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Forschung

Building Construction with Composite Elements of Woodconcrete Compounds and Timber

Wolfgang Winter
Erschienen in
Zuschnitt 45: Holz Beton Verbund
März 2012, Seite 28

Die klassischen Holz-Beton-Verbunddecken sind Sandwichkonstruktionen aus einer druckfesten Schicht aus Normalbeton mit mineralischen Zuschlägen und einer »verlorenen« Schalung und Zuglage aus Holz (Schnittholz, Brettschichtholz, Brettsperrholz etc.). Die schubfeste Verbindung der Lagen wird durch montageintensive mechanische Verbinder oder durch Formschluss hergestellt. Im laufenden FFG-Bridge-Projekt Building Construction with Composite Elements of Woodconcrete Compounds and Timber wird versucht, das System durch schlankere Holzzuglagen, durch einfachere Verbindungstechniken und durch Gewichtsreduktion beim Beton zu optimieren. Dabei wird auf den schon seit Jahrzehnten bekannten, industriell erzeugten Holzleichtbeton zurückgegriffen, bei dem statt schwerer mineralischer Zuschläge Holzteilchen wie Sägemehl, Holzwolle, Hackschnitzel etc. zur Gewichtsreduktion und zur Verbesserung der Querzugfestigkeit verwendet werden. Ausgangsmaterialien sind marktübliche Holzspanplatten. Durch den Einsatz von mineralisierten Holzzuschlagstoffen, von mineralischen Feinzuschlägen und neuen Zementarten mit geringem CO2-Ausstoß sollen die Schub- und Druckfestigkeiten der Mischungen und deren Ökobilanz verbessert werden. Ziel sind Verbundkonstruktionen für Decken und Wände im Neubau und bei der Sanierung mit geringem Gewicht und guten Eigenschaften bezüglich Tragfähigkeit, Aussteifungswirkung, Schwingungen, Schallabsorption und Brandbeständigkeit, die zu konkurrenzfähigen Kosten hergestellt werden können.

Wolfgang Winter

ordentlicher Professor am Institut für Tragwerksplanung und Ingenieurholzbau (ITI) der TU Wien, www.iti.tuwien.ac.at

Alireza Fadai

Senior Scientist am Institut für Tragwerksplanung und Ingenieurholzbau (ITI) der TU Wien

Service

Holzbau der Zukunft ist ein Forschungsvorhaben, das vom Lehrstuhl für Holzbau und Baukonstruktion an der Technischen Universität München unter Leitung von Stefan Winter und Mike Sieder betrieben wurde. In Form von zwanzig Teilprojekten wurden die ungenutzten Potenziale des Baustoffs Holz von der Grundlagenforschung im Wald bis zu internetbasierten Datenbanken für Wissenschaft und Wirtschaft beleuchtet. Für unser Thema erwähnenswert sind dabei folgende Projekte:

Teilprojekt 15
Brettstapel- und Brettsperrholzflächen bzw. -bauteile einschließlich Verbindungen sowie Verbundkonstruktionen
Teilprojekt 16
Holzbeton
Teilprojekt 17
Holzleichtbeton im Fassadenbereich

Die Ergebnisse sind im Internet als Download verfügbar: www.holzbauderzukunft.de

Text

Wolfgang Winter
  • geboren 1948 in Schwenningen (D)
  • Studium des Bauingeneurwesens und der Architektur an der TU Stuttgart
  • 1972 - 77 Assistent im Sonderforschungsbereich "Weitgespannte Flächentragwerke", TU Stuttgart
  • Mitarbeit in den Planungsbüros von Prof. Julius Natterer
  • seit 1991 eigene Planungsbüros
  • Lehre und Forschung an verschiedenen Hochschulen
  • seit 1994 ordentlicher Professor am Insitut für Tragwerksplanung und Ingenieurholzbau der TU-Wien
  • seit 1997 wissenschaftlicher Vorstand der Holzfoschung Austria