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Editorial

Anne Isopp
Erschienen in
Zuschnitt 44: Denkraum Holz
Dezember 2011, Seite 3

Holz kann man angreifen. Man kann aber auch mit ihm Dinge begreifen. Ein schönes Beispiel dafür sind Bauklötze. Das Kind greift die Holzklötze an, stapelt sie übereinander und wirft den Turm dann wieder um. Es lernt dabei, seine motorischen Fähigkeiten zu stärken und zugleich physikalische Gesetzmäßigkeiten zu begreifen. Holz als Mittler zwischen Hand und Kopf – auch der Bleistift ist ein gutes Beispiel dafür: Mit ihm bringen wir unsere Gedanken zu Papier. »Denkraum Holz« – für diesen Zuschnitt haben wir sehr unterschiedliche Gedankenstränge aufgenommen. Der naheliegendste ist die Verwendung von Holz zur Herstellung von Architekturmodellen. Das Modell hilft Architekten wie Bauherren, sich Räume dreidimensional besser vorstellen zu können. Je nachdem, ob es zu Arbeits- oder zu Präsentationszwecken dienen soll, kommen Papier, Pappe, Balsaholz oder eben edle Hölzer zum Einsatz.

Holz schafft Illusionen: Holz wird gerne als Konstruktionsmaterial für den Bau von Theaterkulissen herangezogen. Holz schafft aber auch Denkräume: Ein Chorgestühl in einer dieser alten, ehrwürdigen, steinernen Kirchen – die Intarsien oder Schnitzereien entführen uns in eine eigene Welt, während das Holzmöbel Geborgenheit vermittelt. Begründet liegen all diese Verwendungsarten in den spezifischen Materialeigenschaften: Holz regt die Sinne an, ist leicht zu bearbeiten und kennt gleichzeitig hohe handwerkliche Perfektion, es ist von geringem Gewicht und leicht wiederzuverwerten bzw. zu entsorgen. Dieser Zuschnitt ist eine assoziative Zusammenstellung rund um das Thema »Denkraum Holz«, die jeder von Ihnen individuell fortschreiben kann.

Text

Anne Isopp
leitende Redakteurin der Zeitschrift Zuschnitt

redaktion@zuschnitt.at