen, also ohne
Knick. Die Entscheidung für einen selbsttragenden Sperrholzring
als Außenwand wurde auch fallen gelassen, um eine glatte Innenfläche
zu haben. Die Nahtstelle ist mit einer innenliegenden Leiste versehen.
Ein oberer Massivholzring wirkt aussteifend und hält zugleich
auch den Deckel.
Zuschnitt Decken sich die Prämissen der Designerin mit jenen
des Herstellers?
Frank Durchaus. Materialminimierung ist auch eine formale Qualität.
Um die Materialstärke des Ringes auszuloten, waren Gesamtgewicht,
Stabilität - immerhin können in den größeren
Trommeln Kinder sitzen - Bewältigung des Stoßes und die
Kosten wichtig. Daran wurde am längsten gearbeitet und anhand
von Prototypen getestet.
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Entwicklungsschritte der Trommel.
Von der zweischaligen Wand zum einfachen selbsttragenden Sperrholzring, vom bündig
sitzenden Deckel zum schwebend abgehobenen.
Foto: A. Bereuter |
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Trommel S/M/L
Hersteller: Tischlerei
Schmidinger, Schwarzenberg
www.schmidingermodul.at
Entwurf: Irmgard
Frank |
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Irmgard
Frank
Studium der Innenarchitektur
und des Industrieentwurfs
sowie der Architektur an der
Hochschule für angewandte
Kunst in Wien.
1987 Bürogründung in Wien.
1988–92 Lehrtätigkeit an
der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich.
Seit 1997 Vorsitzende der
Österreichischen Gesellschaft für Architektur.
Seit 1998 Ordinaria für Raumkunst und Entwerfen an der
Technischen Universität Graz.
Arbeitet im Bereich der
Architektur und Möbelentwicklung. Theoretische und
konzeptive Auseinandersetzung mit den Themen Raumwahrnehmung
und Raumimagination. |
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