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Solange es Musikinstrumente
gibt, spielt bei deren Konstruktion das gewachsene Material Holz eine
unverzichtbare Rolle. Mehrere Faktoren sind dafür verantwortlich,
dass bis heute der Werkstoff Holz im Musikinstrumentenbau eine nicht
wegzudenkende Rolle spielt. Da ist zunächst einmal die im Vergleich
zu Metallen leichtere Zurichtbarkeit zu nennen: Holz lässt sich
hacken, spalten, sägen, bohren, hobeln, fräsen, drechseln,
schleifen, polieren und lackieren und - bei Kenntnis der konstruktiven
Eigenschaften - zu Resonanzkörpern zusammenfügen und verleimen.
Damit wurden bereits die beiden Haupteigenschaften genannt, nach denen
Hölzer für den Musikinstrumentenbau ausgewählt werden,
nämlich nach ihren klanglichen und ihren konstruktiven Eigenschaften.
Eine kaum zu übersehende Vielfalt von Bäumen bietet dem
Instrumentenbauer eine scheinbar unbeschränkte Auswahl an Hölzern,
sodass er auch nach ästhetischen Gesichtspunkten seine Hölzer
aussuchen kann. Das ist immer dann der Fall, wenn es um konstruktive
Belange geht, wo es auf eine besondere Stabilität ankommt. Ungleich
geringer ist die Zahl an sogenannten Klang-, Ton- oder Resonanzhölzern,
die zur Klangverstärkung von Saitentönen benötigt werden,
die, seien sie durch Streichen, Zupfen, Anreißen oder Anschlagen
zum Schwingen gebracht, aufgrund der geringen Masse über keinen
genügend lauten Eigenton verfügen. Schon früh stellte
der musizierende Mensch fest, dass die besten Resonanzeigenschaften
die Nadelhölzer besitzen, da entsprechend dünn gearbeitete
Klangplatten schon durch die Luftschwingungen der Saiten reagieren,
in besonderem Maße aber mittels Stegen zum Mitschwingen angeregt
werden, und damit zur Klangverstärkung beitragen.
Unter Geigenbauern gilt die Regel: »Je dichter das Holz, desto
dünner, je weicher das Holz, desto stärker müssen Decken
und Boden ausgearbeitet sein« (Apian-Bennewitz/ Möckel,
1920). Bei der Ausarbeitung der Resonanzdecke eines Streichinstruments
wird der Geigenbauer deshalb möglichst auf feinjähriges
Holz achten und es so fügen, dass die engen Jahresringe sich
in der Mitte befinden und nach außen hin weiter werden. Da jedes
Holzscheit unterschiedlich gewachsen ist, können fabriksmäßig
hergestellte Geigen, bei denen die Wölbung und Deckenstärke
nach einer Schablone gefräst wurden - selbst, wenn das Vorbild
eine berühmte Stradivari-Violine ist - niemals die Klangcharakteristik
des Vorbilds erreichen. Konsequenterweise verzichten elektroakustisch
verstärkte Gitarren und Bässe auf Resonanzdecken, obwohl
bei diesen Solid-body-Instrumenten dennoch die Wahl des Holzes und
sogar die Anzahl der Segmente, aus denen der Körper zusammengesetzt
ist, bei den Custom-made-Guitars von Einfluss sein soll.
Hier beginnen bereits die Legenden. Besonders viele ranken sich um
die Meisterwerke der Geigenbaukunst, die eng mit so berühmten
Namen wie Jacob Stainer (1617 - 1683), Antonio Stradivari (um 1644-1737)
und Giuseppe Guarneri »del Gesù« (1698-1744) verbunden
sind.
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Lautenkorpus mit hellem
Splint-
und
dunklem Kernholz der Eibe
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Text: Gunther Joppig
Dr. Gunther Joppig M.A.
1943 geboren in Arnstadt, Thüringen. Absolvierte von 1960
- 63 eine Schreinerlehre in Bremen. Parallel dazu Ausbildung
zum Oboisten. Studium der Musikwissenschaft, Erziehungswissenschaft
und Romanistik an der Universität Hamburg. 1974 - 78 Fachlehrer
für Musik und Arbeitslehre, Fachrichtung Holz an der »Otto-Hahn-Gesamtschule«.
1977 Magisterprüfung mit einer Arbeit über die »Entwicklung
der Doppelrohrblattinstrumente von 1850 bis heute ...«.
1978 - 79 Lektor im Musikverlag »Breitkopf&Härtel«
in Wiesbaden. 1979 - 86 Studienrat für Musik und Arbeitslehre
in Hamburg. 1984 Promotion zum Dr. phil. Seit 1987 Leiter des
Musikinstrumentenmuseums im Münchner Stadtmuseum in der
Position eines Konservators/ Oberkonservators.
Seit 2002 Sammlungsdirektor.
Münchner Stadtmuseum
St. Jakobs-Platz 1 u. 15
D-80331 München
T +49 (0) 89/ 233-23809
F +49 (0) 89/ 233-23650
drjoppig@web.de
www.stadtmuseum-online.de
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Steirische Fichte für
den Musik-instrumentenbau
Die Schaffer Sägewerk Holzexport GmbH im steirischen Eppenstein
beschäftigt derzeit 90 Mitarbeiter und erzeugt rund 90.000m³
Schnittholz pro Jahr. Ein kleiner Teil, nämlich 1.000m³
Fichtenholz, wandert als Klangholz für den Musik-instrumentenbau
u.a. nach Deutschland und Japan. Was derzeit eine kleine, aber
feine Marktnische für die Firma Schaffer darstellt, soll
in den nächsten Jahren zu einem Weltmarktanteil von 20
Prozent des Gesamtbedarfs an Klangholz ausgebaut werden.
info
Schaffer Sägewerk
Holzexport GmbH
A-8741 Eppenstein
T +43 (0) 3577/ 82295
office@schaffer.co.at
www.schaffer.co.at |
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