Inhalt

Echt unecht

Erschienen in
Zuschnitt 15: Lauf Meter
September 2004

Laminatböden sind verlegefertige Fabriksprodukte mit einer Dicke von 6 – 10mm in verschiedenen Widerstandsklassen und können in drei verschiedenen Verfahren hergestellt werden.   

_ Direktlaminate bestehen aus einer PapierDekorschicht mit einem widerstandsfähigen MelaminOverlay, das auf eine Trägerschicht aus Span oder HDFPlatten aufgebracht wird, an der Unterseite ist eine melamin oder phenolharzgetränkte Papierschicht als Gegenzug.  

_ Hochdrucklaminate werden aus mit Harzen imprägnierten Schichten von Faserstoffbahnen unter hohem Druck und hoher Temperatureinwirkung hergestellt, wobei die oberste Schicht Dekorträger ist.   

_ Bei Furnierlaminaten kommt auf Trägerplatten aus Holzwerkstoff eine Edelfurnierschicht, die mit einem mehrschichtigen Lackaufbau versehen und fertig versiegelt wird. Zur Formstabilisierung gibt es an der Unterseite wieder eine Gegenzuglage aus Papier oder ebenfalls Furnierholz. 

Die Vorteile von Laminatböden liegen in ihrer einfachen Verlegbarkeit (schwimmend, oft leimlos mit Nut-Feder-Klicksystemen), ihrem dünnen Aufbau, ihrer Formstabilität (keine Fugenbildung, keine Verwerfungen), ihrer Pflegeleichtigkeit (feuchtes Wischen), der unbegrenzten Vielfalt an möglichen Dekoren sowie dem günstigen Preis. Sie sind für die Verwendung auf Fußbodenheizungen geeignet, allerdings können Laminatböden nicht im Nassbereich eingesetzt und nicht abgeschliffen werden. Sie klingen viel heller als Holzböden, fühlen sich künstlich an, riechen auch so und haben eine unnatürlich glatte, nahezu fugenlose, glänzende Oberfläche. Optik, Klang, Geruch und Haptik sind daher Begriffe, mit denen sich die Hersteller von Laminatböden in hohem Maße auseinandersetzen. Im Gegensatz zu »echten« Holzböden müssen die sinnlichen Eigenschaften von Laminatböden künstlich hergestellt werden. So gibt es Verfahren, um den Oberflächen durch das Einpressen von Blechen eine Struktur zu verleihen, die der von Holz (bzw. Stein) ähnlich ist. Weiters können echte oder optische V-Fugen eingearbeitet werden. Die meisten Hersteller bieten Produktlinien an, wo durch schalldämmende Unterlagsfolien der Raumschall deutlich reduziert und der helle, etwas hohle Klang abgeschwächt wird. Versuche, Duftstoffe in die Böden einzuarbeiten, sind noch nicht zur Produktreife gelangt. Dagegen werden laufend neue Dekore in aufwändigen Prozessen entwickelt und hergestellt. Neben allen gängigen Holz und Steinoberflächendekoren gibt es auch einfärbige und abstrakt gemusterte Paneele, Spezialdekore suggerieren z.B. »eingefärbte MDF-Platten«, manche Böden enthalten LED-Lichtelemente, andere Aufschriften oder Firmenlogos. »Unechte« Oberflächen auf »echten« Holzwerkstoffen – vor allem hier liegen das Potenzial und der Reiz von Laminatböden. 

Info

Hersteller, die Mitglieder im Verband der Europäischen Laminatfußbodenhersteller EPLF sind, unterwerfen sich den Richtlinien des Verbandes zur Herstellung qualitativ und technisch einwandfreier Produkte.

EPLF – Verband der europäischen Laminatfußbodenhersteller e.V.
www.eplf.de