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Fragen an die Industrie

Anne Isopp
Erschienen in
Zuschnitt 40: Holz und Stahl
Dezember 2010, Seite 19

Welches Potenzial haben Mischkonstruktionen aus Holz und Stahl? Architektonisch, konstruktiv und aus der Sicht der Industrie?

Erich Wiesner Mischkonstruktionen haben großes Potenzial, wenn die Ingenieurskunst die Vorteile des jeweiligen Materials zum Einsatz bringen kann. Stahl hat seine Stärken im Zugbereich und bei der Verwendung von kurzen Stäben. Holz dagegen dominiert im Druck- und Biegebereich. Beim Brandschutz ist Holz gegenüber dem Stahl unschlagbar. Stahlverbindungsmittel werden bei entsprechenden Brandschutzanforderungen im Holz regelrecht »versteckt«.

Peter Zeman Mischkonstruktionen haben selbstverständlich Potenzial, derzeit hauptsächlich aus architektonischen Gründen. In technischer Hinsicht hat jedes Material spezifische Eigenschaften. Technisch optimale Projekte zeichnen sich dadurch aus, dass die Materialien hinsichtlich ihrer Eigenschaften optimal ausgenutzt werden. Es wäre interessant, an diesem Thema in Zukunft gemeinsam und unverbindlich zu arbeiten.

Wann braucht das Holz den Stahl und der Stahl das Holz?

Erich Wiesner Für den konstruktiven Holzbau ist Stahl als Verbindungsmittel unverzichtbar. Stahl kann dem Holz zu einem filigraneren Auftritt verhelfen.

Peter Zeman Der Stahl »braucht« Holz für seine Konstruktionen nur in eingeschränktem Maße. Hier sind Auswechslungs- und Auflagerkonstruktionen z. B. für Lichtkuppeln zu nennen. Zukünftig sehe ich jedoch große Möglichkeiten im Bereich von Flächenelementen insbesondere für Wände. Aus meiner Sicht fehlt es hier noch an entsprechenden Angeboten seitens der Holzindustrie. Eine gemeinsame Entwicklung geeigneter Produkte wäre aus meiner Sicht wünschenswert.

Dr. Erich Wiesner

Obmann des Fachverbandes der Holzindustrie Österreichs

Ing. Mag. Peter Zeman

Präsident des Österreichi­schen Stahlbauverbandes

Text

Anne Isopp
leitende Redakteurin der Zeitschrift Zuschnitt

redaktion@zuschnitt.at

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