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An oben genannten Spruch
dachte ich zum Thema Nägel und Schrauben zuallererst.
Bis vor kurzem war die Tatsache, dass normalerweise nur 1 - 5 Prozent
der Kraft der chemischen Bindungen als Tragkraft eines konstruktiven
Materials wirken, kaum von praktischer Bedeutung, weil die Verbindungen
zwischen den einzelnen Komponenten einer Struktur so ineffizient waren,
dass sogar die verbleibende Tragkraft eines Materials kaum genutzt
wurde.
»... Holzschrauben, die Lieblinge von Amateurzimmerleuten und
Bootsbauern, sind das untauglichste Verbindungsmittel von allen. In
der Zwischenkriegszeit forschten die Deutschen viel über genagelte
Verbindungen und erfanden neue und schlaue mechanische Verbindungen.
Diese Errungenschaften werden heute manchmal im Holzhausbau verwendet...«
Anders als englische Handwerker im vorangestellten Spruch englischer
Handwerker hält J. E. Gordon also nicht viel von Nägeln.
Trotzdem haben die Deutschen offensichtlich auch nach dem Krieg den
Nagel weitererforscht mit einem auch in der kleinen Welt des bauenden
Architekten wahrnehmbaren, respektablen Ergebnis.
Meine ersten Erinnerungen an Nägel liegen weit zurück in
der Kindheit. Einmal war es in diesen Zeiten noch üblich, alte
Bretter "auszunageln" und die gebrauchten Nägel auf
einer Stein- oder Metallunterlage mit dem Hammer gerade zu klopfen,
damals eine typische Arbeit für Kinder. Dann war es strikt verboten,
Nägel mit in den Wald zu nehmen und etwa beim Bau von Baumhütten
in Bäume zu schlagen; als Verbindungen waren maximal Schnüre
erlaubt.
Der Nagel hatte (zumindest im Tischlerumfeld) etwas Anrüchiges,
Unelegantes. Er war letztes Mittel in höchster Verzweiflung oder
er wurde schamhaft verborgen. Seit es ihn gibt, werden damit schnell
Kisten zusammen genagelt und dann mit imposanten Schnitzereien verblendet.
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Fiat Oberhofer, Mils
Gewölbte Brettstapeldecke zwischen HEB-Profilen |
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Text: Wolfgang Pöschl
Arch. Dipl.-Ing.
1971 - 80 studiert Pöschl Architektur an der TU Innsbruck
und leitet von
1972 - 76 die väterliche Tischlerei. Anschließend
mehrjährige Mitarbeit bei Heinz-Mathoi-Strehli und Zusammenarbeit
mit Reinhard Honold. 2001 Gründung der tatanka gmbh mit
Joseph Bleser und Thomas Thum.
Wolfgang Pöschl
Arch. Dipl.-Ing.
C/o tatanka gmbh
Brunnholzstraße 12 A
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T +43 (0)5223/ 52202
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