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Sitzen
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Der Wunschtraum vieler Design-Anfänger,
einen Stuhl für alle Zwecke zu entwerfen, verkehrt sich regelmäßig
zum Albtraum - gibt es doch kaum eine schwierigere Aufgabe. Sitzen
ist eben nicht immer gleich Sitzen. Wenn sich auch zeigt, dass es
den universellen Stuhl nicht gibt, so lassen sich doch gewisse Gruppierungen
nach Zweckbestimmung, Material und auch Preis vornehmen.
Zuschnitt hat Beispiele herausgegriffen, die einige Gemeinsamkeiten
haben. Sie sind alle aus Holz oder vorwiegend aus Holz, sie sind alle
für öffentliche oder halböffentliche Räume bestimmt,
beweglich und auch in Addition ansprechend; keine Stühle zum
Lümmeln und keine zum Repräsentieren. Innerhalb ihrer allgemeinen
Grenzen sind sie doch erstaunlich verschieden in Konstruktion und
Materialverwendung. Und sie alle haben eine Geschichte - vom Entwurf
bis zum fertigen Stück. |
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Möbelbeispiele |
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Hersteller: Hussl Sitzmöbel
GmbH&Co KG, Terfens
www.hussl.at
Entwurf Arge 2
Gewicht rund 4,7kg |
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Forum
Forum ist ein stapelbarer Stuhl aus Vollholz mit (zugekaufter) Sitzschale
aus Sperrholz, der gezielt für die Verwendung im Objektbereich
konzipiert ist. Dabei wirken Komfort, Stabilität und relativ
geringes Gewicht zusammen. Die Handhabung wird durch die in die Rücklehne
integrierten Griffschlitze erleichtert, die schwingende Rückenlehne
erlaubt entspanntes Sitzen. Die trapezförmig gespreizten »Hinter-
und Vorderbeine«, die zu je Zweien bügelartig zusammengefasst
werden, sind nicht unmittelbar mit der Sitzfläche verbunden.
Das suggeriert Leichtigkeit und gibt dem Stuhl eine gewisse Dynamik.
Fußpaar und Schalenhalterung – ein sorgfältig geformter,
wohlproportionierter Verbindungskeil – sind miteinander verdübelt.
Hussl ist ein »schlanker« Gewerbebetrieb mit zehn Mitarbeitern,
der sich bewusst auf Sitzmöbel und Tische aus Holz konzentriert.
Der Firmeninhaber berichtet sehr sachlich über die Geschichte
dieses Produktes: Man habe sich auf dem Markt umgesehen und gefunden,
dass die Hersteller vorwiegend mit Metall arbeiten und Holz als Material
nur zur Ergänzung verwendet wird. Also entwickelte man ab 1994
eine eigene Marke: Möbel, fast ausschließlich aus Holz.
Das Zusammenwirken von Material, Form und Funktion spielte dabei
eine maßgebliche Rolle. Daher auch die Einbeziehung eines Designers.
Heute ist das Produkt durchaus konkurrenzfähig. Etwa 10.000
Möbeleinheiten
verlassen jährlich den Betrieb und werden vom Hersteller, zumindest
in Österreich, selbst vertrieben.
Hussls Firmenphilosophie: Man muss konsequent einen einmal als richtig
erkannten Weg weitergehen, ein klares Profil entwickeln und dabei
bleiben. |
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Fly
Die Geschichte dieses Sessels ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert.
Das Ziel, einen ästhetisch anspruchsvollen und zugleich preisgünstigen
Sessel hauptsächlich für den Gastronomie- oder Veranstaltungsbereich
zu entwickeln, führte zu einem Grundmodell, das zunächst
noch von einem anderen Tischler ausgeführt wurde und schließlich
zu 2-3 Prototypen. Zu diesem Zeitpunkt gesellte sich zum Meister und
zum Entwerfer als Dritter Adolph Stiller. Selbst gelernter Tischler,
sah er seine Aufgabe als die eines kritischen Vermittlers.
Das Ergebnis unterscheidet sich scheinbar nur geringfügig vom
Prototyp. Dennoch: Der Schichtenaufbau wurde dünner. Statt des
zuerst zugekauften Fliegersperrholzes wurde dieses im Betrieb selbst
hergestellt, den spezifischen Anforderungen angepasst. Durch Veränderungen
der Abmessungen der Sitzfläche wurde der Sessel schlanker. Da
die gebogenen Teile in einer Ebene liegen, können sie handwerklich
aus dem handelsüblichen Dickfurnier hergestellt werden. Die Streben
der Lehnen reichen bis zum Boden und sind rückwärts an die
gebogenen Elemente des Sitzteiles gefügt, die mit der nur in
einer Ebene gekrümmten Sperrholzplatte verbunden sind. Dadurch
wird eine große Elastizität erzielt. Die Platte der Sitzfläche
ist vorne wie hinten heruntergezogen, was den Sitzkomfort maßgeblich
verbessert.
Preislich ist dieser Sessel nun durchaus konkurrenzfähig. Gefertigt
wird er in Kleinserie. »Unter 40 Stück ist es nicht lohnend«,
meint der Hersteller, Herr Mohr. Dennoch ist der fly ein Tischlermöbel,
und seine kooperative Genese scheint eine Voraussetzung für
die erfolgreiche Durchsetzung derartiger Betriebe auf dem Markt zu
sein. cb |
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Hersteller: Johann Braun&Söhne
Lockenhaus
www.braunlockenhaus.at
Entwurf Michael M. Neumayr
Gewicht (ohne Armlehnen) 4kg |
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Talon
Der Stuhl ist ein typisches Beispiel aus dem Bereich der industriellen
Produktion: Ein Stapelsessel, der seriell hergestellt wird, gedacht
für Konferenzen, Seminare, aber auch für die Gastronomie.
Genauer gesagt, dessen Komponenten in Serie erzeugt werden, und der
auf Bestellung »just in time« gefertigt wird. Strangpressprofile
aus Aluminium nehmen in durchlaufenden Nuten die Formschichtholz-Schale
auf. Die Herstellung der Profile ist ausgelagert, erfolgt in diesem
Betrieb aber mit Werkzeugen, die im Eigentum der Firma Braun sind.
Das Sperrholz für die Sitzschalen wird als Rohling aus Deutschland
importiert.
Der Entwurf des Talon ging aus einem Designwettbewerb hervor, den
die Firma Braun im Jahr 2000, angeregt von Architekten und Kunden,
ausgeschrieben hat. Aus 36 Einreichungen wurden von der Jury, der
die Architekten Adolf Krischanitz und Gregor Eichinger und der englische
Designer Jasper Morrison angehörten, sechs Entwürfe ausgesucht,
aus denen Prototypen entwickelt wurden. Zwei von ihnen gingen in
Produktion. |
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