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Glossar Schallschutz

Begriffe und Größen

Erschienen in
Zuschnitt 18: Schallschwellen
Juli 2005, Seite 10

Schall

entsteht durch mechanische Schwingungen in festen, flüssigen oder gasförmigen Körpern. Er pflanzt sich von der Schallquelle ausgehend kugelförmig fort, indem die umliegende Luft oder andere Medien in Schwingungen versetzt werden. Die Schallwellen breiten sich geradlinig aus, werden jedoch beim Auftreffen auf ein Hindernis durch Reflexion, Absorption, Beugung oder Brechung beeinflusst.

Luftschall

Schall, der sich in der Luft ausbreitet

Körperschall

Schall, der durch die Anregung fester Körper entsteht und teilweise wieder als Luftschall abgestrahlt wird

Trittschall

durch Körperschallanregung hervorgerufener Luftschall in einem benachbarten Raum, der durch Anregung von Decken z.B. durch Springen hervorgerufen wird. Für die Messung werden spezielle, genormte Geräte für die Anregung verwendet (Hammerwerk, Gummiball)
Ton regelmäßige Einzelschwingung

Klang

mehrere regelmäßige Schwingungen

Geräusch

unregelmäßige Schwingungen; Schall, der aus vielen Einzeltönen ohne Ordnungsprinzip zusammengesetzt ist

Lärm

unerwünschte, störende Schallereignisse, abhängig vom Geräusch selbst, von der Frequenz, der Dauer, dem Schalldruckpegel, dem Grundgeräuschpegel und der subjektiven Wahrnehmungssituation

Ruhe

Abwesenheit störender Geräusche und ebenso wie Lärm kein physikalischer, sondern ein subjektiver, sozialpsychologischer Begriff

Stille

das Fehlen jeglicher wahrnehmbarer Geräusche

Frequenz f (Hz)

Häufigkeit, mit der eine vollständige Schwingung pro Sekunde auftritt. Schwingungen können vom jungen menschlichen Ohr dann als Schall wahrgenommen werden, wenn sie eine Frequenz von ca. 20 bis ca. 20.000Hz haben und über der Hörschwelle liegen.

Frequenz-Bewertung

unterschiedliche Gewichtung verschiedener Frequenzanteile im Schall

A-Bewertung

Das menschliche Ohr nimmt tiefe und sehr hohe Töne weniger laut wahr als Töne mittlerer Höhenlage. Das wird bei Messungen insofern berücksichtigt, als die im Schall enthaltenen Frequenzen entsprechend der 
»A-Kurve« unterschiedlich gewichtet werden. Liegt eine A-Bewertung vor, werden die Pegelwerte in dB(A) angegeben. Die A-Bewertung gilt im Bereich niedrigerer Schalldruckpegel (ca. 40dB), wie sie für unser alltägliches Hören relevant sind. Für höhere Schalldruckpegel gelten die Bewertungskurven B (ca. 70dB) und C (ca. 100dB).

Dezibel (dB)

Das Dezibel gibt ein Zahlenverhältnis in logarithmischem Maßstab an. Dabei wird die Schallintensität vom relativen Wert 1 (Hörschwelle) bis zum Wert 10 Billionen (Schmerzgrenze) in Zahlen von 0 bis 130dB(A) erfasst. 10dB entsprechen einer Verdoppelung des Lärms, ab 85 dB (A) können Hörschäden auftreten. Durch Kombination mit anderen Stressfaktoren sind auch bereits weit darunter Gesundheitsschäden möglich.

Resonanz

ist das Mitschwingen eines schwingungsfähigen Materials beim Auftreten von Schallwellen. Resonanzkörper können z.B. zur Absorption von Luftschall (z.B. Plattenresonator in der Akustik) oder Verstärkung von Körperschall (z.B. schwingende Saite) verwendet werden.

Schallintensität I (W/m²)

gibt die Schallleistung, die pro Flächeneinheit transportiert wird, an.

