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Anzahl der Schichten

Erschienen in
Zuschnitt 43: Die Außenwand
September 2011, Seite 18ff.

Josef Hohensinn

Es ist sinnvoll, die Anzahl der Schichten zu minimieren. Bei einer technisch richtigen Ständerwand wird man kaum unter sieben bis acht Schichten kommen. Bei einer Massivholzwand mit Sichtfläche innen und einer hinterlüfteten Außenverkleidung sind fünf Schichten notwendig, wobei mit Vollwärmeschutz und Putzoberfläche sogar drei Schichten ausreichen. Die Installationsebene kann in der Massivholzwand geführt werden, während diese in den Ständerwänden wegen der Dampfbremse eine eigene Schicht sein sollte.

Michael Kaufmann

Beim Massivholzbau zähle ich folgende Schichten: Massivholz, Windpapier, Isolierung, Windpapier als Wetterschutz für die Isolierung und dann die Fassade.

Lothar Künz

Die – aus bauphysikalischer Sicht – notwendige Anzahl der Schichten im Wandaufbau hängt mit den gestellten Anforderungen zusammen. Ideal wäre ­immer eine Ausführung mit 1. Wetterschutz­ebene⁄ Hinterlüftungsebene⁄ Dämmebene, 2. Tragkonstruktion, 3. luftdichter Ebene⁄ Installationsebene.

Konrad Merz

Eine bis zehn. Wir haben schon funktionierende Wände gebaut, die nur aus einem 26 cm starken Brettsperrholzelement bestanden, andererseits gibt es Aufbauten mit bis zu zehn Schichten, wenn hohe Anforderungen an den Brandschutz (Kapselung), eine spezielle Installationsschicht und eine Hinterlüftete Fassade gefordert sind.

Sylvia Polleres

Grob teilt man die Außenwand in folgende Ebenen ein: die Fassadenhülle als Witterungsschutz, die Tragstruktur, die wiederum massiv oder bei einem Holzrahmenbau gleichzeitig die Dämmebene sein kann. Innenseitig kann ich unter Beplankungen wählen, die als Dampfbremse dienen, aussteifende oder brandschutztechnische Funktionen haben. Spontan würde ich sagen: fünf Schichten.

Karl Schafferer

Wir haben Häuser mit monolithischem Aufbau gebaut – aus 25 bis 35 cm Brettsperrholz, außen und innen sichtbar –, was gut funktioniert. Technisch und wirtschaftlich gesehen empfehlen wir vier Schichten für eine funktionierende Außenwand: 1. Massivholzwand in Sicht⁄ Brettsperrholz, 2. Wärmedämmsystem, 3. Fassadenbahn, 4. Hinterlüftete Fassade.

Bruno Spagolla

Ich verwende in der Regel vier Schichten: Tragschicht, Windbremse, die auch eine leichte Diffusionsbremse ist, Dämmung, ­Wetterschutzdielen, die dämmen, mit Taupunktzone. Dieser Aufbau ist nach außen hin immer offener, der Taupunkt in den nicht hinterlüfteten Außendielen ist bauphysikalisch unproblematisch und beeinträchtigt die Dämmleistung nicht.

  • Massivholzwand versus Rahmenbau

    Welche Vorteile hat eine Massivholzwand gegenüber einer Holzrahmenkonstruktion – auch im Hinblick auf ihre bauphysikalischen Eigenschaften? Warum wird welches System bevorzugt?

  • Schwachpunkte einer Außenwand aus Holz

    Dem konstruktiven Feuchteschutz kommt ein besonderer Stellenwert zu. Gut achten muss man auch auf die Luftdichtigkeit, den Sockelanschluss sowie auf Fugen und Anschlüsse.

  • Wirtschaftlichkeit versus Technik

    Wirtschaftlichkeit ist kein absoluter Wert. Allgemein jedoch gilt: Ein wirtschaftlicher Aufbau besteht aus möglichst wenig Schichten und muss sich von einem technisch optimalen nicht unterscheiden.

  • Vorfertigung versus Fertigstellung auf der Baustelle

    Im Rahmenbau ist die Vorfertigung gang und gäbe. Im Massivbau hingegen werden wieder viele Arbeiten auf der Baustelle ausgeführt. Ist das ein Nachteil? Wie wird sich das weiterentwickeln?

  • Anzahl der Schichten

    Die – aus bauphysikalischer Sicht – notwendige Anzahl der Schichten im Wandaufbau hängt mit den gestellten Anforderungen und somit Funktionen zusammen, die jeweils eine Schicht übernehmen muss.

  • Ausblick

    Wo besteht im Holzbau in Bezug auf die Außenwand noch Entwicklungsbedarf? Allgemein wird die dringliche Notwendigkeit einer größeren Standardisierung und Systematisierung angesprochen.

Josef Hohensinn

Architekt in Graz
www.hohensinn-architektur.at

Michael Kaufmann

Kaufmann Zimmerei und Tischlerei
www.kaufmannzimmerei.at

Lothar Künz

Bauphysiker in Hard, Vorarlberg
www.bauphysik-kuenz.at

Konrad Merz

Statiker in Dornbirn
www.mkp-ing.com

Sylvia Polleres

Holzforschung Austria
www.holzforschung.at

Karl Schafferer

Schafferer Holzbau GesmbH
www.schafferer.at

Bruno Spagolla

Architekt in Bludenz
www.spagolla.at