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Dachaufbauten aus Holz

Tarnkappe
Dachaufbau in Graz
Architekten: Michael Georg Homann, Wolfgang Schmied

Draufgesetzt
Dachaufbau in Wien
Architekt: Heinz Lutter

Angelehnt
Dachaufbau in Stadtschlaining
Architekt: Tomm Fichtner

Aufgebügelt
Dachprojekt »FF50« in Innsbruck
Architekten: Christian A. Pichler, Ferdinand Reiter

Auf Besuch
»Loftcube« in Berlin
Architekten: Werner Aisslinger

 

 

Text: Franziska Leeb
geboren 1968
Studium der Kunstgeschichte in Wien und Innsbruck
1996–2003 freie Mitarbeiterin bei der Tageszeitung Der Standard
1998–2001 Chefredakteurin des Fachmagazins architektur
Arbeit als freie Architekturjournalistin und Autorin
Seit September 2003 Geschäftsführerin von ORTE architekturnetzwerk niederösterreich

 

 

Hoch hinaus

Mit der bescheidenen Dachkammer des armen Poeten haben die aktuellen Raumschöpfungen in den urbanen Dachlandschaften nichts mehr gemeinsam. Der Terminus Dachbodenausbau beschreibt einige aktuelle Interventionen aber nur unzulänglich, denn die Dachzone ist zu einem beliebten Bauland geworden. Neben den klassischen Dachausbauten, die sich mehr oder weniger unauffällig in die vorhandene Stadtkontur einfügen, bis zu Aufbauten, die sich wie Satelliten über den Gesimskanten niederlassen, reicht das Spektrum des Möglichen. Die Begleiteffekte des Dachwohnungs-Booms bewegen sich im Zwiespalt von aufwertender Stadtreparatur und ökonomischer Ausnutzung bestehender Strukturen.

Der These, dass Nachverdichten im Stadtinneren Bauland am Stadtrand spart, könnte man entgegenhalten, dass in den ohnedies von Verkehr und Parkplatznot geplagten Stadtvierteln zusätzliche Bewohner prekäre Dichten noch verstärken.

Zwar können Dachgeschossausbauten in benachteiligten Stadtgebieten sozialen Segregationsprozessen entgegenwirken, es gibt aber andererseits zahlreiche Beispiele, wo an der vorhandenen Bausubstanz nichts verbessert und ausschließlich in den Dachraum investiert wird. Und dann wäre noch die in Sachen Dachausbau am lautesten geführte Diskussion zwischen den Bewahrern der historischen Dachlandschaft und den Verfechtern eines auch aus der Vogelperspektive zeitgemäßen Stadtbildes. Diese Spannungsfelder könnten entschärft werden, wenn sich die Diskussion auch darum drehen würde, wie man sich die Dachzonen am schonendsten – nicht nur im Sinn des Ensembleschutzes, sondern auch in ökologischer und soziologischer Hinsicht – zunutze machen kann.

(Zeitschrift Zuschnitt 13, 2004; Seite 12)
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