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Planungshinweise

Martin Teibinger und Bernd Nusser
Erschienen in
Zuschnitt 47: Das flache Dach
September 2012, Seite 8f.

Beim Bau von flachgeneigten hölzernen Dachkonstruktionen ist unbedingt Folgendes zu beachten:

Trockene Baustoffe verwenden – am besten Holz mit einer Einbaufeuchte von maximal 16 Prozent.

Dichten und windgesicherten Witterungsschutz zum Feierabend verwenden, um einen Feuchteeintrag während der Bauphase zu verhindern.

Dampfbremse innenseitig so diffusionsdicht wie notwendig, um ein Rücktrocknen von vorhandener Feuchtigkeit aus dem Gefach mit außenseitig hohem Diffusionswiderstand zu ermöglichen. Ein Tauwassernachweis ist unbedingt erforderlich.

Feuchteadaptive Dampfbremsen einbauen, damit im Winter weniger Feuchte eindiffundiert und im Sommer deutlich mehr ausdiffundieren kann. Bei feuchtem Innenklima (Schwimmhallen, Brauereien etc.) sind keine feuchteadaptiven Dampfbremsen einzusetzen.

Dynamische Feuchteschutzberechnung durchführen, um die Funktionstauglichkeit und Risikoabschätzung von nicht nachweisfreien Aufbauten sicherzustellen. Vor allem beim Einsatz von feuchteadaptiven Dampfbremsen muss dieser Nachweis geführt werden.

Aufdachdämmung ist die sicherste Möglichkeit, ein Flachdach auszuführen.

Dunkle Dachoberflächen fördern die Rücktrocknung von vorhandener Feuchtigkeit im Gefach.

Elementbauweise und Vorfertigung verhindern, dass eventuell eindringende Feuchtigkeit über weite Bereiche im Dach verteilt wird, und ermöglichen ein schnelles Verschließen der Dachabdichtung.

Gleitbügelblech bei nicht hinterlüfteten Blechdächern einsetzen, um einen Wasserdampftransport über die Dachfläche nach außen zu ermöglichen.

»Sich sehende« Belüftungsöffnungen bei hinterlüfteten Flachdächern einbauen, um einen Luftwechsel im Belüftungsquerschnitt sicherzustellen.

Unterdeckbahn mit erhöhter Regensicherheit bei flachgeneigten Dächern (≥ 3 Grad) verwenden, damit in der Hinterlüftungsebene vorhandene Feuchtigkeit nach außen ablaufen kann.

Aufdachdämmung bei sehr feuchtem Innenklima und Grün- /Kiesdächer – die einzig sichere Variante.

Gewerkeübergreifend planen, um Ausführungsmängel an den Schnittstellen zwischen den Gewerken zu vermeiden.

Maximale Dichtheit anstreben
– eine absolut professionelle Arbeit in Bezug auf die Wasser- und Luftdichtheit der Dachelemente ist Voraussetzung für eine dauerhafte, hochwertige Dachkonstruktion.

Baurestfeuchte vermeiden – der Bauablauf ist entsprechend zu planen und zu koordinieren.

Keine »Dicht-dicht« Aufbauten – Aufbauten mit hohen Diffusionswiderständen auf der Außen- und Innenseite vermeiden.

Objektbezogene Beschattungsanalyse
bei anhaltender Beschattung der Dachfläche, bei Solar- und Photovoltaik-Anlagen auf dem Dach sowie bei Gründach erforderlich.

Hohlräume in der Wärmedämmung vermeiden, damit sich im Gefach keine Feuchtigkeit ansammeln kann.

Bei Dachneigung (Foliendächer und Unterdächer) < 3 Grad ist mit Pfützenbildung zu rechnen. Stehendes Wasser auf dem Dach kann zu Schäden führen.

Nachträgliche Durchdringungen vermeiden oder, wenn sie gemacht werden müssen, unbedingt Manschetten zur Abdichtung verwenden.

Wartungen des Daches in regelmäßigen Abständen durchführen.

 

Ausführlichere Anmerkungen zu den hier aufgeführten Planungsgrundsätzen finden sich in der Planungsbroschüre »Flachgeneigte Dächer aus Holz« der Holzforschung Austria.