Schalldämm-Maß R (dB)

Das Schalldämm-Maß R ist der 10-fache Logarithmus des Verhältnisses der auf einen Bauteil auftreffenden Schall-Leistung W1 zur durch den Bauteil übertragenen Schall-Leistung W2. Die Abhängigkeit des Schalldämm-Maßes von der Frequenz macht eine Messung über den gesamten relevanten Frequenzbereich notwendig. Die Messung des Schalldämm-Maßes erfolgt an einem Prüfstand unter möglichster Ausschaltung der Schallnebenwege.

Bau-Schalldämm-Maß R’(dB)

das direkt am Bau gemessene Schalldämm-Maß.

Bewertetes Schalldämm-Maß Rw (dB)

Das Schalldämm-Maß Rw ist von der Frequenz abhängig und wird im Hochbau für den Frequenzbereich zwischen 100 und 3150Hz bewertet und im erweiterten Frequenzbereich zwischen 50 bis 5000Hz (Terzbandmittenfrequenzen) gemessen. Als Einzahl-Angabe wird das bewertete Schalldämm-Maß durch Vergleich der gemessenen Kurve des Bauteils mit der Bezugskurve berechnet. Der Wert der gegen die Messkurve bis zur erlaubten Summe der Unterschreitungen von 32dB verschobenen Bezugskurve bei 500Hz gibt das bewertete Schalldämm-Maß an.

Schalldruck p (Pa)

die durch Schwingungen erzeugten Druckschwankungen, durch die das Trommelfell zum Mitschwingen angeregt wird.

Lautstärkepegel Ln (Phon)

Der Lautstärkepegel eines Schalls beträgt n Phon, wenn von normal hörenden Beobachtern der Schall als gleich laut beurteilt wird wie ein reiner Ton der Frequenz 1000Hz, der als ebene fortschreitende Schallwelle genau von vorne auf den Beobachter trifft und dessen Schalldruckpegel n dB beträgt.

Schall(druck)pegel L (dB)

Ein dimensionsloser Wert, der den 20-fachen Logarithmus des Verhältnisses vom herrschenden, räumlich gemittelten Schalldruck peff zum geringsten noch wahrnehmbaren Schalldruck bezeichnet. Der Bereich der Hörschwelle bis zur Schmerzgrenze reicht von 1dB bis ca. 120dB.

A-bewerteter Schall(druck) pegel

Schallpegel, der unter Einschaltung der Bewertungskurve A die frequenzabhängige Empfindlichkeit des menschlichen Ohres berücksichtigt.

Beurteilungspegel Lr (dB)

Zur Beurteilung von Lärm innerhalb eines bestimmten Beurteilungszeitraums ermittelter äquivalenter Dauerschallpegel unter Berücksichtigung von Einflüssen wie Impulshaltigkeit, Tonhaltigkeit und Informationshaltigkeit.

(Energie-)äquivalenter Dauerschallpegel LA,eq(dB)

ist der A-bewertete Schallpegel, der bei dauernder Einwirkung dem ununterbrochenen Geräusch oder dem Geräusch mit schwankendem Schallpegel energiegleich ist. Er ermöglicht es, ungleichmäßige Schallpegel auf einen Mittelwert abzubilden.

Grundgeräuschpegel LA,Gg (dB)

Der während eines definierten Zeitraums an einem Ort gemessene geringste Schallpegel, der durch entfernte Geräusche hervorgerufen und bei dem Ruhe empfunden wird.

Nachhallzeit T (s)

Zeit, in der nach Abschalten der Schallquelle der Schallpegel im Empfangsraum um 60dB abnimmt.

Schallpegeldifferenz D (dB)

ist die Differenz der Schallpegel zwischen Sende- und Empfangsraum, wobei es in der Praxis entscheidend ist, dass bei der Schallübertragung von einem in den anderen Raum nicht nur der Trennbauteil, sondern auch die Schallnebenwege (flankierende Bauteile, Schächte etc.) beteiligt sind.

Standard-Schallpegeldifferenz DnT (dB)

berücksichtigt die genormte Nachhallzeit von T=0,5 s im Empfangsraum.

Standard-Schallpegeldifferenz DnT,w (dB)

ist von der Frequenz abhängig und wird für den Frequenzbereich 100 bis 3150Hz bzw. von 50 bis 5000Hz gemessen. Als Einzahl-Angabe wird die bewertete Standard-Schallpegeldifferenz durch Vergleich der gemessenen Kurve des Bauteils mit der Bezugskurve berechnet. Der Wert der gegen die Messkurve bis zur erlaubten mittleren Unterschreitung von 2dB verschobenen Bezugskurve bei 500Hz gibt die bewertete Standard-Schallpegeldifferenz an.

