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Traditionelle Holzverbindungen
wurden wegen ihrer hohen Herstellungskosten sowie der eingeschränkten
Leistungsfähigkeit im modernen Holzbau nach und nach durch Verbindungen
mit mechanischen Verbindungsmitteln verdrängt, mit denen einzelne
Holzbauteile kraftschlüssig miteinander verbunden werden. Zu
diesen Anschlüssen zählen Verbindungen mit stiftförmigen
Verbindungsmitteln (Nägel, Dübel, Bolzen, etc.) entweder
als Holz-Holz-Verbindungen oder als Verbindungen mit Stahlblechformteilen
(Balkenschuhe, Integralverbinder, etc.). Verbindungen mit stiftförmigen
Verbindungsmitteln, die meist auf Abscheren, d.h. rechtwinklig zur
Verbindungsmittelachse beansprucht werden, sind in der Produktion
relativ preiswert und können im Gegensatz zu geklebten Verbindungen
von jedem Holzbaubetrieb hergestellt werden.
Allerdings benötigen diese Verbindungen große Anschlussflächen,
um die Lasten zwischen den anzuschließenden Bauteilen übertragen
zu können. Dies führt aufgrund der notwendigen Mindestabstände
der Verbindungsmittel im Holz zu Bauteilabmessungen, die größer
sind als der Bauteil selbst. Die Tragfähigkeit bzw. Steifigkeit
einer Holzkonstruktion wird daher weniger durch die Tragfähigkeit
der Holzbauteile als vielmehr durch die Tragfähigkeit bzw. die
Steifigkeit der Verbindungen zwischen den Bauteilen bestimmt. Die
Bauteile sind durch die im Anschlussbereich erforderlichen Querschnittsmaße
oft überdimensioniert. Daher können auch vergleichsweise
preiswerte Verbindungen mit stiftförmigen Verbindungsmitteln
zu hohen Materialkosten einer Holzkonstruktion führen. Für
tragende Holzverbindungen stehen zwei unterschiedliche Arten von Holzschrauben
zur Verfügung: Genormte Holzschrauben, z.B. nach din 96, din
97 oder din 571, die alle eine Gewindeform nach din 7998 aufweisen
und in vorgebohrte Löcher eingedreht werden und bauaufsichtlich
zugelassene Holzschrauben, die ohne Vorbohren eingeschraubt werden.
Die genormten Holzschrauben weisen unter dem Kopf einen glatten Schaftteil
auf, der Gewindeaußendurchmesser entspricht in der Regel dem
Schaftdurchmesser, der auch der Nenndurchmesser ist. Die Fließmomente
des Schaftes bzw. des Gewindes weisen deutlich unterschiedliche Werte
auf. Der Durchmesser der Schrauben nach din 571 liegt zwischen 8mm
und 20mm, für Senkkopfschrauben oder Halbrundkopfschrauben zwischen
4mm und 8mm. Der Kerndurchmesser beträgt in der Regel 70% des
Außendurchmessers. Selbstbohrende Holzschrauben werden im Gegensatz
zu den genormten Holzschrauben nach dem Formen des Gewindes gehärtet,
um höhere Werte des Fließmomentes, der Zugtragfähigkeit
sowie der Torsionstragfähigkeit zu erreichen. Es sind Durchmesser
bis zu 12mm und Längen bis zu 600mm verfügbar. Werden diese
Schrauben mit durchgehendem Gewinde, d.h. ohne glatten Schaft unter
dem Schraubenkopf hergestellt, lassen sich damit völlig neue
Anwendungsgebiete erschließen. Dies betrifft sowohl Holzverbindungen
mit mechanischen Verbindungsmitteln als auch Verstärkungen des
Holzes quer zur Faser.
Zur Steigerung der Effizienz wurden neue Anschlüsse und Verbindungen
mit geneigt angeordneten Vollgewindeschrauben entwickelt. Der Grundbaustein
dieser neuen Anschluss- und Verbindungssysteme wurde auf Anregung
des Lehrstuhls für Ingenieurholzbau und Baukonstruktionen der
Universität Karlsruhe in Zusammenarbeit mit der Industrie entwickelt.
Die zweite Entwicklungsstufe - neue Systeme in den Anschlussbereichen
von Holzkonstruktionen mit Hilfe von Vollgewindeschrauben - wurde
vom Lehrstuhl erarbeitet. Nachfolgend werden Konstruktionsdetails
für diese neuen Systeme gezeigt sowie Vergleiche zu konventionellen
Systemen dargestellt.
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