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Holz ist Bewegung, schon dort, wo diese nicht unmittelbar beobachtbar
ist. Im Zellgewebe zum Transport organischer Verbindungen etwa oder
im Zuwachs von Jahresringen am Baumstamm. Bewegung ist im jahreszeitlichen
Werden und Vergehen des Blätterkleides der Bäume, im Quellen
und Schwinden des Holzes.
Holz wird in vielen Gegenständen, die uns seit frühester
Kindheit vertraut sind, bewegt. Wenn unsere Kinder auch kaum mehr
in Wiegen gebettet werden, so ist die hölzerne Wiege doch noch
Synonym für Geborgenheit. Die Watschelente, die Zweijährige
an der Schnur hinter sich herziehen, das Schaukelbrett, das erste
ungeahnte Lufthoheit verheißt, der gespitzte Haselstecken,
der unsere Neugier befriedigt, weil er unter die Oberflächen
blicken lässt.
Bewegung ist in vielen hölzernen Alltags-gegenständen,
die wir ohne besondere Beachtung des Materials wie selbstverständlich
handhaben. Im Bleistift, im Zündholz, in der Geige und im Bogen,
im Klapotetz, dem Windrad auf der Weinstraße, im Spazierstock
und in der Beinprothese. Holz wird (heute seltener) im einfachen
Ruderboot bewegt und als Sarg.
Holz in Bewegung heißt es allerdings auch in vielen Gegenständen,
deren Gebrauch uns zwar alltäglich vertraut ist, über
deren Holzanteil wir allerdings wenig oder gar nichts wissen. Holz
oder Holzwerkstoffe werden dort eingesetzt, wo sie aufgrund ihrer
spezifischen Eigenschaften, ihrer Leistungsfähigkeit, durch
nichts ersetzbar sind. Etwa im Autobau. Das wussten Sie nicht? Die
meisten Automarken enthalten spezielle in Form gepresste Holzfasermatten
in Türinnen- und Seiten-verkleidungen, in Hutablagen und Dachhimmeln.
Panzerholz, das aus schichtverleimten, extrem verschleißfesten
Buchen-Sperrholzplatten besteht, schützt als Unterboden nicht
nur Schumis Formel 1-Boliden. Fast alle hochpreisigen Schier werden
auch heute noch mit einem Holzkern hergestellt, ebenfalls Snowboards.
Leichte Sportflugzeuge werden wie eh und je aus Holz gebaut. Doch,
lesen Sie selbst, blättern Sie um und bewegen Sie unser Holzprodukt
Text: Karin
Tschavgova
Leitende Redakteurin der Zeitschrift »zuschnitt«
redaktion@zuschnitt.at
(Zeitschrift Zuschnitt 12, 2003; Seite 3)
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Literaturhinweis
Wooden Boats Vom Ruderboot zur Luxusyacht
Joseph Gribbins Pietsch Verlag, 1994
126 Seiten, € 24,90
Eindrucksvoll schildert der Autor die jahrtausendealte Tradition
des Holzbootsbaus und beleuchtet die außerordentliche Anziehungskraft,
die holzgearbeitete Boote auf unsere
Phantasie ausüben. Stimmungsvolle
Farbaufnahmen belegen die hohe Kunst des Bootsbaus und zeigen eine
Auswahl der schönsten Exemplare der Welt.
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