Spektrumanpassungswerte z.B. Ctr

Diese ermöglichen die bessere Berücksichtigung von verschiedenen Geräuschquellen bei der Einzahl-Angabe. So weist z.B. städtischer Straßenverkehr vermehrt tief- und mittelfrequente Geräuschanteile auf, was mit der zusätzlichen Angabe des Spektrumanpassungswertes Ctr zum Schalldämm-Maß berücksichtigt wird (Rw+Ctr).

Trittschalldämmung

beschreibt das Verhältnis der Anregung zur Abstrahlung von Schall durch Gehen etc. auf einer Decke. Zur Messung wird ein Normhammerwerk im Senderaum eingesetzt und der Luftschallpegel im Empfangsraum ermittelt.

Norm-Trittschallpegel Ln (dB)

wird unter Ausschaltung von Schallnebenwegen bezogen auf 10m² Schallabsorptionsfläche im Empfangsraum am Prüfstand gemessen.

Bewerteter Norm-Trittschallpegel Ln,w (dB)

Ist eine Einzahl-Angabe für den Trittschallschutz von Decken mit oder ohne Fußbodenaufbau.
Standard-Trittschallpegel LnT (dB) ist der Trittschallpegel bezogen auf die genormte Nachhallzeit von T=0,5 s.

Bewerteter Standard-Trittschallpegel L’nT,w (dB)

ist eine Einzahl-Angabe für die Auswertung des Trittschallschutzes in einem Gebäude. Wird wie das bewertete Schalldämm-Maß und der bewertete Schallpegel mittels einer Bezugskurve mit der frequenzabhängigen Empfindlichkeit des Hörvorgangs in Zusammenhang gebracht.

Äquivalenter bewerteter Norm-Trittschallpegel Ln,eq,w (dB)

ist im Rahmen eines vereinfachten Rechenmodells eine Einzahl-Angabe der Trittschalldämmung von Rohdecken ohne Bodenbelag.

Trittschallminderung ΔL (dB)

eines Fußbodens oder einer abgehängten Decke ist die Differenz zwischen dem Norm-Trittschallpegel der Rohdecke und dem der Rohdecke mit Fußbodenaufbau bzw. abgehängter Decke.

Beispiele für den A-bewerteten Schallpegel (dB) verschiedener Alltagsgeräusche
0 – 10dBvöllige Stille
10 – 20dBschwaches Blätterrauschen
20 – 30dBGeh- und Installationsgeräusche bei sehr guter Isolierung
30 – 40dBNachtgrundpegel in einem städtischen Wohnviertel
40 – 50dBSchallpegel in einer Wohnung mit geschlossenem Fenster, an der ein pkw vorbeifährt
50 – 60dBleise Sprache und Musik
60 – 70dBZimmerlautstärke, Beginn vegetativer Störungen bei Dauereinwirkung
70 – 80dBlaute Sprache und Musik
80 – 90dBHauptverkehrsstraße, laute Werkstätte
90 – 100dBTanzkapelle mit elektroakustischen Instrumenten. Bleibende Gehörschäden bei Dauereinwirkung.
100 – 120dBRockgruppe
120 – 130dBFeuerwerksknallkörper
130 – 140dBDüsenflugzeug beim Start aus der Nähe
140 – 150dBÜberschallverkehrsflugzeug beim Start aus der Nähe
150 – 160dBWindkanal, Geschütz, Explosion


Frequenzbereiche Erzeugung

  • Radio 15 – 30.000Hz
    Orgel 10 – 8.000Hz
    Klavier 30 – 4.100Hz
    Mensch 85 – 1.100Hz
    Hund 450 – 1.080Hz
    Delphin 7.000 – 120.000Hz 
    Fledermaus 10.000 – 120.000Hz
  • Wahrnehmung
    Mensch 20 – 20.000Hz
    Hund 15 – 50.000Hz
    Delphin 150 – 150.000Hz
    Fledermaus 1.000 – 120.000Hz

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