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Der Energieausweis – Für mehr Transparenz

Erschienen in
Zuschnitt 30:  Holz bauen Energie sparen
Juni 2008, Seite 26

Seit 1. Jänner 2008 ist in Österreich der Energieausweis für Gebäude verpflichtend vorgeschrieben. Er ist Bestandteil der EU-Richtlinie »Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden« und gibt an, wie viele Kilowattstunden Energie für die Raumwärme benötigt werden – und zwar pro Quadratmeter und Jahr – und welche technischen Verbesserungsmaßnahmen getroffen werden können, um diesen Wert zu optimieren. Der Ausweis soll es Kaufwilligen erleichtern, Immobilien auf ihre Energieeffizienz hin miteinander zu vergleichen. Er ist ab Ausstellung zehn Jahre lang gültig und unterteilt den Heizwärmebedarf anhand von farbigen Balken in sieben Klassen.

Weiters gibt er den Warmwasserwärmebedarf, den Heiztechnik- und den Endenergiebedarf des Gebäudes an. Bei Gebäuden, die nicht dem Wohnen dienen, müssen darüber hinaus der Kühl- sowie der Energiebedarf für haustechnische Anlagen und Beleuchtung angegeben werden. Man erhofft sich durch die bessere Vergleichbarkeit eine verstärkte Nachfrage nach energetisch optimierten Gebäuden. Einige Experten prophezeien sogar, dass unsanierte Häuser und Wohnungen in Zukunft deutlich an Wert verlieren werden, wenn nicht in bessere Energiewerte investiert wird.

Jeder, der ein Haus oder eine Wohnung verkaufen, vermieten oder verpachten bzw. um-, zu- oder neubauen will, muss einen solchen Ausweis vorlegen. Dies gilt für alle Häuser, die nach 2006 errichtet oder maßgeblich verändert wurden. Ältere Bauten haben noch ein Jahr Schonfrist. Ab Anfang 2009 ist der Ausweis dann für alle Gebäude verpflichtend. Bis dato ist nicht geklärt, wer aller befugt ist, diesen Energiepass auszustellen. Technische Büros oder Ziviltechniker sind es aber bereits jetzt schon. Auch für die Kosten gibt es bisher nur Richtwerte: Man geht von etwa 1 euro pro Quadratmeter aus.