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Zu Arbeitszwecken
Modelle aus Plastilin, Schaumstoff oder Holz

Wegbegleiter bei der intuitiven Entwicklung eines Entwurfs, Stütze bei der Überprüfung einer Konzeptidee und ein wich tiges Medium zur Vermittlung derselben an Bauherren oder Beurteilungsgremien: Trotz digitaler Visualisierungstechniken ist das Architekturmodell nach wie vor aus der architektoni schen Praxis nicht wegzudenken. Die eingesetzten Techniken und Materialien variieren.
»Es steht am Schrank und verstaubt, das heißt es existiert«, so die Architektin Susanne Veit, »das kann die Visualisierung nicht.« Modelle seien essenziell in allen Projektphasen. Während die ersten Konzeptmodelle in den meisten Fällen aus Karton gearbeitet und auch nicht unbedingt für eine längere Aufbewahrung vorgesehen sind, legen Veit Aschenbrenner Architekten viel Sorgfalt in die Präsentationsmodelle. Dabei handelt es sich oft um schlichte Objekte, sehr reduziert und abstrakt, aber so, dass die prioritären Gedanken festgehalten sind. Wenn für ein Projekt wichtige Aspekte im Modell dargestellt sind, fällt es den Bauherren nicht mehr so leicht, sie zu eliminieren, ist Veit überzeugt. Ahornholz ist dabei das bevorzugte Material, es ist hell, zeigt wenig Maserung, vermittelt aber doch die Wertigkeit und Lebendigkeit von Holz. Zu vielen Modellen werden Schatullen gefertigt, Schatzkisten, die bei Präsentationen zugleich als Sockel dienen, auf dem man das Objekt über dem Tisch »schweben« lassen kann und ihm zusätzliche Aura verleiht. Der externe Modellbauer – Michael Ratheiser –, zu dem sich Oliver Aschenbrenner im Fall des Falles tage- und wochenlang in Klausur ins Waldviertel begibt, zählt trotzdem zu den wichtigsten Partnern der beiden.
Seiner Fähigkeiten bedient sich auch ihr ehemaliger Lehrer an der tu München, Friedrich Kurrent. Auf den Stellenwert des Modells in seiner Arbeit angesprochen, winkt er ab: »Wenn ich ehrlich bin, brauche ich keines, weil ich die Arbeit im Kopf habe.« Die Ausnahme bilden Präsentationsmodelle – diese werden dann aber sorgfältig aus Holz gefertigt. Als unerlässlich hingegen erwies sich die Arbeit am Modell während seiner Professur an der tu München, wo er sich mit seinen Studierenden über zwanzig Jahre lang der Anfertigung von »Raummodellen« widmete, um Raumfolgen, Bewegungsabläufe und Lichtführung in wichtigen Häusern der Architekturgeschichte nachvollziehbar zu machen. Hunderte Modelle sind so entstanden, manche aus Kork, die meisten aus Holz oder Holzwerkstoffen. Jene aus

