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Bauakustische Grundlagen |
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Die Materialien des Holzbaus sind leichter als die des Massivbaus. Hohe Schalldämmungen können mangels Flächenmasse nicht mit einschaligen, plattenförmigen Holzbauelementen in annehmbarer Bauteildicke hergestellt werden. Die Lösung liegt im Einsatz von doppel- bis mehrschaligen Konstruktionen mit biegeweichen Schalen. Unabhängig davon ist es gelegentlich auch sinnvoll, eine schwere Masse ergänzend einzusetzen. Für die bauakustische Herangehensweise ist es zweckmäßig, die akustischen Gesetzmäßigkeiten und die generellen Schallschutzanforderungen zu berücksichtigen. Beim Luft- und Trittschallschutz bilden die „wohnüblichen Geräusche“ bzw. nutzungsüblichen Normalgeräusche die Grundlage für die geforderten Mindest-Schalldämm-Maße, die bei benachbarten Funktions- einheiten oder Räumen einzuhalten sind. Zusätzlich gibt es den normgemäßen „erhöhten Schallschutz“. Auch innerhalb einer Funktionseinheit kann man „zu schützende Räume“ festlegen, die diesen erhöhten Anforderungen entsprechen sollen. Typisch hiefür ist z.B. der Schlafraum eines Einfamilienhauses. Körperschall wird erzeugt von gebäudeinternen maschinellen Einrichtungen wie etwa Liftmaschinensätzen und Lüfteraggregaten. Dazu gehört auch die Geräuschentwicklung von den Installationsleitungen und Konstruktionselementen der Nassgruppen. Relevanter Frequenzbereich Berger’sches Massengesetz der Schalldämmung Maßgebend für schwere Massivwände und Massivdecken ab einer Flächenmasse m' von ca. 100kg/m². Resonanzphänomen Dieses Phänomen durchzieht mit seiner Gesetzmäßigkeit die gesamte Bau- und Raumakustik. Es beruht auf der Tatsache, dass jede gefederte Masse eine Systemresonanz mit einer definierten Eigenfrequenz besitzt. Teils wohlbekannte Beispiele für solche schwingungsfähigen Systeme sind z.B. Liftmaschinensätze, die auf federelastischen Gummielementen aufliegen. Solche „Feder/Masse-Systeme“ verhalten sich wie ein Gewicht, das an einer Schraubenfeder hängt. Wenn man das Gewicht dann frei vertikal schwingen lässt, tut es dies mit der typischen Eigenfrequenz, der Resonanz-Schwingungszahl pro Sekunde in Hertz. Bei dieser Eigenfrequenz und in deren Nähe entstehen bei nur geringem Anstoß große, überhöhte Schwingungsweiten. Es kommt zu einer „Resonanzverstärkung“ der Schwingungen. Liegt jedoch die Schwingungszahl der Anregekraft, z.B. der Maschinendrehzahl je Sekunde, weit über der Eigenfrequenz, dann wird das Mitschwingen intensiv unterdrückt, die Schwingungen nur mehr stark reduziert an die tragende Unterlage weitergegeben. Die Schwingungsunterdrückung ist bereits sehr ausgeprägt, wenn die Anregungsfrequenz dreimal größer ist als die Eigenfrequenz. Diese Mindestrelation ist in der önorm für Liftmaschinensätze vorgeschrieben. Bei noch höheren Anregungsfrequenzen steigt die Schwingungsunterdrückung massiv an.
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TrittschallIm Holzbau muss auch der normale Trittschall als besonders kritischer Störschall-Erzeuger angesehen werden, verursacht durch die Leichtbauweise der Trockenestriche und der darunter liegenden Hohlraum-Holzdeckenelemente. Diese Konstruktionen neigen zum gefürchteten Dröhnen und Poltern mit hohen Energieanteilen unter 100Hz. Der für die Berechnungen und Messüberprüfungen verpflichtende bauakustisch relevante Frequenzbereich erfasst nur die Frequenzen von 100Hz aufwärts. Normale Schallmessungen liefern daher trotz des sehr störenden Dröhnens und Polterns normgerecht gute Ergebnisse, weil die Dröhnresonanzen unter 100Hz nicht erfasst werden. Daher wird im Holzbau das bewertete Luft- und Trittschalldämm-Maß häufig bereits für den erweiterten Frequenzbereich von 50Hz bis 5000Hz ermittelt. Im Falle des Polterns und Dröhnens wird die Trittanregung beim Begehen des Bodens im Bereich seiner Resonanzfrequenz kräftig verstärkt. Die Resonanzfrequenz muss folglich zu tieferen Frequenzen hin verschoben werden. Dazu braucht man für die obere Fußbodenschicht eine wesentlich größere Flächenmasse und eine weichere Unterlage mit zum Beispiel größerem, weicher-elastischem Luftraum. Ungünstige Resonanzauswirkungen Besonders problematisch ist die Körperschallenergie, die – in die Holzbaustruktur einmal eingedrungen – bedeutende Verstärkungen durch Resonanzanhebungen an verschiedensten Konstruktionsteilen erfahren kann. Deren Ausbreitung muss schon an der Vibrationsquelle unterbunden werden. Im Holzbau gibt es zahlreiche flächige und stabförmige Bauteile mit relativ geringem Gewicht, deren Eigenschwingungszahl zu hoch liegt, nämlich oft inmitten des bauakustisch relevanten Frequenzbereichs. Verlustfaktoren Sie kennzeichnen die inneren Reibungsverluste der verschiedenen Materialien, die zur wichtigen Schwingungsdämpfung, speziell in den überschwingenden Resonanzbereichen, zum Einsatz kommen. Auch beim Trockenestrich des Holzbaus können Antidröhnmaterialien z.B. Schwerfolien nützlich werden.
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| (Zeitschrift Zuschnitt 18, 2005; Seite 8f) | |||